Pessach – Wie G-tt sein Volk aus Ägypten führte

Mose führt das Volk Israel durch das Meer (um 1180)© Wikimedia Commons / Dnalor_01, (CC-BY-SA 3.0)
Das achttägige Pessach-Fest wird immer im Frühling vom 15. bis zum 22. des hebräischen Monats Nissan gefeiert. Es erinnert an die Emanzipation der Israeliten aus der Sklaverei im alten Ägypten und gehört zu den wichtigsten Festen des Judentums, denn mit dem Auszug aus Ägypten beginnt die Geschichte des Volkes Israel. Während der Tage des Pessachfestes wird nur ungesäuertes Brot gegessen. Das soll daran erinnern, dass bei der Flucht aus Ägypten die Zeit fehlte, den Teig vorzubereiten. Es darf sich in der Zeit nichts Gesäuertes im Haus befinden. Deshalb wird das Haus vorher ganz sorgfältig gereinigt. (JR)
Die Geschichte von Pessach beginnt zur Zeit Awrahams. G-tt versprach Awraham (der damals noch Awram hieß) einen Sohn, dessen Nachkommen so zahlreich wie die Sterne sein würden. Außerdem kündigte G-tt an, dass Awrahams Nachkommen 400 Jahre lang als Knechte in Ägypten leben würden; dann werde er sie befreien und ihnen „großen Wohlstand“ mitgeben. Der erste Nachkomme Awrahams, der nach Ägypten ging, war Josef, dessen wunderbarer Aufstieg vom Knecht zum Vizekönig eine der lehrreichsten Geschichten in der Tora ist. Die spannende Geschichte von Josef und seinen Brüdern zeigt klar und deutlich, dass G-ttes Hand Jaakow und seine Familie nach Ägypten führte, wo es ihnen sehr gut ging.
Die Ankunft Jaakows und seiner Familie in Ägypten war ein Triumphzug, ebenso wie der Auszug der Kinder Israel 210 Jahre später. Aber es gab einen Unterschied: Aus der kleinen Familie von 70 Seelen war ein großes, vereintes Volk von mehreren Millionen Seelen geworden. 600.000 von ihnen (nur Männer) gingen „mit einer hohen Hand“ voraus.
Die Geschichte von Pessach erreicht ihren Höhepunkt an Schawuot. An diesem Tag bekam das Volk Israel am Berg Sinai von G-tt die Tora. Damit war das „Königreich der Priester und die heilige Nation“ geboren, unser jüdisches Volk.
Israels Knechtschaft
Josef und seine Brüder starben, und die Kinder Israel vermehrten sich in Ägypten. Bald nach dem Tod des Pharaos bestieg ein neuer König den Thron, der die Hebräer nicht leiden konnte und alles vergessen wollte, was Josef für Ägypten getan hatte.
Er beschloss, etwas gegen den großen Einfluss der Hebräer in seinem Land zu unternehmen. Außerdem gefiel es ihm nicht, dass die Hebräer immer zahlreicher wurden. Also rief er seine Berater zu sich, und diese empfahlen ihm, die Hebräer zu Knechten der Ägypter zu machen und zu unterdrücken, damit sie nicht zu mächtig wurden.
Der Pharao schränkte die Freiheit der Hebräer ein, verlangte hohe Steuern von ihnen und zwang die Männer, unter strenger Aufsicht hart zu arbeiten. Die Hebräer mussten Städte, Gebäude und Straßen bauen, im Steinbruch arbeiten und Ziegel und Kacheln brennen. Aber je mehr die Ägypter sie unterdrückten und einschränkten, desto schneller nahm die Zahl der Kinder Israel zu. Als der Pharao das sah, befahl er, alle neugeborenen hebräischen Jungen in den Nil zu werfen. Nur die Mädchen durften am Leben bleiben. So wollte er die Zahl der Hebräer im Land verringern und verhindern, dass ihnen ein Befreier geboren wurde – das hatten ihm nämlich seine Astrologen vorhergesagt.
