Entgegen allen arabischen und linken Geschichtslügen: Gerade Ost-Jerusalem wurde überhaupt erst 1948 gewaltsam arabisiert

Während der Fall Sheikh Jarrah auf eine Entscheidung des Gerichts wartet, behaupten viele, israelische Juden würden das Jerusalemer Stadtviertel Sheikh Jarrakh „kolonisieren“ und Israel versuche Jerusalem zu „judaisieren“. Das Schicksal der Familie des Autors widerlegt diese Behauptungen und zeigt, dass die Anschuldigungen nur ein weiterer Versuch sind, die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft auszulöschen.

Heute wird von zahlreichen Journalisten so getan, als sei der Osten Jerusalems schon immer arabisch gewesen. © facebook.com

Von Dr. Michael L. Wise (Audiatur)

Meine Mutter, Miriam, wurde 1921 im Schimon Ha’Tzadik-Viertel von Scheich Jarrah geboren. Die jüdische Präsenz in Scheich Jarrah konzentrierte sich rund um das Grab von Schimon HaTzadik, einem der letzten Mitglieder des Hohen Rates, dem Führungsgremium des jüdischen Volkes nach dem Babylonischen Exil.

Laut dem babylonischen Talmud traf sich Schimon HaTzadik mit Alexander dem Großen, als die mazedonische Armee durch das Land Israel zog und überzeugte ihn, den Zweiten Tempel nicht zu zerstören. Jahrelang pilgerten Juden zu seinem Grab in Sheikh Jarrah, eine Praxis, die in der Reiseliteratur dokumentiert ist. 1876 wurden die Höhle und das angrenzende Land, bepflanzt mit 80 alten Olivenbäumen, von den Juden für 15.000 Francs gekauft. Dutzende von jüdischen Familien bauten Häuser auf dem Grundstück.

Die türkisch-osmanische Volkszählung von 1905 zählte 97 jüdische Familien, die dort lebten. Trotz der sogenannten „arabischen Revolte“ in den 1930er Jahren, als einige jüdische Familien entwurzelt wurden, blieb es ein jüdisches Viertel bis 1948, als die jüdischen Bewohner von der jordanischen Armee vertrieben wurden und ihre Häuser von Arabern besetzt wurden.

In den 1880er Jahren, als Jerusalem eine mehrheitlich jüdische Stadt war (zurückgehend auf die osmanisch-türkische Volkszählung von 1848), waren Terror und Bedrohungen ein täglicher Teil des Lebens für die jüdischen Einwohner. Die Mutter meiner Mutter, Sarah, war 1911 ein Teenager, als ihr Vater Chaim Eisenbach das Leben von Rabbi Rachmastrivka an der Westmauer rettete, indem er seinen blutüberströmten Körper vor mörderischen arabischen Angreifern abschirmte. Chaim Eisenbach ging danach nur noch humpeln und Sarah erholte sich nie davon, diesen furchtlosen und hingebungsvollen Mann zusammengeschlagen nach Hause kommen zu sehen.

Als Sarah meinen Großvater Shimon Gotlieb heiratete, zogen sie 1919 in die Nachbarschaft von Shimon Ha’Tzadik. Shimons Familie ließ sich bis zu den Shlah HaKadosh zurückverfolgen, die 1621 in Palästina ankamen. Die Eltern meiner Mutter hatten Angst vor marodierenden Araberbanden in verschiedenen Jerusalemer Vierteln, darunter die Klagemauer und der Machane-Yehuda-Markt. Sie verließen Jerusalem im Jahr 1927, um der antijüdischen Gewalt zu entkommen. Der Rest der Familie meiner Mutter blieb und lebt bis zum heutigen Tag in Jerusalem.

Flucht 1948

Zufälligerweise wurde meine Frau Batya auch in Shimon Hatzadik geboren. Batya erinnert sich, wie ihr Vater, Professor Chaim Gevaryahu, sie als kleines Mädchen erfolgreich mit alten Matratzen abschirmte, als das Dach ihres Hauses durch Granaten der jordanischen Armee weggesprengt wurde. Alle jüdischen Familien von Shimon Hatzadik flohen im Unabhängigkeitskrieg in andere Jerusalemer Stadtteile, als der junge jüdische Staat von den Armeen von fünf arabischen Nationen überfallen wurde. Die Araber besetzten dann alle jüdischen Häuser.

