Shimen Dzigan, Yisroel Shumacher und ihr jiddisches Theater

Zwei Lodzer Söhne erobern die Comedy-Szene mit ihrem jiddischen Kleynkunst-Theater (JR)

Shimen Dzigan und seine Frau Ewa© WIKIPEDIA

Von Simone Schermann

„Es ist eine unausgegorene Sprache, in Hast mitgenommen – wie das ungesäuerte Brot – auf der Flucht durch die Länder, durch die Zeiten. Spuren vieler Wanderschaft, durch viele Heimaten kleben an ihr.“

Alfred Polgar offenbart seine Sicht auf das Jiddische als sogenannte „Niemandssprache“, als Sprache des „wandernden Juden“; die im gleichen Moment ihrer Flüchtigkeit und der Wurzellosigkeit ihrer Sprecher immer auch Felsen und Heimat dieser Jiddischsprecher war, egal wo in der Diaspora sie sich gerade aufhielten.

Auch für das Duo Shimen Dzigan und Yisroel Shumacher war Jiddisch weit mehr als reine Verständigung und die Bühne mehr als Theater. Beides waren Heimat(en), in welche(n) man Mitgebrachtes – aus der alten Heimat – mit neu Gefundenem – aus einer neuen Heimat – verschmelzen konnte, um es zu satirischer Hochkunst zu verarbeiten. Die jiddische Bühne wurde so auch zu Yiddishland.

Ihre Kunst ist eine Mischung aus tragischer und modern-philosophischer Komik eines Charlie Chaplin mit jüdischen, folkloristischen Fertigkeiten der Spaßmacher und Possenreißer aus dem Osten.

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