Der g-ttliche Botschafter
Die Kinder Israel konnten die Grausamkeit der Ägypter nicht mehr ertragen. Sie beteten und flehten G-tt inständig um Hilfe an. G-tt erinnerte sich an seinen Bund mit Awraham, Jizchak und Jaakow und beschloss, deren Nachkommen zu befreien. Mosche war 80 Jahre alt und sein Bruder 83 Jahre alt, als die beiden in den Palast des Pharaos gingen und ihm eine Botschaft überbrachten, die wie ein Befehl klang: „Der H-rr Israels hat gesprochen: ,Lass mein Volk gehen, damit es für mich ein Fest in der Wüste feiert.‘“ Der hochmütige Pharao weigerte sich und sagte, er habe noch nicht etwas vom G-tt Israels gehört und der Name dieses G-ttes stehe nicht auf der Liste der Götter aller Völker.
Außerdem warf er Mosche und Aharon vor, sie hätten sich gegen ihn verschworen und wollten die hebräischen Knechte von der Arbeit abhalten. Auf Mosches Vorschlag vollbrachte Aharon nun die Wunder, zu denen G-tt ihn befähigt hatte. Aber der Pharao war davon wenig beeindruckt, weil seine Zauberer fast ebenso erfolgreich waren.
Am selben Tag befahl der Pharao seinen Aufsehern, die Hebräer noch härter arbeiten zu lassen. Darum litten die Kinder Israel noch mehr als zuvor, denn sie konnten diese harte Arbeit unmöglich durchhalten. In ihrer Verzweiflung warfen sie Mosche und Aharon vor, sie hätten ihr Leben noch schwerer gemacht, anstatt ihnen zu helfen.
Tief verletzt und enttäuscht betete Mosche zu G-tt. Der tröstete ihn und versicherte ihm, er werden Erfolg haben; aber zuerst müssten der Pharao und alle Ägypter als Strafe für die Unterdrückung der Hebräer schreckliche Plagen erdulden. Dann würden die Kinder Israel den wahren, treuen G-tt sehen und anerkennen.
Die zehn Plagen
Da der Pharao die Kinder Israel nicht freiließ, warnten Mosche und Aharon ihn noch einmal: G-tt werde ihn und sein Volk bestrafen. Zuerst gingen die beiden Brüder zum Fluss. Dort hob Aharon seinen Stab, schlug damit auf das Wasser und verwandelte es in Blut. Alle Ägypter, auch der Pharao, staunten über dieses Wunder. Sie sahen die Fische sterben, als das Blut das Land überflutete, und sie ekelten sich vor dem Gestank ihres heiligen Flusses. Sie konnten nicht mehr aus dem Nil trinken, dessen Wasser für seinen guten Geschmack berühmt gewesen war. Jetzt mussten sie tiefe Brunnen graben, um Wasser zu finden. Aber nicht nur das Nilwasser, sondern auch alles andere Wasser in Ägypten hatte sich in Blut verwandelt! Die Fische starben in den Flüssen und Seen, und eine Woche lang litten Menschen und Tiere schlimmen Durst. Trotzdem gab der Pharao nicht nach.
Nach einer weiteren Warnung streckte Aharon einen Arm über dem Nil aus, und aus dem Fluss hüpften so viele Frösche, dass sie jeden Fleck des Landes bedeckten und sogar in die Häuser und Schlafzimmer eindrangen. Egal, wohin die Ägypter gingen oder was sie anfassten, überall waren schleimige Frösche, und überall hörte man sie quaken. Nun bekam der Pharao Angst, und er bat Mosche und Aharon, G-tt um ein Ende der Plage zu bitten. Dann werde er die Kinder Israel freilassen. Doch kaum waren die Frösche verschwunden, vergaß der Pharao sein Versprechen.
Darum befahl G-tt dem Aharon, mit seinem Stab in den Staub der Erde zu schlagen. Aharon gehorchte, und schon kroch Ungeziefer aus dem Staub und bedecke bald das ganze Land. Menschen und Tiere litten sehr unter dieser Plage. Obwohl seine Berater der Meinung waren, es handle sich gewiss um eine Strafe G-ttes, blieb der Pharao stur und ließ die Hebräer nicht frei.
Darum schickte ihm G-tt die vierte Plage: eine riesige Herde wilder Tiere, die über das ganze Land herfielen und alles zerstörten, was ihnen im Weg stand. Nur die Provinz Goschen, wo die Kinder Israel lebten, war vor allen Plagen geschützt. Wieder versprach der Pharao, die Hebräer freizulassen, aber nur, wenn sie sich nicht zu weit von Ägypten entfernten. Mosche betete zu G-tt, und die wilden Tiere verschwanden. Kaum waren sie weg, brach der Pharao sein Versprechen erneut, und die Hebräer mussten in Ägypten bleiben.