Meine familiäre Verbindung zu Sheikh Jarrakh schließt auch meine Schwiegertochter Yael ein, die von der ursprünglichen sephardischen Gründergemeinde von Shimon Hatzadik abstammt. Batya war nicht in der Lage, ihren Geburtsort zu besuchen, bis Israel Sheikh Jarrakh während des Sechs-Tage-Krieges 1967 befreite.

Nach der Wiedervereinigung Jerusalems wurde 1970 das Gesetz über Rechts- und Verwaltungsangelegenheiten in Israel erlassen, das festlegte, dass Juden, die 1948 ihren Besitz in Jerusalem verloren hatten, ihr Eigentum zurückfordern können. In den 1970er Jahren begannen nicht enden wollende juristische Auseinandersetzungen um Landbesitz, einschließlich der Ansprüche auf Teile von Sheikh Jarrah.

1972 machten das Sephardische Komitee und das Knesset-Komitee Israels geltend, dass sie 1885 das Land gekauft und die Häuser auf dem Gebiet, das als Shimon Hatzadik bekannt ist, auf der Ostseite der Nablus-Straße in Jerusalem gebaut haben.

Miete zahlen ab 2009

1976 entschied das Gericht, dass das Land den israelischen Verbänden gehöre und sie reichten eine Räumungsklage ein. 1982 bestätigte der Oberste Gerichtshof Israels das jüdische Landeigentum. 1987 erkannte ein weiteres Gerichtsurteil das Eigentum der jüdischen Vereinigungen an den Grundstücken auf der Westseite der Nablus Road an und definierte die palästinensischen Araber als „geschützte Pächter“. Im Jahr 1991 wurde vereinbart, dass das Eigentum an dem Land den jüdischen Vereinigungen gehört und den arabischen Bewohnern des Viertels wurde ein Mieterstatus zugestanden, vorausgesetzt, dass bis zum 30. September 2009 Miete an die Vereinigungen gezahlt wird, wenn diese Häuser wieder an ihre jüdischen Eigentümer zurückfallen würden.

Im Jahr 2001 zogen israelische Juden in einen Teil des Shimon Hatzadik/Sheikh Jarrakh. Ein Araber reichte beim Jerusalemer Bezirksgericht eine Klage ein, um sein Landeigentum zu beweisen, wobei er sich auf Eigentumsurkunden aus dem Osmanischen Reich berief, die aus der Türkei mitgebracht wurden. Das Gericht stellte fest, dass die Dokumente gefälscht waren und lehnte die Klage 2005 ab; eine Berufung im folgenden Jahr wurde ebenfalls abgewiesen.

Trotz des Urteils konnten die jüdischen Eigentümer nicht aktiv werden, da die palästinensischen Araber sofort Berufung beim Obersten Gerichtshof einlegten. Vier Jahre später wies das Gericht die Berufung schließlich ab. Im Jahr 2009 entschied das Jerusalemer Bezirksgericht, dass Araber, die sich weigerten, Miete zu zahlen, aus zwei Häusern in Sheikh Jarrah vertrieben werden sollten und jüdische Familien einziehen sollten. Daraufhin organisierten arabische Aktivisten in Sheikh Jarrakh ständige Proteste gegen die jüdische „Übernahme“ in der Nachbarschaft.

Am 15. Februar 2021 wurden weitere laufende arabische Einsprüche in einem Urteil des Jerusalemer Bezirksgerichts abgewiesen, und es wurden Räumungsbefehle erlassen, die bis zum 2. Mai ausgeführt werden sollten. Der Oberste Gerichtshof Israels bestätigte die Entscheidung, Araber, die in ehemals jüdischen Häusern leben, zu räumen.

Arabische und jüdische Aktivisten brachten ihren Unmut auf die Straße und hielten täglich Proteste ab, die auch auf andere Teile Jerusalems übergriffen. Araber haben internationale Politiker und Befürworter dazu aufgerufen, Druck auf Israel auszuüben, um das zu beenden, was sie als „andauernde Nakba“ von Sheikh Jarrah bezeichnen. Am 22. April 2021 wurde Israel vor dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) wegen Kriegsverbrechen angeklagt, unter anderem wegen der Zwangsvertreibung von Arabern aus Ost-Jerusalem.

