Zwischen Aufstieg und Clan-Kriminalität: Zur Situation der israelischen Araber

Tuba-Zangariyya, eine Beduinenstadt im Nordbezirk Israels. © Ariel Palmon/Creative Commons via Wikimedia Commons.
Die muslimisch-arabische Offizierin Ella Waweya steht beispielhaft für die bemerkenswerten Aufstiegsmöglichkeiten, die der jüdische Staat seinen arabischen Bürgern eröffnet. Hunderttausende israelische Araber haben Schulen, Colleges und Universitäten absolviert und arbeiten heute erfolgreich als Ärzte, Rechtsanwälte, Lehrer, Ingenieure, Hightech-Spezialisten oder Unternehmer; immer mehr dienen freiwillig in der israelischen Armee oder übernehmen Verantwortung in Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen. Diese Karrieren widerlegen die übliche Apartheid-Propaganda der Israel-Feinde und zeigen, wie weit gesellschaftliche Integration gelingen kann. Umso dringlicher muss Israel gegen jene Clanstrukturen, Waffenbanden und patriarchalischen Gewalttäter vorgehen, die den Fortschritt der arabischen Gemeinschaft bedrohen und ihre erfolgreichen Angehörigen in Geiselhaft nehmen. (JR)
Die neue Sprecherin der israelischen Armee in arabischer Sprache ist Lieutenant Colonel Ella Waweya, eine muslimische Araberin aus der Stadt Qalansawe im Zentrum Israels, nicht weit vom Küstenort Ceasarea am Mittelmeer, wo auch Benjamin Netanyahus Villa liegt. Qalansawe wurde nach dem Sieg der Mamelucken 1265 auf den Trümmern einer zerstörten Kreuzfahrerfestung errichtet, deren Trümmer noch hier und da aus dem Wüstensand ragen. Die heutige Bevölkerung, durchweg arabisch, gilt als strenggläubig muslimisch.
Ella ist 36 Jahre alt, trägt ihr schwarzes Haar offen und schulterlang, sie lackiert ihre Fingernägel und ist vermutlich, in den wenigen Stunden außerhalb ihrer israelischen Offiziersuniform, nach der neuesten westlichen Mode gekleidet. Ihr Wunsch, Journalistin zu werden, so erklärte sie in einem Interview, entstand aus Empörung über die anti-israelische Berichterstattung des in Qatar ansässigen Senders Al-Jaseera während der Intifada um 2001, als sie 12 Jahre alt war und begann, sich mit Israel, dem Land in dem sie geboren wurde und aufwuchs, zu identifizieren. Nach der Schule studierte sie Kommunikationswissenschaften an einem israelischen College und kritisierte in einer öffentlichen Diskussion die Wehrdienstverweigerung ultraorthodoxer Juden – sie als Araberin, erklärte sie, würde gern ihr Land verteidigen. Wenige Tage später wurde zu einem Gespräch in die Presse-Abteilung der israelischen Armee eingeladen, kurz darauf trat sie in die Armee ein und kämpfte als Soldatin im Gaza-Krieg 2014.
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