Dann schickte G-tt eine Krankheit, an der die meisten Tiere der Ägypter starben. Erschrocken sahen sie zu, wie ihre schönen Pferde, der Stolz des Landes, tot umfielen, ebenso die Rinder auf den Feldern und sogar die Tiere, die sie für „göttlich“ hielten. Und obendrein mussten sie erleben, dass die Tiere der Hebräer gesund und munter waren. Aber der Pharao verhärtete sein Herz und ließ die Kinder Israel nicht gehen. Also kam die sechste Plage, so schmerzhaft und abscheulich, dass die Ägypter entsetzt waren. G-tt befahl dem Mosche, Ruß aus einem Ofen zu holen und in die Luft zu werfen. Mosche tat es, und schon bekamen alle Ägypter und ihr Vieh Geschwüre.
Dann verkündete Mosche dem Pharao, ein Hagelsturm, wie es ihn nie zuvor gegeben habe, werde das Land verwüsten. Kein Mensch, kein Tier, kein Baum und kein Kraut werde verschont bleiben. Schutz werde es nur in den Häusern und Scheunen geben. Einige Ägypter nahmen sich diesen Rat zu Herzen, andere bleiben stur und ließen das Vieh und die Hirten auf den Feldern. Als Mosche seinen Stab ausstreckte, prasselte der Hagel aufs Land, ohrenbetäubender Donner grollte, und Blitze zerrissen den Himmel und zuckten wie Feuer über die Erde. Die Hagelkörner erschlugen alle Menschen und Tiere, die im Freien geblieben waren, und sie zerfetzten die Pflanzen auf den Feldern. Die Bäume lagen zerschmettert auf dem Boden. Nur das Land Goschem blieb vom Sturm verschont und blühte wie ein Garten mitten in der Verwüstung. Der Pharao ließ Mosche rufen und sagte voller Reue: „Der H-rr hat recht. Mein Volk und ich waren böse. Bitte den H-rrn, Donner und Hagel von uns zu nehmen, denn wir haben schon zu viel erduldet. Dann werde ich euch gehen lassen.“ Mosche erwiderte: „Wenn ich die Stadt verlassen habe, werde ich die Hände ausbreiten. Dann werden der Donner und der Hagel aufhören, damit du weißt, dass die Erde dem H-rrn gehört.“ Es geschah, wie Mosche gesagt hatte, und der Sturm legte sich. Aber das Herz des Pharaos blieb wieder hart.
Als Mosche und Aharon den Pharao erneut aufsuchten, schien er ein wenig nachgiebiger zu sein. Er fragte sie, wer von den Hebräern in die Wüste ziehen wolle. Als sie ihm sagten, das ganze Volk wolle Ägypten verlassen – Männer und Frauen, Junge und Alte und sogar ihre Tiere -, schlug der Pharao vor, nur die Männer gehen zu lassen. Frauen, Kinder und Tiere sollten im Land bleiben. Weil Mosche und Aharon dieses Angebot ablehnten, wurde der Pharao zornig und schickte sie hinaus. Bevor sie gingen, warnte Mosche ihn vor einer neuen, noch schlimmeren Plage. Doch der Pharao blieb hart, obwohl seine Berater gerne nachgegeben hätten. Kaum hatte Mosche den Palast verlassen, hob er die Arme zum Himmel, und ein Ostwind brachte riesige Heuschreckenschwärme ins Land. Sie deckten die Sonne zu und fraßen alle Pflanzen, die den vorigen Plagen entkommen waren. In der Geschichte der Menschheit hatte es noch nie eine so gewaltige Heuschreckenplage gegeben. Sie ruinierte das ganze Land Ägypten, das unter den anderen Plagen bereits schwer gelitten hatte. Wieder ließ der Pharao Mosche und Aharon rufen und bat sie, G-tt um ein Ende der Plage zu bitten. Mosche willigte ein, und G-tt schickte einen starken Westwind, der die Heuschrecken aufs Meer trieb. Kaum waren die Heuschrecken fort, kehrte die Sturheit des Pharao zurück, und er weigerte sich, die Kinder Israel gehen zu lassen.
