Spira, Warmaisa, Magenza: Das Judentum gehört zu Deutschland

Die UNESCO ernennt die jahrtausendealten deutschen Orte jüdischen Wirkens in den sogenannten SchUM-Städten Speyer, Worms und Mainz und zum Weltkulturerbe: Ein weiterer und eindeutiger Beleg für 17 Jahrhunderte jüdischer Präsenz im heutigen Deutschland (JR).

Der jüdische Friedhof an der Mombacher Straße in Mainz© Carsten Costard

Von Mario Thurnes

Die UNESCO hat die historischen jüdischen Stätten in Mainz, Worms und Speyer zum Weltkulturerbe ernannt. Damit seien sie das erste jüdische Welterbe in Deutschland, wie das Land Rheinland-Pfalz mitgeteilt hat. Das Land hatte die Federführung in der Bewerbung, deren Prozess mehr als 15 Jahre lang gedauert hat.

SchUM steht für die hebräischen Namen der drei Städte, die in der Geschichte des Aschkenasischen als „Jerusalem am Rhein“ gewürdigt wurden. Parallel zum Verfahren ist in Mainz eine neue Synagoge an dem Platz entstanden, an dem der Mob im November 1938 die Alte Synagoge zerstörte.

Für die Bewerbung arbeiteten das Land, die drei Städte und die jüdischen Gemeinde zusammen. „Große Freude“ empfand die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Mainz und Worms, Anna Kischner, als sie von der Entscheidung des Welterbe-Komitees erfuhr. „Enthusiasmus und viel sorgfältige Arbeit“ seien notwendig gewesen, um das Komitee vom historischen Wert der Stätten zu überzeugen.

Zu den Stätten gehören erhaltene Synagogen und Frauenschulen sowie eine Mikwe und der Alte Friedhof in Mainz. Deren Form und Gestaltung hätten die jüdische Architektur und Bestattungskultur nördlich der Alpen maßgeblich beeinflusst, begründete das Komitee seine Entscheidung. An keinem anderen Ort könne ein vergleichbares Spektrum jüdischer Gemeindezentren und Friedhöfe die kulturellen Leistungen europäischer Jüdinnen und Juden in der Formationsphase der lebendigen Tradition des aschkenasischen Judentums bezeugen, so die UNESCO.

Der jüdische Friedhof in Mainz wird derzeit aufgewertet. Dies ergibt sich zum einen aus dem Wachstum der boomenden Stadt. Bisher galten nur die Bereiche zwischen Bahndamm und Rhein als begehrte Innenstadtanlage. Aktuell wertet die Stadt die Gebiete westlich der Eisenbahnstrecke auf.

Dort liegt der jüdische Friedhof an einem Hang, der hinauf zum Sendezentrum des SWR führt. Oberhalb der Gräber ist bereits eine Baustelle eingerichtet. Dort entsteht ein Pavillon, von dem aus die Besucher den Friedhof erfahren können, ohne die Totenruhe zu stören.

Mainz werde durch das Kulturerbe „eine andere Stadt“ sein, kommentiert Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Die Bedeutung der Stätten im Land werde aufgewertet, sagt Innenminister Roger Lewentz (SPD). Die Stätten stünden für den kulturellen Austausch zwischen Christentum und Judentum, sagt Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Sie können diesen Artikel vollständig in der gedruckten oder elektronischen Ausgabe der Zeitung «Jüdische Rundschau» lesen.

Vollversion des Artikels

€ 0,75 inkl. MwSt.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Hier können Sie

die Zeitung abonnieren,
die aktuelle Ausgabe oder frühere Ausgaben kaufen
oder eine Probeausgabe der Zeitung bestellen,

in gedruckter oder elektronischer Form.

Vollversion des Artikels

€ 0,75 inkl. MwSt.
Zugang erhalten

Sehr geehrte Leser!

Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:

alte Website der Zeitung.


Und hier können Sie:

unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen

in der Druck- oder Onlineform

Unterstützen Sie die einzige unabhängige jüdische Zeitung in Deutschland mit Ihrer Spende!

