Immer der Beste sein! – Interview mit Israels Pilot und Fliegerlegende Giora Romm

Das legendäre Flieger-Ass der israelischen Luftwaffe erinnert sich an seine Zeit als Kampfpilot und Kriegsgefangener in Ägypten.

Giora Romm
© Wikimedia Commons

„Während meiner gesamten Gefangenschaft konnte ich den Zustand meiner Gedanken mit zwei Worten beschreiben: Einsamkeit und Angst, Angst und Einsamkeit. Es ist unmöglich, denen, die sie noch nie in ihrer schärfsten, heftigsten Form erlebt haben, zu erklären, was das bedeutet. Um sie auszugleichen, waren zwei weitere Worte nötig – Mut und Selbstdisziplin.“

Das ist ein Ausschnitt aus dem Buch „Einsamkeit“, dessen Autor Giora Romm, das legendäre Flieger-Ass, in ägyptische Gefangenschaft geriet, diese wie durch ein Wunder überlebte und später zum Dienst zurückkehrte, in den Rang eines Generals aufstieg, und dann die höchsten Ämter in der israelischen Luftfahrt und im Staatsdienst bekleidete.

Zu den Verdiensten Romms zählen fünf im Sechstagekrieg abgeschossene MiGs (drei ägyptische und zwei syrische). Dieser Mann ging durch die Hölle, schaffte es aber, seine Kräfte zu sammeln, ins Leben zurückzukehren, wieder am Steuer eines Flugzeugs zu sitzen und abzuheben.

„Es gibt viele Aspekte der Gefangenschaft, aber der wichtigste ist die Einsamkeit“, erzählt mir Giora. Ich habe noch nie echte Helden aus der Nähe gesehen. Wir sitzen in einem Café, lachen, trinken gekühlten Kaffee und plaudern wie beste Freunde. In Gefangenschaft erlitt er schwere Verletzungen. Nach drei Monaten Gipsverband in einem ägyptischen Gefängnis musste das Bein buchstäblich Stückchen für Stückchen zusammengesetzt werden, und der Arm streckt sich immer noch nicht am Ellenbogen. Er setzt sich bequem auf, streckt sein verkrüppeltes Bein aus und beginnt zu sprechen.

 

JÜDISCHE RUNDSCHAU: Hatten Sie von Ihrer Führung irgendwelche Anweisungen zum Verhalten in Gefangenschaft bekommen?

Giora Romm: Nein, es gab keine besonderen Anweisungen, nur allgemeine Regeln für alle im Dienst. Heute werden in Kampf- und Spezialeinheiten gezielte Übungen für den Fall einer Gefangennahme durchgeführt. Diese gab es zu unserer Zeit nicht. Also musste ich mich auf meinen gesunden Menschenverstand verlassen. Ich war einer der wenigen, die anfingen, offen darüber zu sprechen. Oft tragen ehemalige Kriegsgefangene diese Erfahrungen mit sich herum. Ich habe mich von Anfang an für eine andere Position entschieden. Als ich dann mit den Armeepsychologen sprach, war mir bereits klar, dass sie grundsätzlich keine Empfehlungen zum Verhalten in Gefangenschaft geben konnten: das muss man erlebt haben, um es zu wissen.

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