Vorgeschobener Kriegsgrund

Infolgedessen gab der Oberste Gerichtshof Generalstaatsanwalt Mandelblit bis zum 8. Juni Zeit, seine Stellungnahme in dieser Angelegenheit abzugeben. Die anstehende Räumung war einer der Auslöser für den 11-tägigen Gaza- Konflikt, der letzte Woche endete.

Die Geschichte meiner Familie entkräftet die arabischen Ansprüche auf den Eigentumsvorrang gründlich und deutet darauf hin, dass es sich lediglich um einen weiteren Versuch handelt, die Geschichte einer jüdischen Gemeinschaft in Israel auszulöschen.

Viele Juden haben tiefe Wurzeln in der Nachbarschaft von Shimon Hatzadik/Sheikh Jarrakh und die Behauptung, dass Israel diese Nachbarschaft „judaisiert“, steht in tiefem Widerspruch zu unserer Familiengeschichte.

Unerbittliche Feinde Israels werden nicht so bald verschwinden, aber glücklicherweise sind einige von Israels Nachbarn kürzlich dem Abraham-Abkommen beigetreten. Trotz der jüngsten Gewalt können wir vorsichtig optimistisch sein, dass wir uns an der Schwelle zu einer neuen Ära des regionalen Friedens und Wohlstands befinden.

Dr. Michael L. Wise ist Physiker und Gründer und Investor zahlreicher Technologieunternehmen. Er ist Gründungsmitglied der American Israel Demographic Research Group. Auf Englisch zuerst erschienen bei Arutz Sheva. Übersetzung Audiatur-Online.

Sehr geehrte Leser!

Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:

alte Website der Zeitung.


Und hier können Sie:

unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen

in der Druck- oder Onlineform

Unterstützen Sie die einzige unabhängige jüdische Zeitung in Deutschland mit Ihrer Spende!

Werbung


Jitzchak Herzog zum 11. Staatspräsidenten gewählt

Jitzchak Herzog zum 11. Staatspräsidenten gewählt

Mit Herzog wählt die Knesset den politisch erfahreneren Kandidaten in das höchste Staatsamt. Die Mehrheit der Israelis hätte jedoch seine Herausforderin bevorzugt.

Keine Verschnaufpause für die Hamas!

Keine Verschnaufpause für die Hamas!

Es ist kurzsichtig und gewissenlos in Hinsicht auf die Sicherheit jüdischen Lebens in Israel, vorzuschlagen, der Hamas eine Waffenruhe zu gewähren. Das Gebot der Stunde im letzten Gaza-Konflikt wäre gewesen, dass Israel den Terroristen eben keine Verschnaufpause gibt und weiterkämpft, bis dieses terroristische Übel endlich besiegt ist.

Die Wählertäuschung Bennetts: Israels  Regierung sollte unter keinen Umständen von der Muslimbruderschaft abhängig sein

Die Wählertäuschung Bennetts: Israels Regierung sollte unter keinen Umständen von der Muslimbruderschaft abhängig sein

Jede Koalition, die auf die Unterstützung von Ra‘am und der „Gemeinsamen Arabischen Liste“ angewiesen ist, gefährdet die nationale Sicherheit des Landes. Gerade nach den gewaltsamen Zusammenstößen in Israel zwischen Juden und Arabern wurde offensichtlich, dass die Gefahr dieser subversiven Bedrohungen von Innen gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Evangelische Kirchen trennen sich aus Protest gegen Israel von Anteilen an Caterpillar

Evangelische Kirchen trennen sich aus Protest gegen Israel von Anteilen an Caterpillar

Bei der Zerstörung „palästinensischer“ Terrornester kommen wie überall bei Abrissarbeiten Maschinen von Caterpillar zum Einsatz. Allein aus diesem Grunde verkauft u.a. die einflussreiche Methodistische Kirche in Großbritannien ihre Anteile an dem amerikanischen Unternehmen, distanziert sich aber keinesfalls vom „palästinensischen“ Terror in Israel.