Werbung


Bob Dylan: „Er denkt jüdisch, sehr jüdisch“

Bob Dylan: „Er denkt jüdisch, sehr jüdisch“

(Aus unserer Reihe jüdische Singer-Songwriter, Teil 7) (JR)

Keith Gessen: Rückkehr nach Russland

Keith Gessen: Rückkehr nach Russland

In seinem neuen Roman führt Gessen zwei junge jüdische Brüder aus Amerika zurück nach Russland in die Heimat ihrer Eltern (JR)

Die Makkabi Deutschland Games finden wieder statt

Die Makkabi Deutschland Games finden wieder statt

Nach einer Zwangspause durch die Lockdown-Maßnahmen messen sich vom 2.-5. September über 700 Athleten in Düsseldorf bei den traditionsreichen jüdischen Sportwettkämpfen (JR).

Die jüdisch-kanadische Song-Legende Leonard Cohen:

Die jüdisch-kanadische Song-Legende Leonard Cohen:

(Aus unserer Reihe jüdische Singer-Songwriter, Teil 6) (JR)

Shimen Dzigan, Yisroel Shumacher und ihr jiddisches Theater

Shimen Dzigan, Yisroel Shumacher und ihr jiddisches Theater

Zwei Lodzer Söhne erobern die Comedy-Szene mit ihrem jiddischen Kleynkunst-Theater (JR)

Die westeuropäische Geldhilfe für subversive und israel-feindliche NGOs im Land der Juden

Die westeuropäische Geldhilfe für subversive und israel-feindliche NGOs im Land der Juden

Der Autor Tuvia Tenenbom beleuchtet bei einer Lesung aus seinem Buch „Allein unter Juden“ das schädliche Wirken von israelfeindlichen und mit dem arabischen Terror sympathisierenden NGOs aus Westeuropa und sogar aus Israel selbst (JR).

Czernowitz: Das „Jüdische Haus“ wird wieder jüdisch

Czernowitz: Das „Jüdische Haus“ wird wieder jüdisch

Das beeindruckende historische Gebäude, das vor 80 Jahren von den Nazis eingenommen wurde und aus dem die Juden der Bukowina in den Tod geschickt wurden, wird dem jüdischen Volk zurückgegeben. Czernowitz war eines der bedeutendsten Zentren des Judentums in Europa (JR).

Isaac Bashevis Singer: Ein Leben für die jiddische Sprache

Isaac Bashevis Singer: Ein Leben für die jiddische Sprache

„Der Scharlatan“: Rezension des neu verlegten Buches des einzigen jiddischsprachigen Literatur-Nobelpreisträgers

„Meine Stimme ist ernst und voller  Schlaglöcher“

„Meine Stimme ist ernst und voller Schlaglöcher“

Neil Diamond, der jüdische Elvis. (Aus unserer Reihe jüdische Singer-Songwriter, Teil 5)

Will Eisner – der Pate der Graphic Novel

Will Eisner – der Pate der Graphic Novel

In Dortmund wurde dem amerikanisch-jüdischen Comic-Zeichner Will Eisner eine neue Ausstellung gewidmet.

Meisterwerke eines Feuilletonisten

Meisterwerke eines Feuilletonisten

Die in Buchform veröffentlichten „Plauderbriefe“ des großen jüdischen Schriftstellers Alfred Kerr zeichnen ein einmaliges Porträt des Berlins des Kaiserreiches und der Weimarer Republik.

Bob Dylan feiert 80. Geburtstag

Bob Dylan feiert 80. Geburtstag

Seine Karriere begann in den 60er Jahren. Mit Liedern wie „Blowin‘ in The Wind“ wurde er weltberühmt und zur Stimme einer ganzen Generation. Eines seiner Lieder weist außerdem auf die Lage Israels hin. Nun wurde der jüdische Musiker Bob Dylan, der auch mehrmals in Israel auftrat, 80 Jahre alt.

Alle Artikel
Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu..
Verstanden