Der moralische Bankrott des Eurovision Song Contest

Der Eurovision Song Contest bietet Israelhassern eine internationale Bühne.© FABRICE COFFRINI_AFP

Der Eurovision Song Contest steht exemplarisch für eine europäische Doppelmoral, in der Israel systematisch angeprangert wird und wo „Frieden“ nur gilt, solange es nicht um jüdische Selbstverteidigung geht. Früher boykottierten Nazis jüdische Geschäfte mit „Kauft nicht bei Juden“ – heute heißt es „Singt nicht mit Israel“. Irland, die Niederlande, Slowenien, Spanien und Island haben kürzlich entschieden, den ESC im Jahr 2026 zu boykottieren. Gleichzeitig hat der österreichische grün-linke Staatssender ORF entschlossen, Buh-Rufe und sogenannte „Palästina“-Flaggen zuzulassen. Dieser Pseudo-Moralismus und selektiver Pazifismus sind typisch für eine im Kern degenerierte selbsternannte Friedensbewegung. (JR)

Von Julian M. Plutz

Manchmal muss man im Leben Haltung zeigen. Dabei ist jedoch nicht jene „Haltung“ gemeint, wie sie etwa Georg Restle propagiert, bei der Journalismus in politischen Aktivismus übergeht und den Anspruch erhebt, die Bevölkerung zu belehren. Gemeint ist vielmehr echte Haltung: im richtigen Moment das Richtige zu tun und dafür Verantwortung zu übernehmen. Die Wahrhaftigkeit hinter einem wahren Wort misst sich allein daran, ob nach dem korrekten Satz auch eine entsprechende Handlung folgt. Bleibt sie aus, so bleibt man ein Heuchler. Kommt man dem Wahren nach, so hat man moralisch korrekt gehandelt.

So tat es beispielsweise Wolfgang Clement. Der ehemalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident und spätere „Superminister“ im Bund geriet 2008 in einen erbitterten innerparteilichen Konflikt, als er Andrea Ypsilanti, die SPD-Spitzenkandidatin in Hessen, öffentlich kritisierte. In einem Artikel in „Die Welt“ vom 21. Januar 2008 bezeichnete er sie als „unzuverlässig“ und attackierte ihre Pläne für eine Linkskoalition mit der Mauerschützenpartei „Die Linke“, was als Sabotage der eigenen Partei gewertet wurde. Es folgte ein Sturm der Entrüstung: SPD-Mitglieder wie Ralf Stegner forderten seinen Ausschluss und warfen ihm vor, „dauernd aufs eigene Tor zu schießen“. Die Schiedskommission der NRW-SPD prüfte einen Parteiausschluss, und obwohl die SPD-Führung unter Kurt Beck zunächst hinter ihm stand und ihn behielt, fühlte sich Clement zunehmend unwürdig behandelt. Nach monatelangem Hin und Her trat er schließlich am 25. November 2008 nach 38 Jahren Mitgliedschaft aus der SPD aus, um seine Integrität zu wahren.

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