„Spiegel“: Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge

„Spiegel“: Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge

Einmal mehr macht das selbsternannte „Sturmgeschütz der Demokratie“ und Relotius-Blatt auf mit verzerrenden Schlagzeilen wie „Israelische Soldaten erschießen palästinensischen Jugendlichen im Westjordanland“. Der aufmerksame Leser ahnt, dass der „Spiegel“ schon wieder den Kontext in der Überschrift ins Gegenteil verkehrt.

„Unfair zu Goliath“

„Unfair zu Goliath“

Zum 54. Jahrestag des siegreichen 6-Tage-Krieges

Warum äußern sich israelkritische Promis nicht zu Kaschmir oder Kurdistan?

Warum äußern sich israelkritische Promis nicht zu Kaschmir oder Kurdistan?

Ein Israeli schreibt sich den Frust über Leute im Westen von der Seele, die sich fortschrittlich geben, aber Sympathien für den Terror zeigen und Marketing für die Hamas betreiben.

Gaza-Abzug 2005: Wie konnte Israel nur?

Gaza-Abzug 2005: Wie konnte Israel nur?

Im Sommer 2005 lebte und arbeitete die Journalistin Orit Arfa in Tel Aviv. Sie hatte bereits den starken Verdacht, dass der bevorstehende Abzug aus dem Gazastreifen am 15. August 2005 katastrophale Folgen haben würde – nicht nur sicherheitspolitisch, sondern auch humanitär. Es erschien ihr unerträglich, dass jüdische Soldaten Juden gewaltsam aus ihren Häusern herausreißen würden. Sie lebte mehrere Wochen in Gush Katif, und erlebte hautnah den (ausgerechnet vom hier als „Hardliner“ bezeichneten Ariel Scharon angeordneten) fatalen Rückzug, der den fortwährenden Hamas-Raketenbeschuss in den Folgejahren erst möglich machte.

Marokko und Israel: Sich näher kommen mit Avocados

Marokko und Israel: Sich näher kommen mit Avocados

Im Interesse der Verbesserung der diplomatischen Beziehungen verstärkt sich nun auch die wirtschaftliche Kooperation: Israelis bauen mittlerweile in Marokko sogar die boomende Trend-Frucht Avocado an, weil dort u.a. Wasser leichter verfügbar ist als im jüdischen Staat.

Die Operation „Wächter der Mauern“ – ein Beispiel für lernfähige Präzision

Die Operation „Wächter der Mauern“ – ein Beispiel für lernfähige Präzision

Israels Sicherheitskräfte arbeiten seit Jahren auf allen möglichen Ebenen daran, die Aktivitäten der Hamas und anderer Terrorgruppen in Gaza zu überwachen. Alle Beobachtungen fließen in ein System der künstlichen Intelligenz, das nicht nur Daten sammelt, sondern auch in Echtzeit lernt. Dabei ist die Komplexität der Aufgabe nicht zu unterschätzen.

Verschnaufpause oder Gelegenheit zur Wiederaufrüstung?

Verschnaufpause oder Gelegenheit zur Wiederaufrüstung?

Seit Kurzem herrscht zwischen Israel und der Hamas eine Waffenruhe. Das ist jedenfalls das Wort, das benutzt wird. Dabei sind der Hamas, die dafür keinerlei Zugeständnisse machen musste, lediglich die Raketen ausgegangen! Besondere Dramatik bekommt der Raketenterror für deutschsprachige Leser, wenn man die Zahl der auf Israel abgefeuerten Hamas-Raketen auf Deutschland umrechnet.

Israelisches Ausnahme-Phänomen: Bildung und Kinderreichtum stehen sich nicht im Wege

Israelisches Ausnahme-Phänomen: Bildung und Kinderreichtum stehen sich nicht im Wege

Der US-amerikanische Außenminister Blinken liegt in Bezug auf Israels Demographie falsch: Es gibt keine arabische demografische Zeitbombe – es gibt jedoch einen nie dagewesenen jüdischen demografischen Rückenwind, denn jüdische Frauen werden immer gebildeter – und bekommen gleichzeitig immer mehr Kinder.

Werbung

Alle Artikel
Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu..
Verstanden