Aus einem verwundeten Land – Israel nach dem 7. Oktober

„From the river to the sea – Israel will always be”© ARIS MESSINIS; MENAHEM KAHANA/AFP

Der feige und hinterhältige Überfall der Gazaner am 7. Oktober hat in Israel nicht nur bei Freunden und Angehörigen der Toten und Entführten Opfer hinterlassen. Ein ganzes Land trauert und lebt in Furcht und macht trotzdem mit Mut und Entschlossenheit weiter. Ein Reisebericht aus einem verwundeten und trotzdem starken Land.

Von Michael G. Fritz

„Du warst lange nicht hier“, sagt mein Freund Avi bei der Umarmung, der sich inzwischen einen Bart wachsen ließ. Ich nicke, zuletzt flog ich vor vier Jahren her, dann kam Corona, dann der Gaza-Krieg. Es war unmöglich, nach Israel zu reisen.

„Es ist alles wie immer und doch alles anders“, ergänzt er.

Der Ginster leuchtet, die Anemonen blühen wie sonst auch in dieser Jahreszeit, die Blumen, die hierzulande die Schönheit des Lebens verkörpern. Es riecht Ende Februar schon nach Frühsommer. Das Mittelmeer ist warm, ich kremple meine Hosenbeine hoch und ziehe mit den Füßen durchs Wasser.

 

Die Farbe Gelb als Hoffnung

Was mir zuerst auffällt, sind die vielen gelben Fahnen am Straßenrand, die großen gelben Schleifen, die Schleifen an den Kleidern, die Farbe Gelb als Hoffnung für die Freilassung der durch die Mörderbande Hamas entführten Geiseln. In den Heckscheiben der Autos die Plakate mit der Aufschrift Schwarz auf Gelb Bring them home now. Das jüdische Israel scheint vor allem von diesem Thema beherrscht.

„Kikar HaChatufim, der Platz der Geiseln vor dem Kunstmuseum im Golda Center ist einer der größten Erinnerungsorte für die Entführten“, erzählt mir Avi. Überall trifft man auf deren Porträts, Blumen und Kerzen vor den Fotos der ermordeten Kinder. Mir verschlägt es die Sprache, als ich erfahre, dass sie erwürgt wurden. Wie tief vermag die menschliche Zivilisation zu sinken, die auf Hass baut. Die Beerdigung würde dieser Tage sein. Eine digitale Anzeige zählt die Zeit der Gefangenschaft, genau bis auf jede Sekunde. Kunststudenten bauten einen Tunnel, damit der Besucher einen Eindruck von der Situation bekommt, in der sich die Gefangenen befinden. Die Wände sind beklebt mit den Fotos der gefallenen Soldaten. Die Demonstrationen bringen mehr als 100.000 auf die Straße, viele reisen von außerhalb an. Hat ihnen die Regierung nachgegeben?

„Dieser Druck ist nach wie vor wichtig“, sagt Avi, „doch ohne Trump wäre wahrscheinlich so bald keine Einigung mit der Hamas erzielt worden.“

 

Ein gespaltenes Land

Israel ist wie so oft auch in diesem Fall gespalten. Die Demonstranten fordern Kompromissbereitschaft, damit sämtliche Geiseln freikommen; andere halten es für richtig, sich nicht erpressen zu lassen und das Ziel konsequent zu verfolgen, die Hamas zu bekämpfen, wie es Netanjahu von Anfang an als Staatsziel ausgab. Es befinden sich noch 24 Geiseln in der Gewalt der Hamas, 35 sind tot, wenn es inzwischen nicht schon mehr sind. Die zynische Rechnung geht so: Für jeden Lebenden werden 33 Palästinenser freigelassen, für jeden Toten 27. Bei den meisten Palästinensern handelt es sich um Terroristen, sogar um Mörder. Wie soll es weitergehen in Gaza, wenn die Hamas nach wie vor das Sagen hat? Aus jenen Gebieten, aus denen die israelischen Truppen abgezogen und in die Einwohner bereits zurückgekehrt sind, wurden sofort wieder Raketen abgefeuert. Eine Einigung über die erste Phase des Abkommens zwischen der Hamas und Israel hinaus ist nicht erzielt worden. Durch massiven militärischen Einsatz wird offenbar versucht, die Geiseln zu befreien, die Einwohner von Gaza indes werden weiterhin als menschliche Schutzschilde missbraucht – eine tägliche Menschenrechtsverletzung. Jedes Eingreifen der IDF bleibt dadurch so ungeheuer kompliziert.

