Israels Wirtschaft: Erfindergeist gegen Vernichtungswillen

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Als David Ben-Gurion am 14. Mai 1948 den Staat Israel ausrief, war die Zukunft des jungen jüdischen Staates höchst ungewiss: kein Öl, kaum Rohstoffe, karge Landschaften, feindliche Nachbarn – und von Beginn an islamische Gegner, die Israel von der Landkarte tilgen wollten. Doch gerade unter diesem Druck entstand eine der erstaunlichsten Innovationsgeschichten der Moderne, die ihresgleichen sucht: vom Iron Dome über Mobileye und Riverside bis zu jüdisch geprägten Technologieunternehmen wie Palantir, deren Gründer den Zusammenhang von Sicherheit, Freiheit und technischer Überlegenheit neu vermessen haben. Während viele rohstoffreiche Staaten in Korruption, Misswirtschaft und ideologischer Verkommenheit versanken, setzte Israel auf Bildung, Erfindergeist, Wehrhaftigkeit und die uralte jüdische Kultur des Lernens. Seit 1948 beweist der jüdische Staat, dass Überleben nicht nur eine militärische, sondern auch eine geistige Leistung ist. Israels Wirtschaft ist die Antwort eines von Pogromen und Verfolgung bedrohten Volkes auf den Vernichtungswillen seiner Feinde – und ein Segen für eine Welt, die oft genug von jenen profitiert, die sie politisch im Stich lässt. (JR)

Von Julian M. Plutz

Als David Ben-Gurion am 14. Mai 1948 den Staat Israel ausrief, sprach vieles gegen eine erfolgreiche Zukunft des jungen Landes. Israel verfügte weder über die gewaltigen Erdölvorkommen seiner arabischen Nachbarn noch über große Rohstoffreserven, die automatisch Wohlstand versprochen hätten. Das Land war klein, seine Bevölkerung überschaubar, große Teile seines Territoriums bestanden aus kargen Landschaften und Wüsten. Hinzu kamen Kriege, Terroranschläge, internationale Boykottversuche und die ständige Unsicherheit eines Staates, dessen Existenz von vielen seiner Nachbarn niemals akzeptiert wurde.

Betrachtet man die Geschichte anderer Nationen, wären dies denkbar schlechte Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg gewesen. Viele Länder, die über deutlich mehr natürliche Ressourcen verfügen, Venezuela sei hier als prominentes Beispiel genannt, kämpfen bis heute mit Armut, Korruption oder wirtschaftlicher Stagnation. Israel hingegen entwickelte sich innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer der innovativsten Volkswirtschaften der Welt. Nirgendwo sonst ist die Dichte an Start-ups, Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen gemessen an der Bevölkerungszahl so hoch. Die Frage lautet daher nicht, warum Israel trotz seiner schwierigen Ausgangslage erfolgreich wurde. Die eigentliche Frage lautet, ob gerade diese schwierigen Bedingungen die Ursache seines Erfolges waren.

Wer die Geschichte des jüdischen Volkes betrachtet, erkennt schnell, dass Bildung und Wissen im Judentum seit Jahrtausenden einen außergewöhnlichen Stellenwert besitzen. Während andere Kulturen gesellschaftliches Ansehen oftmals aus Landbesitz, militärischer Stärke oder aristokratischer Herkunft ableiteten, entwickelte sich im Judentum eine Kultur des Lernens. Über Jahrhunderte hinweg konnten Juden ihren Besitz verlieren, vertrieben werden oder gezwungen sein, ihre Heimat zu verlassen. Was ihnen jedoch niemand nehmen konnte, war ihr Wissen.

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