Kolumne des Herausgebers Dr. Rafael Korenzecher

Liebe Leserinnen und liebe Leser,
mit dem Beginn des Monats November richtet sich unser Blick wieder verstärkt auf jene politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die das Leben unseres Volkes und die Zukunft des jüdischen Staates bestimmen. Der November ist der Monat, in dem sich Deutschland am liebsten an Juden erinnert – vor allem an die Toten. Mit den Lebenden tut es sich deutlich schwerer.
Die Jüdische Rundschau wird auch in dieser Ausgabe dort den Finger in die Wunde legen, wo Judenhass und Israel-Feindschaft wieder salonfähig gemacht werden, ohne Scheu und ohne Rücksicht auf die Empfindlichkeiten derer, die beides hofieren.
Wir erinnern uns an die nationalsozialistischen Novemberpogrome des Jahres 1938, als in Deutschland Synagogen brannten, jüdische Geschäfte verwüstet und jüdische Bürger gedemütigt, misshandelt und ermordet wurden. Wir erinnern uns aber auch an den Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989, der nach Jahrzehnten kommunistischer Unterdrückung Millionen Deutschen den Weg in Freiheit und Selbstbestimmung eröffnete. Die Nachfolger derer, die diese Mauer bauten und auf Flüchtlinge schießen ließen, greifen in Berlin gerade nach der Macht.

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