Juden unerwünscht: Der antisemitische Boykott erreicht Italiens Flughäfen

Italien ist ein beliebtes Urlaubsziel vieler Israelis.© FILIPPO MONTEFORTE / AFP
Der antisemitische Boykott gegen Israel erreicht in Italien eine neue, besonders widerwärtige Stufe: Die Gruppe „Giovedì Bianco“ bedrängt am Flughafen von Cagliari aus Tel Aviv ankommende israelische Urlauber mit „Free Palestine“-Rufen und feindseligen Sprechchören – selbst Familien mit Kindern geraten dabei ins Visier der judenfeindlichen Aktivisten. Nun sollen ähnliche Aktionen auch an den Flughäfen von Verona, Mailand-Linate, Rom-Fiumicino und Venedig stattfinden, ausdrücklich mit dem Ziel, gegen die Aufrechterhaltung der Flugverbindungen mit Israel zu mobilisieren. Wer israelische Familien bereits bei der Ankunft einschüchtert und Flugverbindungen mit dem jüdischen Staat kappen will, demonstriert nicht für Frieden, sondern arbeitet an der Ausgrenzung von Juden und Israelis aus Europa – an einer Vorstellung von einem „judenfreien“ Kontinent, an der Judenschlächter wie Himmler und Eichmann ihre mörderische Freude gehabt hätten. Die Protagonisten dieser massiven antisemitischen Hetze offenbaren einmal mehr ihre zutiefst judenfeindliche Grundhaltung, die jedoch von der politischen Mitte in großen Teilen gedeckt zu sein scheint. Doch hinter dem harmlos anmutenden Slogan „Free Palestine“ verbirgt sich häufig plumper, aber brandgefährlicher Judenhass. (JR)
In Italien gibt es eine Gruppe von Fanatikern, die die Kontrolle über Flughäfen an sich reißen will, um Israel von internationalen Flugrouten auszuschließen.Sie organisieren Proteste, damit israelische Männer, Frauen und Kinder, die zu einem harmlosen Urlaub anreisen, auf eine feindselige und aggressive Stimmung stoßen, die darauf abzielt, ihnen Angst einzujagen und Israelis letztendlich gänzlich davon abzuhalten, nach Italien zu kommen.
Aktionen dienen der Einschüchterung
Israelis? Nun, natürlich geht die Botschaft noch weiter. Sie soll Juden im Allgemeinen vom Reisen abhalten – diese verhassten Zionisten. Sollen sie doch zu Hause bleiben. Besser noch, sollen sie sich in ihren Häusern einschließen.
Gemäß der bekannten antisemitischen Erzählung, die Juden mittlerweile in der Schule, an der Universität, im Urlaub und bei der Arbeit verfolgt, gehören sie alle zu einer Clique von Völkermördern, die ethnische Säuberungen durchführen und Kinder zum Spaß erschießen.
Man kann sich vorstellen, woher die Aktivisten ihre Informationen beziehen: aus antisemitischen sozialen Medien und Fernsehdiskussionen, die ihre Nachrichten vom in Katar ansässigen Fernsehsender Al Jazeera beziehen.
Eine Gruppe namens Giovedì Bianco („Weißer Donnerstag“) ist seit einiger Zeit am Flughafen von Cagliari aktiv, wo aus Tel Aviv ankommende Touristen mit Rufen wie „Free Palestine“ begrüßt und von hasserfüllten Sprechchören begleitet werden, während sie ihr Gepäck abholen und sich ihren Weg durch das Terminal bahnen – und die Kinder dabei zittern.
Israelis lieben Italien. Doch heutzutage ruft Giovedì Bianco zu Protesten an den Flughäfen von Verona, Cagliari, Mailand-Linate, Rom-Fiumicino und Venedig auf, die sich gegen israelische Reisende richten und die Regierung dafür anprangern, dass sie darauf besteht, „die Flugverbindungen mit Israel aufrechtzuerhalten“.
Gezielte Ausgrenzung und Diffamierung
Die Zeiten und Beschreibungen der geplanten Aktionen sind öffentlich bekannt. Doch das Ziel geht weit über Flughäfen hinaus. Es ist Teil der Bemühungen, Israel aus der internationalen Arena zu tilgen – aus Sport, Kultur, Musik, Medizin und nun auch aus dem Reiseverkehr – und letztendlich Israel und die Juden aus dem öffentlichen Leben verschwinden zu lassen.
Sie sind nicht die Ersten, die dies versuchen.
Angriffe auf den Flugverkehr zielen auf etwas Grundlegendes ab: die Bewegungsfreiheit, Bildung und den Austausch, auf denen die freie Welt basiert. Offenbar sollen diese Freiheiten jedoch nicht für Juden gelten.
Flughäfen wurden bereits durch jahrzehntelangen „palästinensischen“ und islamistischen Terrorismus verändert und strengen Sicherheitsmaßnahmen unterworfen, die Reisende vor Anschlägen schützen sollen. Nun kommt eine weitere Form der Aggression gegen Juden hinzu, die gegen ein Grundprinzip des internationalen Zusammenlebens verstößt.
Und noch eine letzte Frage: Auf der Boykott-Website sind Telefonnummern aufgeführt, die mit diesen Aktivitäten in Verbindung stehen. Könnten diese Nummern es vielleicht ermöglichen, die Menschen hinter dieser „genialen“ Idee zu identifizieren?
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