 

Mehrere Demonstrationen gegen die Hamas

„Im Westen besteht mitunter die Vorstellung, die Hamas sei eine Art Befreiungsorganisation, die man unterstützen müsse gegen den Aggressor Israel. Auch bestimmte Kreise bei Dir, in Deutschland, scheinen dieser Vorstellung anzuhängen“, meint Avi. „Mehrere Demonstrationen gegen die Hamas fanden bisher in Gaza statt, die alle brutal niedergeschlagen wurden. Ein Anführer wurde von der Hamas gefangen genommen, gefoltert und der Familie vor die Haustür gelegt. Er verstarb später im Krankenhaus. Die Botschaft ist klar.“

„Und das Rote Kreuz?“, frage ich Avi. „Deren Rolle ist mehr als fragwürdig. Es hat sich nie um die Geiseln gekümmert, sie nie besucht, sich nie für ausreichende Versorgung eingesetzt. Die Geiseln sitzen gefesselt weit unter der Erde, erhalten etwas Zwieback oder Kekse pro Tag und müssen darum betteln, zur Toilette gehen zu dürfen. Es ist bekannt, dass die Hamas Lebensmittel für Gaza aus den Lieferungen der UN stehlen, während die Medien Bilder von darum kämpfenden Menschen produzieren. Das Schlimmste aber ist, dass sich das Rote Kreuz am makabren Schauspiel der Geiselübergabe beteiligt, die nichts anderes als eine Machtdemonstration der Hamas bedeutet.“

 

Reservistenlücken und Bauboom

Das Golda Center neben der Stadtbibliothek am prachtvollen King Saul Boulevard, benannt nach Golda Meir, ist eines der beiden größten Kulturzentren in Tel Aviv. Es beherbergt neben dem Museum die Oper und das Cameri-Theater, das noch vor der Unabhängigkeit des Landes gegründet wurde. Es spielt neben den europäischen Klassikern wie Shakespeare, Brecht, Ibsen auch den in Israel sehr bekannten Dramatiker und Schriftsteller Hanoch Levin, dessen Werk in Neuübersetzung in Deutschland vorliegt. Seine künstlerische Heimat war eben jenes Schauspielhaus, in dem er seine eigenen Stücke inszenierte.

Unmittelbar nach dem siebten Oktober blieben Theater und Kinos fast leer, obwohl die Häuser bespielt wurden. Mittlerweile werden die Kulturstätten wieder gut besucht.

„Was sich verändert hat? Die eingezogenen Reservisten hinterlassen massive Lücken“, erklärt Avi, „vor allem in der Hightech-Branche, Gaststätten und Cafés mussten geschlossen werden.“

Dem entgegen steht der unübersehbare Bauboom. Die vielen Hochhäuser in Jerusalem und Netanya sah ich zuletzt noch nicht, überall in Tel Aviv stehen Kräne und Gerüste, hinter Toren der Einfahrten ist häufig Baulärm zu hören. Die Arbeiter werden aus Asien ins Land geholt. Die jüdische Zuwanderung nach Israel geschieht nahezu ungebremst, vor allem aus Frankreich treffen wegen des muslimischen Drucks jährlich mehrere Tausend ein. Weit verbreitet ist auch der Erwerb von Eigentumswohnungen, die in Tel Aviv horrende Summen kosten und nicht immer bewohnt, sondern vor allem für den Fall der Fälle angeschafft werden. Die Einwanderer versprechen sich in Israel Sicherheit, die ihnen in ihren Ländern nicht mehr gewährleistet wird.

 

Wo war die Armee?