Deshalb schickte G-tt die neunte Plage. Mehrere Tage lang herrschte in ganz Ägypten eine undurchdringliche Finsternis, die alle angezündeten Lichter auslöschte. Die Ägypter waren starr vor Angst und wagten sich nicht mehr vom Fleck. Nur in Goschen, wo die Kinder Israel lebten, gab es Licht. Aber nicht alle Hebräer blieben von dieser Plage verschont. Ein paar von ihnen wollten lieber Ägypter sein und nicht mehr zu den Hebräern gehören. Sie benahmen sich ganz wie Ägypter und wollten das Land nicht verlassen. Diese Leute starben während der Dunkelheit.
Wieder versuchte der Pharao, mit Mosche und Aharon zu feilschen. Diesmal wollte er alle Hebräer gehen lassen, aber ohne ihr Vieh und ihre anderen Tiere. Aber Mosche und Aharon forderten die vollständige Freiheit für Männer, Frauen, Kinder und ihren gesamten Besitz. Nun wurde der Pharao zornig und befahl den beiden, den Palast zu verlassen und nie mehr zurückzukehren, andernfalls werde er sie töten lassen. Mosche erwiderte, ein weiterer Besuch sei unnötig, weil G-tt eine letzte Plage über Ägypten senden werde, und danach werde der Pharao die Kinder Israel freilassen. Genau um Mitternacht werde G-tt durch Ägypten gehen und alle erstgeborenen Kinder und Tiere töten. Nur von den Hebräern werde niemand sterben. Man werde laute Schreie in Ägypten hören, und die Ägypter würden Todesangst ausstehen. Der Pharao selbst werde die Hebräer bitten, Ägypten sofort zu verlassen. Dann ließen Mosche und Aharon den wütenden Pharao allein.
Der Auszug aus Ägypten
Am ersten Tag des Monats Nissan, zwei Wochen vor dem Auszug aus Ägypten, sagte G-tt zu Mosche und Aharon: „Dieser Monat soll für euch der Anfang aller Monate sein. Er soll der erste Monat des Jahres für euch sein. Sprecht zu dem ganzen Volk Israel und sagt: Am zehnten Tag dieses Monats soll jeder Mann ein Lamm nehmen, ein Lamm für jeden Haushalt; und ihr sollt es bis zum vierzehnten Tag dieses Monats behalten; und das versammelte Volk Israel soll es in der Abenddämmerung schlachten. Und sie sollen das Blut auf die Türpfosten und den Sturz des Hauses streichen, in dem sie das Lamm essen. Sie sollen das Fleisch in dieser Nacht essen, mit Feuer gebraten, und dazu ungesäuertes Brot und bittere Kräuter ... Und ihr sollt bis zum Morgen nichts übrig lassen, sondern das, was übrig bleibt, mit Feuer verbrennen. Und so sollt ihr es essen: mit gegürteten Lenden, den Schuhen an den Füßen und eurem Stab in der Hand. Und ihr sollt es in Eile essen, denn es ist das Pessach des H-rrn. Und wenn ich das Blut sehe, werde ich vorbeigehen, und die Plage wird euch nicht vernichten, wenn ich das Land Ägypten schlage. Und dieser Tag soll für euch ein Gedenktag sein, und ihr sollt ihn feiern vor dem H-rrn durch alle Generationen.
Sieben Tage lang sollt ihr ungesäuertes Brot essen und alles Gesäuerte aus dem Haus entfernen. Und wenn eure Kinder euch fragen: Was bedeutet dieses Fest?, sollt ihr antworten: Es ist das Pessach-Opfer für G-tt, der an den Häusern der Kinder Israel vorbeiging, als er die Ägypter schlug. Mosche berichtete das alles den Kindern Israel, und sie taten, was G-tt ihnen durch Mosche und Aharon befohlen hatte.
Um Mitternacht zwischen dem vierzehnten und fünfzehnten Nisan tötete G-tt jede Erstgeburt in Ägypten, vom erstgeborenen Kind des Pharaos bis zum erstgeborenen Kind eines Gefangenen im Kerker und dazu die Erstgeburt des Viehs, so wie Mosche es angekündigt hatte. Man hörte laute, bittere Klagen, denn in jedem Haus starb ein Mitglied der Familie. Noch in derselben Nacht ließ der Pharao Mosche und Aharon rufen und sagte zu ihnen: „Verlasst mein Land, ihr beide und euer ganzes Volk. Nehmt euer Vieh mit, wie ihr es gewollt habt, und geht, und segnet mich.“
So wurden die Kinder Israel am fünfzehnten Nissan des Jahres 2448 nach der Erschaffung der Welt aus der Knechtschaft befreit. 600.000 Männer über 20 Jahre und ihre Frauen und Kinder samt ihrem Vieh überquerten die Grenze Ägyptens als freies Volk. Viele Ägypter und andere Nicht-Israeliten schlossen sich den triumphierenden Kindern Israels an, denn sie hofften, mit ihnen eine große Zukunft zu teilen. Eine Wolkensäule führte die Kinder Israel am Tag, und eine Feuersäule spendete ihnen nachts Licht. Diese g-ttlichen Boten zeigten ihnen nicht nur den Weg, sondern machten den Weg auch frei und sicher.
