Auswärtiges Amt finanziert Jeckes-Museum mit einer Million Euro

Das deutsche Außenministerium unterstützt den Fortbestand des Jeckes-Museums in Israel finanziell und sichert sich damit auch Einfluss auf die Darstellung der Geschichte deutschstämmiger Juden (Jeckes) im Heiligen Land.

Ein Blick in die Dauerausstellung© WIKIPEDIA

(Israelnetz) Das Auswärtige Amt will das Jeckes-Museum in Israel finanziell unterstützen. Am Mittwoch kündigte es zusätzlich eine Million Euro für den „Jeckes-Verband“ an. Bereits im Rahmen des Jubiläumsjahres „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ stellt das Auswärtige Amt eine Anschubzahlung von 200.000 Euro in Aussicht. Mit dem Geld will das Museum seinen Umzug an die Universität Haifa und die fachgerechte Zwischenlagerung von Artefakten, Archivmaterialien und Kunstwerke finanzieren.

Die finanzielle Zusage erfolgte nach einem Treffen von Außenminister Heiko Maas (SPD) mit dem israelischen Präsidenten Reuven Rivlin am Dienstag in Berlin. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterstützt den Umzug des Museums durch die Finanzierung einer Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters. In einer Pressemitteilung des Auswärtigen Amtes heißt es außerdem, dass durch die finanzielle Hilfe weitere Sponsoren in Deutschland und Israel motiviert werden sollen, sich für das Projekt zu engagieren.

 

Deutsche Juden als Brückenbauer

Das Jeckes-Museum im Norden Israels liegt etwa 30 Kilometer östlich von Akko und dokumentiert das Leben deutschstämmiger Einwanderer in Israel. Von den bereits in Israel lebenden Juden wurden sie Jecken genannt. Viele von ihnen flohen in den 1930er Jahren vor dem Nationalsozialismus und hatten einen großen Anteil am Aufbau des jüdischen Staates. Darüber hinaus brachten sie viele Traditionen des deutschen Judentums ins Land.

Die Verbindung, die die deutschstämmigen Juden auch weiterhin nach Deutschland halten, sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes „wichtige Brückenbauer“ zwischen den beiden Ländern. Mit dem Umzug vom bisherigen Standort in Tefen nach Haifa soll eine Anbindung an das dortige Deutschlandzentrum einhergehen. So könne das Andenken der Jeckes einer breiten Öffentlichkeit und der Forschung zugänglich gemacht werden.

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