70 Jahre Reparationsabkommen Deutschland-Israel

Menachem Begin protestiert gegen den Abschluss des Abkommens, März 1952© WIKIPEDIA

Mit dem „Luxemburger Abkommen“ 1952 erklärte sich Deutschland unter internationalem Druck bereit, die Verantwortung für die NS-Verbrechen zu übernehmen und einigte sich mit Israel über Entschädigungszahlungen für sechs Millionen ermordete Juden. Das Abkommen wird heute gemeinhin als Beginn der deutsch-israelischen Beziehungen bezeichnet, doch die Verhandlungen mit dem „Volk der Täter“ stellten auch Israel, das Heimat für einen Teil der viel zu wenigen Shoah-Überlebenden geworden ist, vor eine innenpolitische Zerreißprobe. (JR)

Von Maya Buenos

Vor 70 Jahren, sieben Jahre nach dem Holocaust und vier Jahre nach der Gründung des Staates Israel, erlebte die Regierung des jungen jüdischen Landes die erste und vielleicht schwerste Spaltung in seiner Geschichte. Grund war die Unterzeichnung eines Vertrages mit Nachkriegsdeutschland über die Zahlung von Reparationen um den bis heute gestritten wird: Viele glauben, dass die Bundesrepublik Deutschland davon profitiert hat und Israel immer noch Zahlungen schuldet. Ist dieses Abkommen ein Rettungsanker oder eine Schande für Israel?

Im Rahmen einer am 10. September 1952 im Luxemburger Rathaus unterzeichneten Vereinbarung verpflichtete sich die bundesdeutsche Regierung, Israel eine Entschädigung in Höhe von fast 3,4 Milliarden DM zu zahlen, was etwa 880 Millionen Dollar entspricht. David Ben-Gurion befahl Goldman, Konrad Adenauer dazu zu bringen, Israels Anspruch zuzustimmen, der im März 1951 als Grundlage für Verhandlungen eingereicht wurde: Israel forderte etwa 1,5 Milliarden Dollar von der Bundesrepublik Deutschland. Am 10. Dezember übergab Goldman Ben-Gurion ein vom Kanzler unterzeichnetes Genehmigungsschreiben, auf dessen Grundlage das Thema bei der Regierung besprochen wurde.

Der Historiker Tom Segev, Autor des Buches "Die siebte Million" und Ben-Gurions Biographie "Der Staat um jeden Preis", erklärt, dass die Möglichkeit, Reparationen von Deutschland zu verlangen, bereits vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs in der Jewish Agency diskutiert wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg war Deutschland bereits wieder aufgebaut worden, so dass die Anwälte des Yishuv glaubten, dass sie nach einer Niederlage Deutschlands in der Lage sein würden, eine ähnliche Forderung einzureichen. „Im einleitenden Teil des Abkommens hieß es, dass Deutschland die Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes nicht dulden werde und äußerte den Willen, die dadurch verursachten Schäden im Rahmen seiner Möglichkeiten wiedergutzumachen“, erklärt Segev. „Aber Deutschland hat nicht sofort Reue gezeigt. Adenauers historische Erklärung vor dem Bundestag im September 1951, die größtenteils in Jerusalem verfasst wurde, sprach nicht von einem Schuldeingeständnis, sondern von einer Übernahme von Verantwortung.“

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