Islamo-Gauchisme: Europas Linke setzt auf muslimische Milieus

Auch die Linke in Frankreich setzt auf die Unterstützung der Muslime.© POOL / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

Jean-Luc Mélenchon, Chef der radikalen Linkspartei „La France Insoumise“ (LFI) und mehrfacher französischer Präsidentschaftskandidat, macht inzwischen kaum noch ein Geheimnis daraus, worauf er seine Hoffnung im Kampf um die politische Macht setzt: auf die wachsende muslimische Wählerschaft in den Banlieues. Was die Franzosen längst als „Islamo-gauchisme“ bezeichnen, verbindet linken Antiimperialismus und eine großzügige Migrationspolitik mit muslimischer Identitätspolitik – und findet im gemeinsamen Hass auf Israel seinen besonders wirksamen politischen Kitt. Ähnliche Entwicklungen zeigen sich auch in Spanien und Deutschland, wo linke Parteien überdurchschnittlich stark von muslimischen und migrantischen Wählern profitieren und die sogenannte „Palästina“-Frage immer stärker zur politischen Mobilisierung einsetzen. Die ideologischen Gegensätze zwischen grün-woker Linker und konservativem Islam treten dabei offenbar hinter einem gemeinsamen Ziel zurück: gesellschaftliche Mehrheiten und politische Macht dauerhaft zu verschieben. (JR)

Von Redaktion Tichys Einblick

Kommunist Jean-Luc Mélenchon nennt es „neues Frankreich“: die muslimisch geprägten Vorstädte sollen zur Machtbasis der radikalen Linken werden. In Spanien und Deutschland zeigen sich ähnliche Verschiebungen. Gaza, Hass auf Israel und den Westen liefern dabei die zentralen Bindemittel.

Jean-Luc Mélenchons neuer Sozialismus entsteht in den Banlieues, unter jungen Wählern aus Einwandererfamilien und in einem dezidiert muslimischen Milieu, das sich von traditionellen Parteien nicht vertreten sieht. Die Etablierung einer eigenen Partei will auch dort noch nicht klappen, also bildet man jetzt eine giftige Melange. Beim Auftakt für die Präsidentschaftswahl 2027 in Saint-Denis inszenierte Mélenchon diese neue Machtbasis geradezu programmatisch. Er nennt sich inzwischen selbst den „Maghrebi“, spricht über seine Geburt in Marokko und erklärt das muslimisch-migrantisch geprägte Frankreich zum politischen Subjekt einer neuen Epoche. Die Franzosen haben für das Bündnis längst ein Wort: „Islamo-gauchisme“.

„Wer glaubt, den Sozialismus in Frankreich mit weißen katholischen Arbeitern durchsetzen zu können, wird damit scheitern. Aber unsere muslimischen Brüder und Schwestern werden es tun.“

LFI-Politiker (Partei „La France Insoumise“ zu Deutsch „Unbeugsames Frankreich“) warben bei den Kommunalwahlen für „rassifizierte“ Kandidaten, Rima Hassan forderte Bewohner der Vorstädte auf, Menschen zu wählen, „die uns ähnlich sehen“. Die Zahlen belegen den Enthusiasmus: Bei der Präsidentschaftswahl 2022 stimmten 69 Prozent der muslimischen Wähler für Mélenchon. Im Europawahlkampf 2024 richtete LFI seine Kampagne so stark auf Gaza aus, dass Reuters die Strategie ausdrücklich als Versuch beschrieb, muslimische und radikallinke Wähler zu gewinnen. Damals kam LFI in Umfragen unter muslimischen Wählern auf 44 Prozent bei acht Prozent in der Gesamtbevölkerung. Die französisch-„palästinensische“ Aktivistin Rima Hassan wurde zu einem der sichtbarsten Aushängeschilder der Partei.

Sie können diesen Artikel vollständig in der gedruckten oder elektronischen Ausgabe der Zeitung «Jüdische Rundschau» lesen.

Vollversion des Artikels

€ 1,75 inkl. MwSt.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Hier können Sie

die Zeitung abonnieren,
die aktuelle Ausgabe oder frühere Ausgaben kaufen
oder eine Probeausgabe der Zeitung bestellen,

in gedruckter oder elektronischer Form.

Vollversion des Artikels

€ 1,75 inkl. MwSt.
Zugang erhalten

Sehr geehrte Leser!

Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:

alte Website der Zeitung.


Und hier können Sie:

unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen

in der Druck- oder Onlineform

Unterstützen Sie die einzige unabhängige jüdische Zeitung in Deutschland mit Ihrer Spende!

Werbung


Alle Artikel
Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu..
Verstanden