Nach Seiberts diplomatischem Scherbenhaufen: Lambsdorffs schwieriges Erbe als Botschafter in Israel

Alexander Graf Lambsdorff folgt Steffen Seibert als deutscher Botschafter in Israel.© WIKIPEDIA; MICHAEL KAPPELER / POOL / AFP

Mit Steffen Seibert verlässt ein deutscher Botschafter Israel, der enge Kontakte zu israelfeindlichen NGOs pflegte, sich als Anwalt der judenfeindlichen „Palästinenser“ inszenierte und selbst nach den tödlichen Hisbollah-Angriffen durch seine obsessive Kritik an Juden in Judäa und Samaria auffiel. Statt islamischen Terror klar zu verurteilen, bediente Seibert die einseitigen Feindbilder deutscher Medien und beschädigte das Vertrauen zwischen beiden Ländern nachhaltig. Sein Nachfolger Alexander Graf Lambsdorff muss nun beweisen, dass deutsche Diplomatie mehr zu bieten hat als moralische Belehrungen, wohlwollende Nachsicht gegenüber der Autonomiebehörde und demonstratives Verständnis für die verbrecherischen Gazaner. Ob ihm dieser Kurswechsel gelingt, entscheidet auch darüber, ob Berlin künftig wieder als verlässlicher Partner Israels wahrgenommen wird. Tritt der FDP-Politiker jedoch in die Fußstapfen des ehemaligen Büchsenspanners der Architektin der fatalen Migrationspolitik von 2015, Angela Merkel, wird sich am schlechten Verhältnis zwischen Berlin und Jerusalem nichts ändern. (JR)

Von Mirjam Lübke

Neuer Botschafter, neues Glück? Im Juli dieses Jahres räumte Steffen Seibert seinen Botschafterposten in Israel – und vor allem in den konservativeren Kreisen der israelischen Politik ging ein Aufatmen durch die Reihen. Der Medien-Mann Seibert stand vor allem linken NGOs nahe und griff damit die Möglichkeit auf, israelische Politik zu kritisieren und dabei eine weiße Weste zu behalten: Gern verstecken sich die Kritiker der „umstrittenen Siedlungspolitik“ und des „Umgangs mit den Palästinensern“ hinter jüdischen Stimmen, welche jene Themen aufgreifen, die dem Westen so immens wichtig sind. Denn „jüdische Kritik“ adelt die eigene und macht sie über den Vorwurf der Fixierung auf die angeblichen Fehltritte der israelischen Regierung erhaben – zumindest glauben die Kritiker das.

Das „Auch Juden sagen das!“-Manöver ist nur zu durchschaubar, auch wenn Organisationen wie „B’Tzelem“ Verbündete wie Seibert zu schätzen wussten. Von ihnen wird er durchaus vermisst, auch wegen seiner guten Kontakte zu den deutschen Medien. Seibert hatte vor seinem Amtsantritt als Regierungssprecher der Merkel-Regierung sieben Jahre lang die „heute“-Nachrichten des ZDF moderiert und war davor auch als Außenreporter in den USA für den Sender tätig gewesen – er kam also aus einem Medienhaus, das – um es diplomatisch auszudrücken – nicht gerade für seine neutrale Berichterstattung über Israel bekannt ist. Man darf wohl durchaus spekulieren, ob die jahrelange Zusammenarbeit mit dem Sender seine Sichtweise geprägt hat.

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