Report from Exile: Werke des jüdischen Fotografen Fred Stein

Die neue Ausstellung im Deutschen Historischen Museum

Von Dr. Nikoline Hansen

Es sind schwere Zeiten für Museen. Die Lust am Bummeln ist mit der Maskenpflicht vergangen, zwischenzeitlich waren Besuche in Berlin zumindest mit Nachweis eines Negativtests möglich, nun sind sie wieder verboten. Das Deutsche Historische Museum gibt aber nicht auf. So wurde die Ausstellung „Report from Exile – Fotografien von Fred Stein“ statt am 20. Dezember 2020 am 15. März 2021 eröffnet und derzeit bietet das Museum eine öffentliche digitale Präsentation zur Ausstellung online an – ein kurzes Format über 60 Minuten für das man sich anmelden muss. Denn seit dem 24. April ist der Besuch von Museen in Berlin wieder untersagt. Dadurch haben allerdings nun auch Interessierte weltweit die Möglichkeit einen Eindruck von den ausdruckstarken Fotos zu gewinnen, die derzeit hier in der Ausstellung gezeigt werden.

Es ist dem Deutschen Historischen Museum zu verdanken, dass die Fotos und die faszinierende Lebensgeschichte des Fotografen Fred Stein in Berlin präsentiert werden. Fred Stein wurde 1909 in Dresden als Sohn eines Rabbiners geboren. Sein ursprünglicher Plan, Jurist zu werden, wurde von den Nationalsozialisten durchkreuzt: im Juni 1933 wurde er auf der Grundlage des Gesetzes zur „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ aus dem sächsischen Justizdienst entlassen. Zum zweiten Staatsexamen wurde er nicht mehr zugelassen, die angestrebte Karriere war abrupt beendet. Als politisch engagierter Mensch war er für die Folgen dieser diskriminierenden Ereignisse in Deutschland sensibilisiert genug, um bereits im Herbst 1933 mit seiner Ehefrau Lilo nach Paris zu fliehen. Seine langjährige juristische akademische Ausbildung war damit „so ganz für die Katze“, wie er selbst einmal schrieb. Eine berufliche Neuorientierung wurde notwendig und so entdeckte er seine Liebe zur Fotografie. Er begann autodidaktisch als Porträt- und Pressefotograf zu arbeiten und es gelang ihm rasch, sich beruflich zu etablieren: 1934 konnte er mit finanzieller Unterstützung der Familie seiner Ehefrau in Paris ein Fotostudio eröffnen. Auch hier engagierte er sich politisch, wie schon zuvor in Dresden. 1935 trat er in den Verband deutscher Journalisten in der Emigration ein. Außerdem wurde er Mitglied der Association Professionelle de la Presse Étrangère en France. Zusammen mit seiner Frau wurde er Teil eines Netzwerkes aus emigrierten Schriftstellern, Künstlern und Intellektuellen.

Sie können diesen Artikel vollständig in der gedruckten oder elektronischen Ausgabe der Zeitung «Jüdische Rundschau» lesen.

Vollversion des Artikels

€ 0,75 inkl. MwSt.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Hier können Sie

die Zeitung abonnieren,
die aktuelle Ausgabe oder frühere Ausgaben kaufen
oder eine Probeausgabe der Zeitung bestellen,

in gedruckter oder elektronischer Form.

Vollversion des Artikels

€ 0,75 inkl. MwSt.
Zugang erhalten

Sehr geehrte Leser!

Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:

alte Website der Zeitung.


Und hier können Sie:

unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen

in der Druck- oder Onlineform

Unterstützen Sie die einzige unabhängige jüdische Zeitung in Deutschland mit Ihrer Spende!

Werbung


Bob Dylan: „Er denkt jüdisch, sehr jüdisch“

Bob Dylan: „Er denkt jüdisch, sehr jüdisch“

(Aus unserer Reihe jüdische Singer-Songwriter, Teil 7) (JR)

Keith Gessen: Rückkehr nach Russland

Keith Gessen: Rückkehr nach Russland

In seinem neuen Roman führt Gessen zwei junge jüdische Brüder aus Amerika zurück nach Russland in die Heimat ihrer Eltern (JR)

Die Makkabi Deutschland Games finden wieder statt

Die Makkabi Deutschland Games finden wieder statt

Nach einer Zwangspause durch die Lockdown-Maßnahmen messen sich vom 2.-5. September über 700 Athleten in Düsseldorf bei den traditionsreichen jüdischen Sportwettkämpfen (JR).

Spira, Warmaisa, Magenza: Das Judentum gehört zu Deutschland

Spira, Warmaisa, Magenza: Das Judentum gehört zu Deutschland

Die UNESCO ernennt die jahrtausendealten deutschen Orte jüdischen Wirkens in den sogenannten SchUM-Städten Speyer, Worms und Mainz und zum Weltkulturerbe: Ein weiterer und eindeutiger Beleg für 17 Jahrhunderte jüdischer Präsenz im heutigen Deutschland (JR).

Die jüdisch-kanadische Song-Legende Leonard Cohen:

Die jüdisch-kanadische Song-Legende Leonard Cohen:

(Aus unserer Reihe jüdische Singer-Songwriter, Teil 6) (JR)

Shimen Dzigan, Yisroel Shumacher und ihr jiddisches Theater

Shimen Dzigan, Yisroel Shumacher und ihr jiddisches Theater

Zwei Lodzer Söhne erobern die Comedy-Szene mit ihrem jiddischen Kleynkunst-Theater (JR)

Die westeuropäische Geldhilfe für subversive und israel-feindliche NGOs im Land der Juden

Die westeuropäische Geldhilfe für subversive und israel-feindliche NGOs im Land der Juden

Der Autor Tuvia Tenenbom beleuchtet bei einer Lesung aus seinem Buch „Allein unter Juden“ das schädliche Wirken von israelfeindlichen und mit dem arabischen Terror sympathisierenden NGOs aus Westeuropa und sogar aus Israel selbst (JR).

Czernowitz: Das „Jüdische Haus“ wird wieder jüdisch

Czernowitz: Das „Jüdische Haus“ wird wieder jüdisch

Das beeindruckende historische Gebäude, das vor 80 Jahren von den Nazis eingenommen wurde und aus dem die Juden der Bukowina in den Tod geschickt wurden, wird dem jüdischen Volk zurückgegeben. Czernowitz war eines der bedeutendsten Zentren des Judentums in Europa (JR).

Isaac Bashevis Singer: Ein Leben für die jiddische Sprache

Isaac Bashevis Singer: Ein Leben für die jiddische Sprache

„Der Scharlatan“: Rezension des neu verlegten Buches des einzigen jiddischsprachigen Literatur-Nobelpreisträgers

„Meine Stimme ist ernst und voller  Schlaglöcher“

„Meine Stimme ist ernst und voller Schlaglöcher“

Neil Diamond, der jüdische Elvis. (Aus unserer Reihe jüdische Singer-Songwriter, Teil 5)

Will Eisner – der Pate der Graphic Novel

Will Eisner – der Pate der Graphic Novel

In Dortmund wurde dem amerikanisch-jüdischen Comic-Zeichner Will Eisner eine neue Ausstellung gewidmet.

Meisterwerke eines Feuilletonisten

Meisterwerke eines Feuilletonisten

Die in Buchform veröffentlichten „Plauderbriefe“ des großen jüdischen Schriftstellers Alfred Kerr zeichnen ein einmaliges Porträt des Berlins des Kaiserreiches und der Weimarer Republik.

Alle Artikel
Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu..
Verstanden