Umso schmerzlicher ist das Versagen der israelischen Armee am 7. Oktober. Es ist nach wie vor nicht geklärt, weshalb die Armee erst Stunden später in der betroffenen Region eintraf. Autos benötigen von Tel Aviv etwa eine Stunde bis nach Gaza. Selbst wenn, wie angegeben, der größte Teil der Truppen im Westjordanland stationiert war, hätte die Fahrt nicht wesentlich länger gebraucht. Viele der verantwortlichen ranghohen Militärs sind zurückgetreten, Netanjahu hat sich entschuldigt, aber personelle Konsequenzen ausgeschlossen.

Ich selbst besuchte 2018 das Musikfestival InDnegev: Mehr als 100 Bands in einer Woche, wo ich Ronni Boiko und Jossi Reich der auch in Deutschland bekannten mitreißenden Band Jewish Monkeys kennenlernte, die Klezmer und Polka mit Punk mischen zu einer atemraubenden Musik. Boiko und Reich sind aus Frankfurt nach Israel eingewandert wegen des Zusammenhalts der Menschen untereinander. Nachhaltig in Erinnerung blieb mir die Gruppe Quarter to Africa mit dem souligen Bläsersatz und die Punkband Deaf Chonky, die mich in die achtziger Jahre zurückversetzte. Ich wohnte einige Tage in dem Kibbuz Zeelim, etwa acht Kilometer von Gaza entfernt. Ich erkundigte mich bei den Bewohnern, wie die Gefährdungslage sei. Die Armee wäre in wenigen Minuten bei ihnen, bekam ich zu hören. Die Menschen vertrauten der Armee und damit dem Schutzversprechen des Staates. Als ich am 7. Oktober von dem barbarischen Überfall hörte, erinnerte ich mich sofort an meine eigene Zeit auf dem Musikfestival – ich hätte keine Chance gehabt.

 

Kaum Kontrollen

Für den Außenstehenden scheint das zivile Leben weiterzugehen, obwohl die Touristen merklich ausbleiben. In den Straßen von Tel Aviv und Jerusalem habe ich noch nie so wenige ausländische Besucher gesehen, vor dem 7. Oktober war die Grabeskirche überfüllt, die Ruhestätte Jesu kann ich heute ohne nennenswerte Wartezeit betreten.

Zugestanden: Ich flog beklommen nach Israel. Ich hatte geglaubt, auf eine nervöse Atmosphäre zu treffen, stattdessen sind die Menschen erstaunlich entspannt, die Einlasskontrollen der Supermärkte und öffentlichen Gebäude überaus lax. Zu der Popmusik in den Strandcafés auf der Uferpromenade zwischen Tel Aviv und Jaffa wird ausgelassen getanzt, man trinkt Bier, Goldstar oder Shapiro, beliebt ist wie bei uns Aperol Spritz, dazu wischt man mit Olivenöl beträufelten Hummus mit Pita oder isst Shawarma. Jogger ziehen unermüdlich ihre Runden, Väter kümmern sich fürsorglich um ihre Kinder. Erstaunlich: In Jerusalem begegne ich kaum einem Soldaten, in den Jahren davor bestimmten sie an brisanten Punkten das Straßenbild. Ab und an treffe ich auf einen religiösen Israeli mit Kippa, an einer Hand sein Kind, in der anderen die automatische Waffe, die Zanua gekleidete Ehefrau vor ihm.

 

Zugang zu den Tunneln im Kinderzimmer

„Wir kennen unser Land nicht anders als im Kriegszustand“, erklärt mein Freund. „Die Einstellung des Siedlungsbaus in der Westbank, zu dem uns manche raten, würde nichts daran ändern. Sicherlich geschehen viele Ungerechtigkeiten. Aber immer bliebe die Forderung: From the river to the sea. In von der EU geförderten Schulbüchern in Gaza und in der Westbank gibt es kein Israel, nicht einmal mehr Tel Aviv. Schon in den Kindergärten wird der Hass gegen Israel geschürt. Und vergiss nicht, der Zugang zu den Tunneln in Gaza befand sich oft in den Kinderzimmern, unter den Betten.“

