Die grassierende Gewalt zwischen und unter Arabern in Israel

Die inner-arabische Gewalt lässt die westlichen Journalisten kalt – denn sie lässt sich nicht gegen die Juden instrumentalisieren. Faktisch aber sind es die arabischen Führer, die unfähig sind Gewaltlosigkeit unter den Arabern herbeizuführen und dieses größte Problem ihrer teilweise gegeneinander fanatisierten Anhänger zu lösen (JR).

Der Knesset-Abgeordnete Mansour Abbas, Vorsitzender der arabischen Partei, die an Israels Regierungskoalition beteiligt ist© Abir Sultan / AFP

Von Yonatan Shay

Es besteht kein Zweifel, dass eine der größten Herausforderungen Israels in den letzten Jahren die Gewalt innerhalb der arabischen Bevölkerung Israels ist. Im Laufe der Jahre nahm diese Gewalt stetig zu. Manche meinen jedoch, dies sei vorrangig ein internes Problem der arabischen Minderheit.

Die Araber stellen 2020 mit etwa 2 Millionen Bürger den zweitgrößten Anteil im Land nach den Juden. Zu den israelischen Arabern zählen Einwohner des Landes Israel aus der Zeit des britischen Mandats und deren Nachkommen. Sie sind am Ende des Unabhängigkeitskrieges von 1948 im Staat Israel geblieben. Der jüdische Bevölkerungsanteil Israels nennt sie „israelische Araber“, während sie selbst sich oft als „Araber von 1948“ oder als „palästinensische Israelis“ bezeichnen. In den deutschen Medien werden sie manchmal „israelische Araber“ und manchmal „israelische Palästinenser“ genannt (je nach Agenda der Zeitung und des Reporters). Die überwiegende Mehrheit von ihnen sind sunnitische Muslime. Unter ihnen gibt es auch eine christliche Minderheit.

Sie sind Bürger mit gleichen Rechten. Das Gesetz und die Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel beinhalten einen Aufruf an diese arabischen Bewohner, den Frieden aufrechtzuerhalten und sich am Aufbau des Staates zu beteiligen. Ihnen wurden Gleichberechtigung und eine Vertretung in den staatlichen Institutionen versprochen. Nach der Gründung des Staates betrachtete die jüdische Mehrheit sie jedoch als Bedrohung, weil sie mit jener ethnischen Gruppe verbunden waren, die in diesem Krieg versucht hatte, den jüdischen Staat zu zerstören und das Ziel des Holocaust im Dritten Reich zu vollenden. Der Oberste Führer der Araber im Land Israel war Haj Amin al-Husseini. Er war ein enger Verbündeter Hitlers und betrieb die Auslöschung der Juden im Mandatsgebiet Palästina. Im Laufe der Zeit änderten sich die Umstände. Die israelischen Regierungen engagierten sich, die Araber in die Gesellschaft zu integrieren und in einen Bestandteil der israelischen Gesellschaft zu verwandeln. Aber die Bemühungen trugen nur geringe Früchte. Interne Herausforderungen hindern die Araber daran, vorwärts zu schreiten und sich einzugliedern.

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