Wie stets in der Geschichte ist Antisemitismus auch immer eine Geschichte von Hass und Neid

Hass und Missgunst gegen den erfolgreichen jüdischen Staat Israel teilt die islamische Welt mit linken Extremisten, die dem Westen insgesamt feindselig gegenüberstehen. Ein Europa, aus dem heute Juden als Minderheiten fliehen müssen, hat im Grunde schon kapituliert und seine freiheitliche Lebensweise aufgegeben (JR).

Bildung gehört zum jüdischen Ideal: Israel ist auf vielen Forschungsgebieten Spitzenreiter.© JACK GUEZ / AFP

Von Heinz Theisen

Der Judaist Peter Schäfer kennzeichnet die ständige Ambivalenz zwischen der Angst vor den Juden und dem Hass auf die Juden als das unsterbliche Haupt der Hydra des Antisemitismus. Dieser wachsen bekanntlich immer neue Köpfe nach, sobald alte abgeschlagen werden.

Seltsam und einzigartig ist die Vielzahl der Feindschaften, die dem Judentum über seine ganze Geschichte hinweg und heute wieder – allerdings heute nicht mehr aus dem Christentum – entgegengebracht werden. Sowohl Links- als auch Rechtsextremisten, vor allem aber religiöse Extremisten sind bei allen Gegensätzlichkeiten einander in einer Hinsicht verbunden: in der Feindschaft gegenüber dem Judentum. Konkret, gegenüber dem jüdischen Staat Israel, aber auch gegenüber Juden in aller Welt.

Seltsam asymmetrisch die Perspektiven, mit denen dabei etwa die Vertreibung der Juden aus der arabischen Welt, die kaum bekannt zu sein scheint, und die andauernde Empörung über die Vertreibung von „Palästinensern“ aus Israel im Rahmen des Krieges von 1948 gesehen werden, übrigens keine Vertreibung der, sondern von „Palästinensern“, denn immerhin leben 1,6 Millionen im heutigen Israel – als israelische Staatsbürger.

In den letzten Jahren ist der Antisemitismus trotz dessen zeitweiliger Tabuisierung nach dem Holocaust auch in Europa größer, gefährlicher und offener geworden. In Frankreich verlassen jüdische Mitbürger bereits scharenweise das Land, um in Israel Sicherheit zu suchen. Auch wenn es vereinzelte Reste des alten rechtsextremen Antisemitismus gibt: Schon mit bloßem Auge sichtbar und kaum mehr zu leugnen ist, welchem Kulturmilieu der neue Gefährder-Schub entstammt.

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