Conte in Sant’Anna: Die Opfer der Nazis als Kulisse für Israel-Kritik

Ausgerechnet in Sant’Anna di Stazzema, dem Ort eines der grausamsten nationalsozialistisch-faschistischen Massaker Italiens, missbraucht der ehemalige Ministerpräsident Giuseppe Conte das Gedenken für seine anti-israelische Agenda. In Sant’Anna di Stazzema, wo SS-Männer und italienische Faschisten 1944 Hunderte Zivilisten ermordeten, verlor Conte kein Wort über den antisemitischen Vernichtungswahn der Nazis oder über das Massaker der Terror-Bande Hamas vom 7. Oktober 2023, sondern rückte stattdessen Israel als vermeintlichen Täter in den Mittelpunkt. Damit wird die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus politisch umgedeutet und ausgerechnet der Judenhass aus jener Ideologie herausgelöst, deren mörderisches Zentrum die Vernichtung des jüdischen Volkes gewesen ist. Wenn ein führender Politiker der italienischen Linken an einem solchen Gedenkort die ermordeten Juden vergessen macht und den jüdischen Staat anklagt, offenbart dies, wie weit die Instrumentalisierung der sogenannten „palästinensischen“ Sache inzwischen reicht. (JR)

Von Fiamma Nirenstein/JNS

Die Rede des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte in Sant’Anna di Stazzema zeigt, wie die „palästinensische“ Sache für Teile der europäischen Linken zu einem politischen und moralischen Sammelpunkt wird.

Conte ist ein besonders interessanter Fall inmitten der antisemitischen Flutwelle, die derzeit weite Teile der Welt überschwemmt. Der ehemalige Ministerpräsident und derzeitige Vorsitzende der linkspopulistischen Fünf-Sterne-Bewegung ist ein wichtiger Verbündeter der Vorsitzenden der Demokratischen Partei, Elly Schlein, und ein potenzieller Kandidat für die erneute Führung Italiens. Italienische Medien berichten bereits über seine politischen Schritte mit Blick auf einen künftigen Kampf um die Führung der linken Koalition.

Zunehmend scheint Conte die „palästinensische“ Sache als moralischen Kitt für die Wählerschaft zu nutzen, die er um sich scharen möchte – ähnlich wie es der New Yorker Politiker Zohran Mamdani in den Vereinigten Staaten getan hat.

Genau das machte seinen Auftritt Mitte August in Sant’Anna di Stazzema so bedeutsam.

 

Symbol nationalsozialistisch-faschistischer Barbarei

Sant’Anna ist nicht einfach nur ein weiteres italienisches Dorf mit einer tragischen Kriegsgeschichte. Es ist eines der eindringlichsten Symbole der nationalsozialistisch-faschistischen Barbarei in Italien.

Am 12. August 1944 fielen Soldaten der 16. SS-Panzergrenadier-Division „Reichsführer-SS“ mit Unterstützung italienischer faschistischer Kollaborateure über das toskanische Dorf und die umliegenden Weiler her und massakrierten Hunderte von Zivilisten. Die offizielle Gedenkfeier am 12. August fand zum 82. Jahrestag des Massakers statt, bei dem 560 Menschen getötet wurden, darunter mehr als 100 Kinder.

Frauen, alte Menschen und Kinder wurden niedergemetzelt. Das jüngste Opfer, Anna Pardini, war gerade einmal 20 Tage alt. Was angeblich eine Operation gegen Partisanen sein sollte, wurde zu einem Blutbad unter wehrlosen Zivilisten.

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