Der Jude vom Planeten Vulkan

Vor 90 Jahren kam Leonard Nimoy zur Welt – nur wenigen ist bekannt, dass Mr. Spock vom Raumschiff Enterprise im echten Leben ein engagierter Förderer der jiddischen Sprache war.

Leonard Nimoy vor „Raumschiff Enterprise”-Plakaten
© Ahmad GHARABLI , AFP

Von Margarita Grinspan

Der amerikanisch-jüdische Schauspieler Leonard Simon Nimoy ist wohlbekannt als der legendäre Mr. Spock aus der Filmreihe „Star Trek“. Seine Eltern, Max und Dora, wurden in der Stadt Izjaslaw (heute Westukraine) geboren. 1913 emigrierte der Vater Max mit seinen Eltern als erster, 1921 kam Dora mit dem Sohn Melvin nach. Die Familie lebte in Boston, wo der Vater einen Friseursalon betrieb, den er von seinem Ersparten kaufte; die Mutter war Hausfrau.

Am 26. März 1931 kam der Sohn Leonard zur Welt. Seine ersten Sprachen waren Jiddisch und Englisch. Seine Kindheit schilderte der Schauspieler ausführlich 2013 in einem Interview des National Yiddish Book Center. „Ich sprach Englisch, musste mich aber mit den Großeltern auch Jiddisch unterhalten“, erklärte Nimoy. „In dem Stadtteil, wo ich aufwuchs, gab es zahlreiche Synagogen; im Chor einer von diesen sang ich während der Hohen Feiertage. Das Judentum und das jüdische Umfeld haben mich sehr stark beeinflusst. Als prägender Teil meiner Weltanschauung wurden sie eine wertvolle Ressource für mich“, sagte der Schauspieler.

Bereits in der Schule bemerkte man sein schauspielerisches Talent. Mit acht Jahren stand Leonard zum ersten Mal im Theaterstück „Hänsel und Gretel“ auf der Bühne; über 10 Jahre lang spielte er bei den Amateuraufführungen weiter mit. Er ging nach Los Angeles an die Universität von Kalifornien und studierte dort Grundlagen der Fotografie, träumte aber von einer Karriere als Schauspieler. Nach einem Jahr in Hollywood bekam Leonard 1952 eine Hauptrolle – als Anführer einer Straßengang in dem Film „Kid Monk Baroni“. Dies war ein hoffnungsvoller Start für einen unbekannten Juden aus Boston. Danach diente Nimoy beim Militär und lernte Saandy Zober kennen, die er 1954 heiratete. Das Paar bekam zwei Kinder: 1955 die Tochter Judy und 1956 den Sohn Adam. Die Ehe hielt bis 1987, am 1. Januar 1989 heiratete Nimoy die Schauspielerun Susan Bay.

 

Taxifahren, um über die Runden zu kommen

Aus dem Militärdienst entlassen kehrte Leonard nach Hollywood zurück und war für jede noch so winzige Rolle dankbar – auch wenn es nicht genug Geld gab und er als Taxifahrer dazuverdienen musste. Während der Dreharbeiten für den Film „Leutnant“ lernte Nimoy den Regisseur Gene Roddenberry kennen, der seit Jahren die Absicht hegte, eine Science-Fiction-Serie zu drehen, was er aber bislang weder bei CBS, noch bei der NBC realisieren konnte. Schließlich wurde eines der drei vorliegenden Drehbücher doch genehmigt. So gelangte 1966 das Serial „Star Trek“ auf die Bildschirme. Leonard Nimoy bekam die Rolle des Mr. Spocks – halb Mensch, halb Vulkanier, als unverzichtbares Mitglied des Teams des Raumschiffes Enterprise.

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