Das schädliche Chamäleon: Der grüne Farbwechsel der CDU-Kanzlerin

Als erfahrene Choreografin der eigenen Persönlichkeit wusste Angela Merkel stets, dass ihr grüner Farbwechsel beim Publikum am besten verfängt. Aber was an Substanz bleibt nach 16 Jahren? Nichts außer einer Aushöhlung der bürgerlichen Mitte und der tiefgehenden Spaltung der Gesellschaft (JR).

© Christof STACHE / AFP

Von Oliver Zimski

Kanzlerkandidat Armin Laschet hat neulich einen Skandal ausgelöst, der ihn die Kanzlerschaft kosten könnte, weil er im Hintergrund lachte, während Bundespräsident Steinmeier eine Rede für die Flutopfer hielt. Der amtierenden Kanzlerin hätte ein solcher Fauxpas nicht passieren können, denn ihre größte Stärke ist die Selbstkontrolle, die sie benötigt, um der Öffentlichkeit die verschiedenen Fassaden ihres Charakters überzeugend präsentieren zu können. Als erfahrene Choreografin der eigenen Persönlichkeit weiß sie, dass die Rolle der Kümmerin beim Publikum am besten verfängt, vorausgesetzt, das Stück nützt ihrer Agenda (hier: Klimawandelpolitik). Ihren Besuch im Flutgebiet absolvierte sie daher mit dauerbetroffener Miene, außerdem spendete sie einen denkwürdigen Satz: „Die deutsche Sprache kennt kaum Worte für diese Verwüstung.“

Einen Satz, der – wie wir sehen werden – auch auf andere Bereiche ihres Zuständigkeitsgebiets anwendbar ist.

 

Wie es anfing

Das Chamäleon hatte sich ein Naturschutzgebiet ausgeguckt, wo es keine natürlichen Feinde gab, dafür freie Auswahl an Nahrung. Es erklomm einen Sandhügel auf der großen Feuchtwiese, nahm das schillernde Farbenspektrum des Regenbogens an, wartete, bis die dort lebenden Insekten sich vorsichtig genähert hatten und hielt eine kurze Rede folgenden Inhalts: „Ich bin Kamelia, möchte hier leben und mit allen befreundet sein!“

Die Insekten berieten sich.

„Wie wunderschön sie funkelt!“, staunte der Weberknecht.

„Sie sieht aus wie unsere große Schwester“, meinte die Heuschrecke, „nur viel bunter.“

„Wer bist du?“, fragte die Fliege.

„Einfach eine von euch“, erwiderte Kamelia.

„Wie bescheiden sie ist!“, fand die Libelle. Auch Ameisen, Kellerasseln und Regenwürmer waren angetan. Nur der alte Mistkäfer hatte wieder einmal etwas zu meckern. „Der Freund aller ist niemandes Freund!“, brummte er. Doch niemand schenkte ihm Gehör, und so beschloss die Vollversammlung der Insekten, dass das Chamäleon den hohlen Baumstamm am Tümpel beziehen dürfe.

 

Auch ich habe sie gewählt. Bei der Wahl 2005 habe ich für Angela Merkel gestimmt. Erst kurz vorher den Grünen entwöhnt – der bräsige Kohl war nie mein Fall gewesen – fand ich die Bilanz der ersten rot-grünen Regierung dürftig. Der überhebliche Auftritt des abgewählten Kanzlers Schröder in der Elefantenrunde bestätigte mich in meiner Entscheidung: eine junge Frau aus dem Osten, angenehm nüchtern und zurückhaltend, mit christlichem Hintergrund und offenbar der DDR-Bürgerrechtsbewegung entstammend – so eine war jetzt genau die Richtige, um frischen Wind in die Politik und auch in ihre durch die Spendenaffäre um die CDU-Granden geschwächte Partei zu bringen!

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