Israel wählt am 27. Oktober: Wer Netanjahu herausfordert – und worum es 2026 wirklich geht

Wer wird nach den Wahlen stärkste Partei in der Knesset?
© WIKIPEDIA; MICHAEL KAPPELER / POOL / AFP

Am 27. Oktober wählen die Israelis erstmals seit dem mörderischen Überfall der Terror-Bande aus Gaza vom 7. Oktober 2023 eine neue Knesset. Im Zentrum der Abstimmung stehen Israels künftige Sicherheitsstrategie und die politische Zukunft Benjamin Netanjahus. Über die Sicherheit dieses Staates entscheiden allein seine Bürger — und sie wissen, wen sie vor sich haben: einen Mann, der Israel in siebzehn Amtsjahren zu militärischer Stärke, wirtschaftlicher Macht und internationalem Gewicht geführt hat und der dafür mit einem Maß an Schmutz beworfen wird, wie es kaum ein westlicher Regierungschef je ertragen musste. Er ist der einzige Regierungschef einer Demokratie, gegen den der Internationale Strafgerichtshof je einen Haftbefehl erlassen hat — betrieben von einem Chefankläger, der inzwischen selbst wegen sexueller Übergriffe beurlaubt ist. Assad blieb unbehelligt, die Mord-Mullahs bleiben es, Pjöngjang ebenso. In Deutschland vergeht kein Tag, an dem Netanjahu nicht dämonisiert wird; unsere Politik hält größeren Abstand zum Regierungschef der einzigen Demokratie des Nahen Ostens als zu jedem beliebigen Diktator dieser Erde. Dabei führt dieses Land seit seiner Gründung einen Krieg, in dem es um nichts Geringeres geht als um seine Existenz — und es ist das einzige Land der Welt, dem man nicht erlaubt, ihn zu gewinnen. Wer sich unter diesen Bedingungen trotzdem dem Votum seines Volkes stellt, während Mahmud Abbas seine vierjährige Amtszeit von 2005 inzwischen ins zweiundzwanzigste Jahr streckt, hat es verdient, wiedergewählt zu werden. Und wenn der Chor aus woken, grünen und linken Stimmen, aus tanzenden Neuköllner Mordfreunden und den Gesinnungsmedien, die beiden den Takt vorgeben, dagegen aufheult, dann ist das kein Beweis gegen Netanjahu, sondern der schlagendste Beweis für seine Wirksamkeit. (JR)

Von Redaktion Jüdische Rundschau

Am 27. Oktober 2026 wählen die Israelis ein neues Parlament. Es ist die erste Knesset-Wahl seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 und den darauffolgenden Kriegen und militärischen Auseinandersetzungen in Gaza, im Libanon und mit dem Iran. Entsprechend ungewöhnlich hoch ist die politische Bedeutung dieser Abstimmung: Neben klassischen Fragen zu Wirtschaft, Religion und Staat geht es vor allem um die Verantwortung für das Versagen vom 7. Oktober, die künftige Sicherheitsstrategie des Landes und die Frage, wer nach Jahren unter Benjamin Netanjahu die nächste Regierung führen kann. Der Wahltermin 27. Oktober wurde im Juli endgültig beibehalten.

Die Wahl findet zudem in einer Parteienlandschaft statt, die sich noch wenige Wochen zuvor erheblich verändert hat. Die Kandidatenlisten mussten bis zum 8. September beim Zentralen Wahlausschuss eingereicht werden. Damit stehen die wichtigsten Bündnisse nun fest: Gadi Eisenkots Yashar tritt eigenständig an, Naftali Bennett und Yair Lapid gehen gemeinsam ins Rennen, drei arabisch dominierte Parteien haben die Gemeinsame Liste wiederbelebt, und auch auf der politischen Rechten entstanden neue Bündnisse und Parteien.

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