Diejenigen, die Bücher verbieten, waren noch nie die Guten

In der ganzen Menschheitsgeschichte standen diejenigen, die Bücher verbrennen oder in der Gegenwart Texte aus dem Internet löschen, für Unfreiheit und die Unterdrückung der Wahrheit. Auch der aktuelle linke McCarthyismus und die Cancel Culture, die dieses Vorgehen fortsetzen, stehen auf der falschen Seite der Geschichte.

10. Mai 1933, Bücherverbrennung durch die Deutsche Studentenschaft am Opernplatz in Berlin.© WIKIPEDIA

Von Dushan Wegner

Es gibt sie ja doch, diese Sätze und Worte, die wir zwar so ähnlich bereits gehört haben, die wahr und wichtig waren und bleiben – und dann spricht sie einer neu aus, und wir spüren ihre Wahrheit aufs Neue.

Einen solchen Satz twitterte dieser Tage der amerikanische Biotech-Unternehmer Vivek Ramaswamy (Vermögen laut Wikipedia über eine halbe Milliarde US-Dollar):

„Name ONE time in human history when the group fighting to ban books and censor speech were the good guys. I’ll wait …“

Zu Deutsch etwa:

„Nennt mir EINEN Fall der Menschheitsgeschichte, in dem die Gruppe, die für den Bann von Büchern und die Zensur von Sprache kämpfte, die Guten waren.

Ich warte …“

Der Tweet genießt aktuell über 20.000 Retweets – und er hat neben der allgemeinen Lage der Gesellschaft auch einen aktuellen Anlass.

 

Amazons Fernlöschung

Im Jahr 2009 geschah etwas, das derart hollywoodesk-dystopisch-schurkenhaft erschien, dass ein Hollywood-Script mit diesem Inhalt als geradezu lächerlich klischeehaft belächelt und abgewiesen worden wäre.

Amazon hatte etwa zwei Jahre zuvor sein elektronisches Buchlesegerät Kindle auf den Markt gebracht. Der Kindle unterscheidet sich bis heute von den meisten anderen E-Buch-Lesegeräten dadurch, dass er sein eigenes Dateiformat benutzt und recht eng an die Amazon-Plattform geknüpft ist. Es ist natürlich für die Kunden komfortabel – doch wir wissen, dass heutzutage digitaler Komfort zuverlässig mit Ausgeliefertsein erkauft wird.

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