Hätte es Israel damals schon gegeben, wären sie noch am Leben

Israel, der Staat auf historisch jüdischem Gebiet, stellt angesichts des wachsenden Antisemitismus auch heute einen Zufluchtsort für verfolgte und eingeschüchterte Juden dar. Die künstliche Trennung von Antisemitismus und Israel-Kritik, die gerade Politiker des linken Spektrums vornehmen, ist sowohl historisch als auch politisch totaler Humbug.

Israel ist die Lebensversicherung aller Juden weltweit.© Tobias SCHWARZ / AFP

Von Michal Kornblum

Sechs Tischdecken, 15 Servietten, 12 Paar Strümpfe – ich schaue auf die von meinen Urgroßeltern fein säuberlich ausgefüllte Vermögenserklärung, die sie am 8. April 1942 unterschrieben. Sie waren angesehene Bürger Rathenows und hatten ein Geschäft für Herrenmode. Mein Uropa nahm als Vorsitzender aktiv am Leben der jüdischen Gemeinschaft teil, die Familie war aber nicht besonders religiös. Sie waren assimiliert und Deutsche durch und durch. Sie haben die mahnenden Stimmen ignoriert, da sie Deutsche seien, könnte man Ihnen nichts anhaben. Am 14. April 1942 wurden meine Urgroßeltern deportiert und noch im selben Jahr ermordet.

Die deutschen Juden damals dachten, dass die Nazis es nur auf die orthodoxen Juden aus dem Schtetl, wie man sie sich klischeehaft mit Schläfenlocken, schwarzem Hut und Kippa vorstellt, abgesehen hätten. Viele Juden, die nicht religiös waren, bürgerlichen Berufen nachgingen, Teil der deutschen Gesellschaft waren und zum Teil sehr hohe z.B. wissenschaftliche Posten innehatten, wiegten sich in Sicherheit. Heute wissen wir, wie die Geschichte ausging. Bei vielen deutschen Juden nehme ich aktuell eine parallele Logik in Bezug auf den heutigen Antisemitismus wahr: Ziel seien nur Zionisten und Israelis.

Als Jude wird man bereits als Kind mit Themen des Nahostkonflikts und der israelischen Politik konfrontiert. Ganz fair ist das nicht, denn auch als jüdisches Kind hat man mit 10 Jahren noch nicht so ganz den Durchblick in komplizierten geopolitischen Themen und, ehrlich gesagt, auch andere Interessen. Deswegen legen sich die meisten jüdischen Kinder (so wie auch ich damals) das perfekte Argument zurecht, um das Thema zu umschiffen: „Ich bin kein Staatsbürger Israels und kann deswegen nichts zu politischen Entscheidungen Israels sagen.“

Problematisch wird es jedoch, wenn man sich so sehr an die Einfachheit dieser Ausrede gewöhnt, dass sie auch nach der Pubertät noch regelmäßig Anwendung findet. Leider ist das aber die Realität bei einem Großteil der jüdischen Community in Deutschland. Zur Zeit verurteilen viele Juden antisemitische Übergriffe oder Aufmärsche vor Synagogen in Deutschland, weil Juden in Deutschland (in der Mehrheit) keine israelischen Bürger sind und deswegen nicht für Israel verantwortlich seien.

Sie können diesen Artikel vollständig in der gedruckten oder elektronischen Ausgabe der Zeitung «Jüdische Rundschau» lesen.

Vollversion des Artikels

€ 0,75 inkl. MwSt.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Hier können Sie

die Zeitung abonnieren,
die aktuelle Ausgabe oder frühere Ausgaben kaufen
oder eine Probeausgabe der Zeitung bestellen,

in gedruckter oder elektronischer Form.

Vollversion des Artikels

€ 0,75 inkl. MwSt.
Zugang erhalten

Sehr geehrte Leser!

Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:

alte Website der Zeitung.


Und hier können Sie:

unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen

in der Druck- oder Onlineform

Unterstützen Sie die einzige unabhängige jüdische Zeitung in Deutschland mit Ihrer Spende!

Werbung


Der Zentralrat und die Selbstverleugnung

Der Zentralrat und die Selbstverleugnung

Im „weltoffenen“ Bonn wurde im Mai 2021 die Synagoge Opfer eines Anschlags durch drei Syrer. Der Gemeindevorstand weiß ganz offensichtlich, warum der Antisemitismus seit einigen Jahren zugenommen hat, traut sich aber vor der Lokalpresse nicht zu einer klaren Stellungnahme.

CDU-Kultusminister Alexander Lorz: Keine Islamkritik an hessischen Schulen

CDU-Kultusminister Alexander Lorz: Keine Islamkritik an hessischen Schulen

Nachdem es zu Übergriffen auf Lehrkräfte gekommen ist, die Mohammed-Karikaturen gezeigt haben oder sonstige Islam-Kritik im Unterricht geäußert haben, kapituliert das hessische Kultusministerium und zieht nun eine erschreckende und skandalöse Konsequenz: Statt wehrhaft gegen islamische Extremisten vorzugehen, rät man den Lehrern im ganzen Bundesland zur Zurückhaltung und Selbstzensur.

Antisemitismus als "Erlebnisorientierung"

Antisemitismus als "Erlebnisorientierung"

Andreas Geisel (früher SED, jetzt SPD) verharmlost die unerträglichen Gewaltexzesse arabischer Judenhasser, die im Mai 2021 ihre tiefste Gesinnung offenbarten, in einer skandalösen Rede als „erlebnisorientierte“ Handlung junger Menschen. Eine Wiederholung dieser antisemitischen Ausschreitungen in naher Zukunft dürfte mit derartigen Politikern gewiss sein.

