David Sompolinsky: Held der dänischen Judenrettung stirbt mit 100 Jahren

Die Rettung eines Großteils der dänischen Juden vor den Nationalsozialisten ist legendär. Daran beteiligte sich maßgeblich auch der jüdische Mikrobiologe David Sompolinsky, der nun mit 100 Jahren in Israel gestorben ist.

Der Mikrobiologe David Sompolinsky


(Israelnetz) Er war nicht nur ein bekannter Mikrobiologe, sondern half auch während des Zweiten Weltkrieges bei der Evakuierung von Juden aus dem besetzten Dänemark. In der vergangenen Woche ist David Sompolinsky in Bnei Brak bei Tel Aviv gestorben. Er wurde 100 Jahre alt.

David Sompolinsky kam am 6. August 1921 in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen zur Welt. Seine Eltern stammten ursprünglich aus Polen. In Kopenhagen studierte er später Tiermedizin.

 

Wollte Dänemark erst verlassen, wenn alle Juden gerettet sind

Als die Nationalsozialisten am 9. April 1940 in Dänemark einmarschierten, wurde es zunächst ein Protektorat. Doch dies endete im August 1943. Ab diesem Zeitpunkt waren Juden in dem nordeuropäischen Land nicht mehr sicher. Sompolinsky wollte etwas zu ihrem Schutz tun. Mit dem nichtjüdischen Lehrer Aage Bertelsen gründete er die Lynby-Gruppe. Sie rettete etwa 700 Juden, indem sie diese versteckte und nach Schweden schmuggelte. Da sich viele Dänen an dieser Form des Widerstandes beteiligten, konnten insgesamt 7.220 der 7.800 Juden evakuiert werden. Damit überlebten 90 Prozent der dänischen Juden die Schoah.

Obwohl Sompolinsky selbst gefährdet war, beteiligte er sich an den Rettungsaktionen. Bertelsen schrieb später in seinem Buch „Oktober ‘43“: „Ich wusste, dass jeder Versuch, ihn zur Flucht zu überreden, zum Scheitern verurteilt war. Denn er hatte beschlossen, Dänemark nicht eher zu verlassen, als bis alle Juden, die seine Hilfe brauchten, in Sicherheit gebracht wären.“

Ein deutscher Diplomat warnte die Juden vor geplanten Razzien der Nazis. Und so fielen auf Anweisung des Rabbiners am Neujahrsfest Rosch HaSchanah die Gottesdienste der Kopenhagener Hauptsynagoge aus. Sompolinsky fuhr mit einem Fahrrad von Haus zu Haus, um Juden auf die drohende Gefahr aufmerksam zu machen. Das erzählte seine Schwiegertochter Elischeva Sompolinsky im Gespräch mit der Onlinezeitung „Times of Israel“.

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