Die Durchquerung des Roten Meeres
Der kürzeste Weg ins Gelobte Land hätte durch das Land der Philister geführt. Aber G-tt wollte dem neugeborenen jüdischen Volk die Gelegenheit geben, jeden ägyptischen Einfluss abzulegen und ein neues, heiliges Leben zu führen – nach den Geboten der g-ttlichen Tora, die das Volk am Berg Sinai empfangen sollte. Außerdem hätte das Volk Israel gegen die Philister Krieg führen müssen, und dafür war es nach Jahrhunderte langer Knechtschaft in Ägypten nicht stark genug. Vielleicht wäre es aus Furcht vor einem blutigen Krieg sogar nach Ägypten zurückgekehrt. Darum schickte G-tt die Juden auf einen Umweg, der sie durch die Wüste zum Roten Meer führte.
Nach drei Tagen erfuhr der Pharao, wo die Kinder Israel waren. Da sie eine unerwartete Richtung eingeschlagen hatten, glaubte der Pharao, sie hätten sich in der Wüste verirrt. Jetzt tat es ihm leid, dass er sie freigelassen hatte, und darum verfolgte er sie an der Spitze seiner besten berittenen Soldaten mit ihren Kriegswagen. Am Ufer des Roten Meeres holte er sie ein und drängte sie immer näher ans Wasser, um ihnen den Fluchtweg abzuschneiden.
Manche Juden waren bereit, gegen die Ägypter zu kämpfen, andere wollten lieber im Meer ertrinken, als eine Niederlage zu riskieren und wieder Knechte in Ägypten zu werden. Eine dritte Gruppe war schwach und furchtsam und beklagte sich über Mosche – er habe sie aus Ägypten gelockt, damit sie in der Wüste sterben mussten, behaupteten sie. Aber Mosche blieb in einem der schwierigsten Augenblicke seines Lebens ruhig und standhaft. Er sagte: „Fürchtet euch nicht. Bleibt stehen und schaut, wie der H-rr euch heute retten wird. Denn so wie ihr heute die Ägypter gesehen habt, sollt ihr sie nie wieder sehen. Der H-rr wird für euch kämpfen, und ihr sollt euch ruhig verhalten.“
Mosche führte die Juden bis an das Ufer des Roten Meeres. Die Wolkensäule änderte jetzt ihre Position und schob sich zwischen die Juden und die Ägypter.
Dann sagte G-tt zu Mosche: „Hebe deinen Stab und strecke den Arm über dem Meer aus und teile es, damit die Kinder Israel mitten im Meer auf trockenem Boden gehen können.“ Mosche tat, was G-tt im befohlen hatte. Da erhob sich ein starker Ostwind und blies die ganze Nacht. Der Sturm teilte das Wasser des Roten Meeres, so dass sich in der Mitte ein trockener Weg bildete. Rechts und links stand das Wasser wie eine Mauer. Sofort betraten die Juden diesen trockenen Weg, der durch das ganze Rote Meer reichte, und gelangten sicher ans andere Ufer.
Die Ägypter verfolgten sie, ohne zu zögern. Aber die Räder ihrer Kriegswagen blieben im Meeresgrund stecken, so dass sie nicht weiterkamen. Jetzt merkten sie, dass sie wieder einen vergeblichen Kampf gegen G-tt führten. Sie wollten sich umwenden und fliehen; aber es war zu spät. Auf G-ttes Befehl streckte Mosche seinen Stab aus, und das Wasser des Meeres fiel in sich zusammen und begrub die Ägypter samt ihren Pferden und Wagen unter sich. „Nicht einmal einer von ihnen blieb übrig.“
So rettete G-tt die Kinder Israel an jenem Tag vor den Ägyptern. Sie hatten seine große Macht erlebt, und darum erkannten sie ihn als G-tt an und glaubten an ihn und an seinen Diener Mosche.
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