Jom-Kippur-Krieg 1973: Verwundet, aber siegreich

Durch die gemeinsame Anstrengung des israelischen Volkes gelang es, die arabischen Aggressoren abzuwehren. (Israelische Soldaten während der Schlacht von Ismailia).© Israel Haramati/WIKIPEDIA

Am 6. Oktober 1973 überfielen Ägypten und Syrien den jüdischen Staat ausgerechnet am Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag - wie schon 1967 sollte Israel von seinen Nachbarn ausgelöscht werden. Im Süden griffen ägyptische Truppen auf Befehl ihres Präsidenten Anwar el Sadat israelische Stellungen im Sinai an, im Norden attackierte der syrische Präsident Hafiz al-Assad den Golan, den Israel 1967 im Sechstagekrieg erobert hatte. Der Überraschungsangriff der Araber ereilte die israelische Führung unter Ministerpräsidentin Golda Meir nahezu unvorbereitet. Der Jom-Kippur-Krieg dauerte bis zum 25. Oktober und kostete bis zu seiner Abwehr fast 3000 israelische Soldaten das Leben. Ohne den Mut, die Professionalität und das militärische Talent der damaligen israelischen Führung und des Militärs hätte es keinen Sieg in diesem Krieg gegeben. Die Wahl des Datums war kein Zufall, sondern Kalkül: Man überfällt die Juden, wenn sie beten. Genau fünfzig Jahre später wiederholte sich dieselbe Berechnung — der Massenmord vom 7. Oktober 2023 fiel auf Simchat Tora, das Fest der Tora-Freude. Geändert hat sich nur, dass 1973 reguläre Armeen antraten und 2023 eine Mörderbande, die sich an Zivilisten vergriff. Das Ziel ist seit 1948 dasselbe geblieben. (JR)

Von Redaktion

Am Nachmittag des 6. Oktober 1973 zerriss der Klang der Sirenen die Stille von Jom Kippur. Das öffentliche Leben in Israel ruhte, die Straßen waren leer, viele Menschen fasteten und beteten in den Synagogen. Um 14 Uhr eröffneten Ägypten und Syrien nahezu gleichzeitig den Angriff: Im Süden überquerten ägyptische Truppen den Suezkanal, im Norden stießen syrische Panzerverbände auf den Golanhöhen vor. Der Krieg, den die Israelis später „Milchemet Jom Kippur“, die Araber hingegen Oktober- oder Ramadan-Krieg nannten, begann an dem Tag, an dem der jüdische Staat besonders verwundbar schien.

Der Hamas-Überfall vom 7. Oktober 2023 rief fast genau fünfzig Jahre später die Erinnerung an dieses Trauma zurück. Die beiden Angriffe unterscheiden sich in Gegner, Dimension und militärischem Verlauf. Doch die quälenden Fragen ähneln einander: Warum wurden Warnzeichen nicht richtig gedeutet? Wie konnte ein Gegner die israelischen Verteidigungslinien durchbrechen? Und weshalb hielt eine Führung so lange an einem beruhigenden Lagebild fest, obwohl die Wirklichkeit ihm bereits widersprach?

Der Zeitpunkt war mit Bedacht gewählt. Für Ägypten und Syrien ging es um die Gebiete, die sie im Sechstagekrieg von 1967 verloren hatten: die Sinai-Halbinsel und die Golanhöhen. Israel hatte damals innerhalb von sechs Tagen einen überwältigenden Sieg errungen. Dieser Triumph hatte dem Land Sicherheit gegeben, aber auch eine gefährliche Gewissheit erzeugt: dass die arabischen Armeen ohne ausreichende Luftstreitkräfte und ohne die Fähigkeit, tief in israelisch kontrolliertes Gebiet vorzudringen, keinen neuen Krieg wagen würden.

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