Nun ist es amtlich: Deutschlands Antisemitismus-Statistiken sind offenbar falsch

Jetzt wollen die Ministerpräsidenten plötzlich jene Statistiken „präzisieren“, die fälschlich behaupten, dass neunzig Prozent aller judenfeindlichen Straftaten – trotz anderweitiger Erfahrungen der Betroffenen – von „rechts“ begangen wurden. Doch die Statistiken, die die islamische Täterschaft minimieren, waren keinesfalls nur unpräzise – sie waren schlichtweg falsch.

Wer Antisemitismus bekämpfen will, muss wissen, von wem er kommt.© Ahmad GHARABLI / AFP

Von Gerd Buurmann

Meinen ersten Artikel dazu veröffentlichte ich im November 2017 unter dem Titel „Fakten zu den Statistiken antisemitischer Straftaten“. Dort konnte ich zeigen, dass der größte Teil judenfeindlicher Straftaten nicht dem rechtsradikalen Spektrum zuzuordnen ist, sondern schlicht dem rechtsradikalen Spektrum zugeordnet wird und zwar immer dann, wenn keine andere Motivation deutlich erkennbar ist.

„Fremdenfeindliche und antisemitische Straftaten werden grundsätzlich immer dann dem Phänomenbereich politisch motivierte Kriminalität von Rechts zugeordnet, wenn keine weiteren Spezifika erkennbar sind (z. B. nur der Schriftzug ‚Juden raus‘) und zu denen keine Tatverdächtigen bekannt geworden sind.“

Damals wurde ich für meinen Artikel massiv angegriffen und einige Hetzer hielten es sogar für nötig, mich als „Naziapologeten“ zu bezeichnen.

Im Mai 2021 nahm ich das Thema in dem Artikel „Kommen in Deutschland antisemitische Straftaten zu 90 Prozent von rechts?“ erneut auf, da in einem aktuellen und unabhängigen Bericht des Jahres 2021 über Antisemitismus gezeigt wurde, dass meine Kritik mehr als berechtigt war. In dem Bericht heißt es:

„So werden antisemitische Straftaten in der PMK-Statistik meistens dem Phänomenbereich „Rechts“ zugeordnet. Die Problembeschreibung zeigt auf, dass die Zuordnung erfolgt, sobald Bezüge zum Nationalsozialismus oder keine weiteren Spezifika erkennbar sind oder keine Täterinnen und Täter bekannt geworden sind. Die Interviews ergaben, dass Straftaten auch von Täterinnen und Tätern mit muslimischem und/oder islamistischem Hintergrund verübt und in dieser Rubrik erfasst wurden. Das wird nach Auffassung der Betroffenen nicht ausreichend deutlich.“

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