9 (145) September 2026
Kolumne des Herausgebers Dr. Rafael Korenzecher

Liebe Leserinnen und liebe Leser,
der vor uns liegende Monat September ist in diesem Jahr in besonderer Weise ein Monat jüdischer Erinnerung, jüdischer Selbstbesinnung und zugleich jüdischer Zuversicht.
Mit dem Sonnenuntergang des 11. September beginnt Rosh Hashana und damit für die Juden in Israel und in der weltweiten Diaspora das neue jüdische Jahr 5787. Es eröffnet zugleich die Yamim Noraim, die ehrfurchtsvollen Tage der Einkehr und Umkehr, die zehn Tage später mit Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Versöhnungs- und Fastentag, ihren Höhepunkt finden.
Das jüdische Volk kann zu Beginn dieses neuen Jahres auf eine Jahrtausende währende, unvergleichliche und oftmals unvorstellbar leidgeprüfte Geschichte zurückblicken. Von der biblischen Befreiung aus der pharaonischen Knechtschaft über die Errichtung der alten jüdischen Königreiche, die babylonische Verbannung, griechische und römische Eroberung, die Zerstörung der Tempel und beinahe zwei Jahrtausende der Zerstreuung bis zur Wiedererrichtung jüdischer Staatlichkeit im Jahre 1948 hat dieses Volk Vertreibung, Entrechtung, Zwangsbekehrung, Pogrome und schließlich den millionenfachen industriellen Judenmord der Schoah überlebt.
Mehr noch: 78 Jahre nach der Wiedergründung des jüdischen Staates steht Israel heute als prosperierender, wissenschaftlich und technologisch hochentwickelter, freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat auf einem Teil jenes Gebietes, mit dem das jüdische Volk seit Jahrtausenden religiös, kulturell und historisch verbunden ist.
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