KOLUMNE DES HERAUSGEBERS DR. R. KORENZECHER

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

zunehmende bestätigende Resonanz und wachsende Leserzahlen im In- und Ausland geben uns Anlass zur Genugtuung und machen der Redaktion und mir Mut, unsere Stimme allem bigotten und verlogenen Geschrei des unduldsamen linken Meinungskartells zum Trotz auch weiterhin vernehmlich, konsequent und kompromisslos gegen jede Form des Antisemitismus, und für die Verteidigung und den Erhalt unserer freiheitlich-demokratischen, westlichen Lebenswelt zu erheben.

Für die uns hierbei zuteil gewordene Sympathie und Bestärkung danken wir allen unseren Lesern, Unterstützern und Freunden auf das Herzlichste. Ihren vielfachen Zuspruch sehen wir als unsere vorrangige Verpflichtung an.

Die selbst in schlimmsten Albträumen nicht angedachten islamischen entmenschten Terrormorde und Enthauptungen bei Paris, in Nizza, in Lyon und gerade jetzt an der Synagoge von Wien, bei denen sich ein seit 1945 nicht mehr erlebter Tsunami ungehemmt offenkundig gewordener Rechtsverachtung und unverhohlenen Judenhasses ergoss, erlauben uns nicht, auch nur einen Augenblick abzulassen, den – aller Verfolgung und Anfeindung zum Trotz – untrennbaren positiven Beitrag des Judentums zu unserem gemeinsamen wertvollen abendländischen Erbe darzulegen.

Der gesamte, von uns heute gelebte und geliebte freiheitliche Lifestyle, unsere geistigen Errungenschaften, unsere Philosophie, unsere politische Kultur, unsere Musik, unsere Literatur, unsere moderne Medizin und unser wissenschaftlicher Fortschritt in fast allen Bereichen wären nicht denkbar ohne dieses gemeinsame Erbe, das mit großer Entschlossenheit gegen alle, den hiesigen Mainstream gegenwärtig leider wieder zunehmend dominierenden antijüdischen Vorbehalte und Anfeindungen geschützt werden muss.

In diesem Sinne verstehen wir auch unsere diesjährige Novemberausgabe, zu der wir uns wieder Ihr wichtiges, konstruktives Interesse wünschen.

Auch wenn der Monat November in unseren Breiten insgesamt ein eher von elegischer Stimmung getragener Herbstmonat ist und nicht wenige, meist dieser Stimmung entsprechende Gedenktage aufweist, so beinhaltet er doch gerade in der neueren Geschichte Tage der Erinnerung an Ereignisse, die sowohl für Deutschland als auch für die Juden von schicksalhafter Bedeutung sind und maßgeblich zur heutigen politischen Situation beigetragen haben.

Der 29. November 1947 ist der Tag der Resolution 181 (II), in der sich die UNO mit überwältigender Mehrheit für eine Teilung des damaligen britischen Mandatsgebietes und die langersehnte Wiederentstehung eines jüdischen Nationalstaates auf einem Teil des alten jüdischen Territoriums aussprach. Dieser Tag ist damit die eigentliche Geburtsstunde des modernen demokratischen Staates Israel.

Für Deutschland, aber auch für die deutschen und europäischen Juden schicksalhaft sind jedoch auch unfraglich die historischen Ereignisse, die jeweils koinzident auf den 9. November fielen und von denen außer dem auch vom US-republikanischen Präsidenten Ronald Reagan ermöglichten Mauerfall von Berlin insbesondere die schrecklichen Ereignisse des 9. November 1938 hervorzuheben sind.

Der Hoffnungsfunke, den vor 102 Jahren die Abdankung des deutschen Kaiserreichs und das Ausrufen einer Republik Deutschland am 9. November 1918, und zwei Tage später am 11. November 1918 das offizielle Ende des schrecklichen Ersten Weltkriegs mit über 17 Millionen Todesopfern, davon allein 12.000 für das deutsche Kaiserreich gefallenen Juden, in dem geschundenen Europa für einige wenige Jahre aufkeimen ließ, wurde sehr bald wieder zertreten.

Er wurde brutal zertreten von der durch Deutschland selbsterwählten braunen Nazi-Herrschaft, dem antisemitischen Terror der Pogromnacht des 9. November 1938 und der folgenden Ermordung von sechs Millionen europäischen Juden durch deutsche Nazischergen und ihre bereitwilligen Helfer aus unterschiedlichen Nationen.

Im diesem November jähren sich die schrecklichen Ereignisse von damals zum 82. Mal.