Hamburg: Martialischer Aufmarsch der Vereinigung „Muslim interaktiv“

Hamburg: Martialischer Aufmarsch der Vereinigung „Muslim interaktiv“

Ein in Nazi-Manier durchgeführter Aufmarsch der Gruppe „Muslim interaktiv“ in Hamburg strafte die Islamverharmlosung von Politikern und Teilen der jüdischen Gemeinde Lügen. Welche Ideologie vertritt die der 2003 verbotenen Hizb ut-Tahrir zugeordnete Gruppe, die offenbar in Deutschland ungehindert agieren und Aufmärsche durchführen kann?

Wo wird der Westen in 10 Jahren sein?

Wo wird der Westen in 10 Jahren sein?

Bei den Ausbrüchen des gewalttätigen Antisemitismus im Westen geht es längst nicht mehr nur um Agitation gegen Israel. Das Modell des freiheitlichen Lebens steht auf der Kippe. Die antiliberale Allianz reicht weit bis ins Zentrum der Gesellschaft, bis zu den Leitmedien und unserem öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

Der grölende islamische Antisemitismus auf deutschen Straßen ist auch ein Kind von CDU und SPD

Der grölende islamische Antisemitismus auf deutschen Straßen ist auch ein Kind von CDU und SPD

Wer die Probleme nicht erkennen will, wird sie niemals lösen: Der gescheiterte Kandidat für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten, Manfred Weber, gibt der an keiner Regierung beteiligten und erst 2013 gegründeten neuen Opposition die Schuld für die islamisch-antisemitischen Aufmärsche im Deutschland des Jahres 2021. Gleichzeitig fantasiert der staatliche Deutschlandfunk sogar eine frei erfundene Mäßigung der Hamas herbei.

Jüdisches Leben in Deutschland:  Schutzhaft de luxe

Jüdisches Leben in Deutschland: Schutzhaft de luxe

Das angeblich so blühende jüdische Leben in der Bundesrepublik findet mit zunehmender Islamisierung unter noch mehr Polizeischutz statt. Der von der Bundesregierung großzügig geförderte Zentralrat aber kritisiert den islamischen Antisemitismus zaghaft bis gar nicht.

Die antisemitische Hauptbedrohung kommt in Deutschland und Westeuropa derzeit vom Islam und seinen links-grünen Wegbereitern

Die antisemitische Hauptbedrohung kommt in Deutschland und Westeuropa derzeit vom Islam und seinen links-grünen Wegbereitern

Immer wieder zitieren unsere Politiker und Journalisten eine Statistik über antisemitische Straftaten, die belegen soll, dass antisemitische Taten zu 90 % von „rechts“ begangen werden. Doch diese Angabe enthält bei genauerem Hinsehen zahlreiche absichtliche Falschverortungen und deckt sich nicht im Geringsten mit den Erlebnissen der Betroffenen.

Realitäts-Verleugnung und Harmonisierungs-Träumerei: Das „House of One” und der kleinste gemeinsame Nenner

Realitäts-Verleugnung und Harmonisierungs-Träumerei: Das „House of One” und der kleinste gemeinsame Nenner

Nach Jahrzehnten des als vollkommen gescheitert anzusehenden Religionsdialoges wurde nun in Berlin der Grundstein für das sogenannte „House of One“ für Christen, Moslems und Juden gelegt. Angesichts der Christen- und Judenverfolgung in islamischen Ländern wird damit dem quasi nicht integrierbaren Islam mithilfe von Steuergeldern ein weiteres Alibi geschaffen.

Wie die „Badische Zeitung“ (BZ) den moslemischen Judenhass verschweigt

Wie die „Badische Zeitung“ (BZ) den moslemischen Judenhass verschweigt

Bei der aufgeheizten und gewaltbereiten Freiburger Hass-Demo wurde von Muslimen dazu aufgerufen Juden zu „schlachten“. Die Journalisten der großen Regionalzeitung erwähnen diese Ungeheuerlichkeit nicht und blenden den islamischen Judenhass aus, den auch unsere Autorin vor Ort erfahren musste.

Vera Lengsfeld: „Merkel will keinen CDU-Wahlsieg – Ich kenne sie seit 1990”

Vera Lengsfeld: „Merkel will keinen CDU-Wahlsieg – Ich kenne sie seit 1990”

Die wegen einer fatalen Fehleinschätzung Helmut Kohls Bundeskanzlerin gewordene Angela Merkel hat nicht nur mit ihrer Islam-Einlasspolitik maßgeblich zur zunehmenden Verunmöglichung jüdischen Lebens in Deutschland beigetragen, sondern ist auch der CDU weit weniger verbunden als viele denken.

Jüdische Anbiederung hat sich noch nie ausgezahlt: Die linksradikale „Migrantifa“ lädt Juden aus

Jüdische Anbiederung hat sich noch nie ausgezahlt: Die linksradikale „Migrantifa“ lädt Juden aus

Sowohl linke Juden als auch jüdische Funktionäre, die Anschluss an selbsternannte „Antirassisten“ suchen, werden von diesen immer wieder vor den Kopf gestoßen, denn deren „antikolonialistischer Kampf für Palästina“ ist oft gleichbedeutend mit grundsätzlichem Antisemitismus.

Werbung

Alle Artikel
Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu..
Verstanden