Der Neue Lehming: Übergriffige Verhaltensregeln für Juden in der Öffentlichkeit

Statt arabische Übergriffe angemessen zu kritisieren, legt der umstrittene „Tagesspiegel“-Journalist Malte Lehming Juden nachdrücklich den Verzicht auf den Davidstern in der Gegenwart von moslemischen Demonstranten nahe und legitimiert damit No-Go-Areas und islamische Aggression gegen Juden.

Von Gerd Buurmann

„Nicht alles, was erlaubt ist, ist auch klug.“

Mit diesem Satz ist ein Artikel von Malte Lehming für den Berliner „Tagesspiegel“ überschrieben. Der Artikel erschien am 1. Juni 2021, nachdem in Berlin drei junge Menschen von Demonstranten umringt, beschimpft, angegriffen und verletzt worden waren, weil zwei von ihnen einen Davidstern trugen. Nach dem Angriff erhielten sie von der Polizei den Ratschlag, künftig am „Tag der Nakba“ bei einer Demonstration von „Palästinensern“ auf jüdische Symbole zu verzichten.

Ratschläge sind auch Schläge.

Für Malte Lehming steht zwar fest, dass in einer idealen Welt Menschen jeglicher Religion überall sicher, friedlich und gewaltfrei leben können sollten, er gibt aber zu bedenken, dass der Rat der Polizei, durchaus begründet gewesen sei, denn die drei Männer hätten „common sense“ und „Realitätsbewusstsein“ besitzen sollen:

„Sie sollten eine Situation bewerten und verstehen können. Sie sollten unterscheiden können zwischen erlaubten und klugen Handlungen. Rechtmäßiges und Gebotenes sind nicht immer deckungsgleich.“

Ja, manchmal ist es einfach nicht klug, Jude zu sein. Jedenfalls ist es nicht klug, stolz jüdische Symbole zu tragen.

Ich frage mich, ob der „Tagesspiegel“ irgendwann den „Neuen Lehming für Gebotenes Verhalten in der Öffentlichkeit” herausgibt. Dort wird man dann erfahren, welche Dörfer in Deutschland ein kluger Mensch mit dunkler Hautfarbe nicht betreten sollte, welche Parkanlagen für Frauen tabu sind und in welchen Vierteln homosexuelle Männer besser nicht Händchen halten.

All diese No-Go-Areas gibt es. Es braucht keinen Malte Lehming, um die potentiellen Opfer daran zu erinnern. Sie wissen selber ganz genau um diese gefährlichen Orte. Dieses Wissen ist Teil ihrer alltäglichen Überlebensstrategie.

Es ist daher völlig daneben, wenn Malte Lehming schreibt, es sei vielleicht „keine gute Idee, im Antifa-T-Shirt auf eine Reichsbürger-Veranstaltung zu gehen. Oder einen AfD-Stand direkt vor dem besetzten Haus in der Rigaer Straße aufzubauen.“

Ich möchte darauf mal mit dem „Neuen Buurmann für Freiheit und Verantwortung“ antworten:

Das Tragen des Symbols der AntiFa darf und muss überall in Deutschland möglich sein. Ebenso muss die AfD überall sicher die Meinung äußern können. Das gilt für alle Menschen. Jede Frau darf ihr Aussehen in äußerst provokanter und rücksichtsloser Art und Weise zur Schau. Sie muss sich nicht unter einem Ganzkörperschleier verstecken. Sie kann tragen, was sie will. Niemand darf in Deutschland gezwungen werden, einen Stern zu tragen und jeder muss immer und überall die Möglichkeit haben, einen Stern zu tragen.

Sexisten fühlen sich durch Frauen provoziert. Frauen sind aber nicht das Problem, sondern die Sexisten. Schwarze erzeugen bei Rassisten erheblichen Unmut. Schwarze sind aber nicht das Problem, sondern die Rassisten. Judenhasser hassen Juden. Juden sind aber nicht das Problem, sondern die Judenhasser.

Ein Anschlag auf eine Moschee ist keine überzogene Kritik am Islam. Ein Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim ist keine überzogene Kritik an der deutschen Flüchtlingspolitik. Überall in Deutschland dürfen Einrichtungen dieser Art stehen. Angriffe auf jüdische Einrichtungen und jüdische Menschen sind immer zu verurteilen und überall dürfen sie stehen und leben. Es ist klug und geboten, diese Freiheit zu verteidigen.

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