Angesichts der unvorstellbaren, von unserer links jeder Vernunft eine für unseren Rechtsstaat und unsere Demokratie suizidale, offensichtlich von dem letzten Funken gesunden Menschenverstandes verlassene Islamisierung unseres Landes und ganz Westeuropas zulassende Politik wird auch uns wie einstmals den Zeitgenossen der Pogrome von 1938 zur Rechtfertigung unseres Handelns vor den nachkommenden Generationen zwingen.

 

Die Fragen der Enkel und Urenkel

Auch wir werden uns die Frage von unseren Enkeln und Urenkeln gefallen lassen müssen:

Wo wart ihr und was habt ihr getan, als in unserem Lande und in Westeuropa friedliche Menschen auf Weihnachtsmärkten, auf Veranstaltungen oder beim friedlichen Feiern ermordet wurden, als man unschuldige Menschen auf unseren Straße mit Macheten niedermetzelte, Lehrer köpfte, vor unseren Synagogen mordete und zufällige Passanten nahezu täglich in Fußgängerzonen und in unseren Verkehrsmitteln mit Messern verletzte und tötete?

Wo wart ihr als man Mädchen und junge Frauen-Gruppen in nicht gekannter Häufigkeit und Brutalität vergewaltigte, Ex-Ehefrauen und ehemalige Freundinnen abschlachtete und Schwule tötete?

Wo wart ihr und was habt ihr getan als man wieder jüdische Schüler von deutschen Schulen mobbte und prügelte, als man Rabbiner und an ihrer Kleidung als Juden erkennbare Menschen auf offener Straße anspuckte, anpöbelte, beschimpfte, körperlich angriff und verletzte?

Wo waren wir alle und was haben wir getan als Teile unserer politischen Vertretung wieder zum Kaufboykott jüdischer Waren aufforderten, als die Polizei gegen das Schwenken von Israel-Fähnchen einschritt und man bei Hass-Demos gegen Israel vor den nahezu untätigen Augen der Staatsgewalt wieder ungehindert Juden den Tod wünschen und „Juden ins Gas“ grölen durfte?

Wo waren wir und was haben wir getan als Juden sich zunehmend einem entwürdigenden Identitäts-Mimikry unterwerfen mussten, um nicht als Juden erkannt und angegriffen zu werden, als No-Go-Areas für Juden zusehends wieder Normalität in unseren Städten wurden und Juden sich dran machten Westeuropa und dieses Land zu verlassen, weil sie hier keine Zukunft mehr für sich und ihre Kinder sahen.

© AFP

Werden wir zumindest einräumen, dass wir opportunistisch, angepasst und feige zu all dem geschwiegen haben? Das gilt auch für einen nicht unerheblichen Teil unserer sehr einseitig erblindeten offiziellen jüdischen Funktionäre, die sich ohne Scham und Rückgrat bei unserer all dies verantwortenden Politik anbiedern und sich als jüdisches Alibi für das Versagen unserer Politik andienen.

 

Die eigene Feigheit zugeben?

Werden wir zugeben, dass wir brav, schmerzunempfindlich, bequem und unbeirrt diejenigen weiter an der Macht belassen haben, die unser Land mit absurden, bereits im letzten Jahrhundert grandios gescheiterten linken Spinnereien und Systemchange-Fantasien durch den Neu-Einlass und durch verantwortungslos-suizidale Duldung dem Krebsfraß eines sich hier nahezu ungehindert breit machenden eingeschleppten, islamisch-atavistischen Männlichkeitswahns, islamischen Rassismus eines durch nichts zu rechtfertigenden intoleranten religiösen Superioritätsanspruchs sowie fundamentaler Rechtsverachtung ausgesetzt haben und damit, obwohl nicht eingestanden, last but not least besonders durch den massiven Neuimport gewalttätigen Judenhasses auch der bereits bestehende tradierte Antisemitismus verstärkt reaktiviert wurde?

Werden auch wir wieder sagen, wir haben das alles nicht gesehen und nicht gewusst?

Oder was werden wir – und falls wir es nicht mehr können – was wird die Geschichte unseren Nachfahren zu unserem Versagen antworten?

Dem großartigen, mutigen und unermüdlichen Kämpfer für unseren freiheitlichen westlichen Lifestyle und unsere westlichen Lebenswerte, dem aufrechten Freund Israels und der Juden, Präsident Donald Trump, wünschen wir ebenso wie uns seine verdiente und für uns alle substantielle Wiederwahl als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Israel, dem gesamten jüdischen Volk, unseren Lesern und uns allen vor allem Gesundheit in diesen ungewöhnlichen Zeiten von Corona und alles erdenklich Beste

 

Dr. Rafael Korenzecher

 

i.A. S. Akstinat

Chefredakteur Jüdische Rundschau

 

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