Avi ist erst vor kurzem umgezogen in den Norden, gar nicht sehr weit entfernt von der Grenze zum Libanon, das neue Haus ist etwas komfortabler als das alte. Er hat in der Hightech-Branche gearbeitet, sein Sohn als Reservist eine Offizierslaufbahn absolviert und ist in Gaza stationiert. Avi lernt, mit der Angst um ihn zu leben. Seine Tochter arbeitet für einen Dienst und darf nicht sagen, was sie macht. Wenn ich es dir sage, müsste ich dich erschießen, erzählt sie ihm scherzhaft. Es gibt kaum eine Familie, die nicht vom Krieg in Gaza betroffen ist, entweder als Soldat oder durch den Tod eines Angehörigen.

 

Baklava in Neukölln

Wie Avi den Krieg erlebt hat?

„Zu unserem Haus gehört leider kein safe room, bei dem Drohnenangriff des Iran saßen meine Frau und ich unter der Treppe. Natürlich sind wir vorsichtig nach jedem Anschlag, aber unser Leben muss weitergehen, wir haben keine Wahl. Es ist wie bei euch.“

Vor drei Tagen hörten wir von dem antisemitischen Angriff am Holocaust-Mahnmal in Berlin. Eine Woche davor hatte uns der Anschlag in München schockiert. Ständig überrollen uns Nachrichten von terroristischen Attentaten und Messerangriffen in Deutschland, und die Gefahr besteht, dass wir uns an sie gewöhnen. Zu schnell beginnen wir, die Attacken in unserem bis vor kurzem sicher geglaubten Land zu vergessen, die uns allen, allen Bewohnern gelten, die für eine offene Gesellschaft stehen. Die massiven Angriffe auf Juden in Deutschland begannen bereits am 7.Oktober, also noch bevor die israelische Armee in den Gazastreifen einrückte, um die Hamas zu bekämpfen. War alles eine von langer Hand geplante konzertierte Aktion? Die perverse Verteilung von Baklava an Passanten noch am 7. Oktober in Neukölln als Ausdruck grenzenloser Freude über die Ermordung und Entführung der Juden schien dazuzugehören.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie genau in Israel Vorgänge in Deutschland registriert werden, sicher auch in Frankreich und Spanien, wo jüdisches Leben starker Bedrängnis ausgesetzt ist. Doch der Fokus scheint auf Deutschland zu liegen. Vielleicht wegen der verhängnisvollen gemeinsamen Vergangenheit?

 

Im Kibbuz Mashabei Sadeh

„Wenn du wissen willst, wie es uns geht, solltest du Ella Chaimi kennenlernen“, meint Avi, „die nun im Kibbuz Mashabei Sadeh südlich von Beerscheba lebt.“ Wir fahren an Beduinendörfern in der Wüste vorüber, Bretterverschläge, Zelte, Kamele laufen frei herum, die sich kaum vom blassen Gelb des Wüstensandes abheben. Beerscheba hat sich innerhalb einer Menschengeneration von einem Beduinenflecken zu einer Großstadt mit zahllosen Hochhäusern entwickelt, die heute Hauptstadt der Negev ist - eine der Metropolen des Landes. Als wir den Kibbuz Mashabei Sadeh erreichen, es ist bereits dunkel geworden, schlagartig, ohne die in unseren Breiten bekannte Dämmerung, spüren wir, wie die Kälte das Land erfasst hat. Eine polare Luftströmung wird für mehrere Tage die Levante beherrschen. Ich habe Israel noch nie in dieser Jahreszeit bei so niedrigen Temperaturen erlebt, die auch für Avi ungewöhnlich sind. Der 1947 gegründete Kibbuz, mitten in der Wüste, lebt von der Landwirtschaft und vom Tourismus. Mein kleines, spartanisch eingerichtetes Zimmer ist ausgekühlt, die Heizung indes, die die ganze Nacht läuft, bringt den Raum in kürzester Zeit auf das gewünschte angenehme Klima.

Der Diningroom bietet genau das an, was der Kibbuz hervorbringt: Milchprodukte in den verschiedensten Varianten, Gemüse, heiße Suppe und Wasser für Tee. Es gibt Kibbuzim, etwa En Gedi, denen man ansieht, dass sie wohlhabend sind. Mashabei Sadeh dagegen lässt Assoziationen zu den Anfangsjahren aufkommen, die für die hauptsächlich aus Osteuropa stammenden Einwanderer furchtbar schwer waren. Zu der Mühsal, den Boden urbar zu machen, kamen die Überfälle der Araber, wie sie beispielsweise Arthur Koestler in seinem Roman „Diebe in der Nacht“ beschreibt – ein ewiger Kreislauf aus Gewalt und Waffenstillstand, der immer auch die Hoffnung auf Frieden beinhaltete. Im Moment sucht niemand die umliegenden arabischen Dörfer auf. Vor dem 7. Oktober traf man sich regelmäßig, tauschte sich aus und kam zu den jeweiligen Hochzeitsfeiern. Jetzt verhindert schiere Angst das friedliche Miteinander - ein Zustand, von dem niemand weiß, wann er sich wieder verbessert.

 

Der Überfall auf Kibbuz Nir Itzhak

Ella Chaimi ist eine großgewachsene kräftige Frau mit dichtem lockigem Haar und wachen Augen. Auf die Wand hinter ihr projiziert sie Fotos, die ihren Mann und sie und die drei Kinder in ihrem Kibbuz Nir Itzhak in der Nähe des Gazastreifens zeigen – eine Familie, die glücklich miteinander ist. Ella verliert keinen Augenblick die Fassung, nur manchmal muss sie innehalten, als sie von ihrem Mann Tal erzählt, der am 7. Oktober zu den Reservisten gehörte, die den Kibbuz schützen sollten. Seine Kameraden mussten mitansehen, wie er schwer verletzt verschleppt wurde. Sie selbst und die Kinder versteckten sich im Schutzbunker, wurden nach drei Stunden von der Armee befreit. Der Kibbuz nahm sie hier mit ihren Kindern auf. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits schwanger, im Mai kam ihr viertes Kind zur Welt. Sie ist mit ihrem Heimat-Kibbuz aufs engste verbunden, sie wurde in Nir Itzhak geboren, genauso wie Tal und ihre Kinder. Die Eltern ihres Vaters haben in Polen den Holocaust überlebt, um dann nach Israel auszuwandern. Ihr Vater wurde im Libanon-Krieg 1982 verletzt, er brauchte viele Jahre, sich zu erholen, kam in ihren Kibbuz und lernte Ellas Mutter kennen. Später wird Ella trotz der schrecklichen Erinnerungen dorthin zurückkehren in das „Paradies auf Erden“, wie sie sagt. Sie selbst habe sich bisher gutaufgehoben gefühlt durch den Schutzbunker und den Iron Dome. Dass die Terroristen bis zu ihrem Kibbuz gelangen konnten, hätte sie nie für möglich gehalten. „Jetzt fühle ich mich nicht mehr sicher in Israel. Nirgends in Israel“ so Ella Chaimi. „Aber nicht der ganze Gazastreifen ist die Hamas. Es gibt keinen anderen Weg als den Frieden“, fügt sie an.

 

„Bring them home“

Während sie erzählt, betritt ihr vielleicht zehnjähriger Sohn den nüchtern eingerichteten Raum, dem man anmerkt, dass er als Provisorium gilt, und trägt den Säugling herein. Ich fürchte, er wird ihn fallen lassen, so wenig geübt erscheint er. Ella schaut uns an, sagt mit fester Stimme: „I have no hope“. Was für eine starke Frau!

Einige Tage später treffe ich auf dem Flughafen doch noch Tal Chaimi. Er lacht mich von einem Plakat aus an mit der Aufschrift Bring them home now. „Warte nicht so lange, bis du wiederkommst“, gibt mir Avi mit auf den Weg, als ich die Passkontrolle passiere.

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