Gene Simmons, Frontmann der Rockband KISS: Juden „öffneten die Türen für afroamerikanische Musik“ in den USA

Der jüdische Rockmusiker sagte in einem kürzlich veröffentlichten Interview, dass „das wahre Geheimnis, über das nicht viel gesprochen wird“, der Beitrag der Juden zum Erfolg der „Black

Rockstar Gene Simmons© WIKIPEDIA

Music“ (afroamerikanische Musik) in den Vereinigten Staaten sei.

Von Shiryn Ghermezian (Algemeiner)

KISS-Frontmann Gene Simmons sagte in einem kürzlich veröffentlichten Interview, dass „das wahre Geheimnis, über das nicht viel gesprochen wird“, der Beitrag der Juden zum Erfolg der „Black Music“ (afroamerikanische Musik) in den Vereinigten Staaten sei.

Diese Bemerkung machte der jüdische Rock-'n'-Roll-Star, der als Chaim Witz geboren wurde und dessen Mutter eine Holocaust-Überlebende war, in einem Gespräch mit dem Magazin „American Songwriter“. Auf die Frage nach der „langen Geschichte in Amerika“, in der schwarze und jüdische Amerikaner eng zusammenarbeiteten, erinnerte der 71-Jährige an die Zeit, als „Musik von Schwarzen nicht im weißen Radio gehört werden durfte“ und sagte: „Es waren wirklich die Juden - [Jerry] Leiber und [Mike] Stoller, die ‚You ain‘t nothin‘ but a hound dog‘ und ‚Give me fever in the morning‘ schrieben, all diese afroamerikanische Musik.“

Die beiden von Simmons erwähnten Songs „Hound Dog“ und „Fever“ wurden ursprünglich von den afroamerikanischen Künstlern Big Mama Thornton und Little Willie John aufgenommen, bevor sie von weißen Sängern, Elvis Presley und Peggy Lee, populär gemacht wurden.

„The Coasters, Ben E. King und andere – geschrieben von zwei Juden“, fuhr er fort. „Zwei Juden, die den Broadway und die Art von Schnulzenmusik, die die anderen Juden machten, nicht ausstehen konnten. Sie liebten die afroamerikanische Musik und waren für einen großen Teil der Musik verantwortlich, die dort herauskam. Elvis, Big Mama Thornton und viele andere.“

„Die Wahrheit ist, dass ohne [den amerikanischen Plattenproduzenten] Sam Phillips und eine Menge anderer Leute der frühe Rock 'n' Roll, einschließlich Elvis, niemals stattgefunden hätte. Es waren diese Juden, denen die Plattenfirmen gehörten, die die Türen für die afroamerikanische Musik öffneten. Sam Phillips nahm Bo Diddley und viele andere Sachen auf, während der Rest der Plattenfirmen sie nie angefasst hätte.“

Simmons wurde in Israel geboren und wanderte im Alter von etwa 9 Jahren in die USA ein, ohne damals ein Wort Englisch sprechen zu können. Seine erste Berührung mit Musik war der afroamerikanische Sänger und Gitarrist Chuck Berry; als Berry 2017 starb, hielt Simmons selbst eine Trauerrede.

„Die ersten Künstler, die ich gehört habe und die mein Leben beeinflusst haben, waren im Grunde Afroamerikaner“, sagte er in dem Interview am Montag. „Danach Jackie Wilson und all die Anderen.

Die weißen Jungs waren okay, sie gefielen den Mädels und so. Aber das echte Zeug war die afroamerikanische Musik. Die brachte deinen Hintern, deine Leistengegend zum Wackeln und bewegte sich auf eine Art und Weise, wie es weiße Musik nicht tat. Sogar [„Let‘s Twist Again“-Sänger] Chubby Checker.“ Simmons war der „Twist“-Champion an seiner Schule als er jünger war, erzählte er dem Magazin.

Übersetzung von Maximilian Krupop

Sehr geehrte Leser!

Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:

alte Website der Zeitung.


Und hier können Sie:

unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen

in der Druck- oder Onlineform

Unterstützen Sie die einzige unabhängige jüdische Zeitung in Deutschland mit Ihrer Spende!

Werbung


Neue Hoffnung am Literaturhorizont: Finn Jobs Israel-Sehnsucht in seinem Debütroman „Hinterher“

Neue Hoffnung am Literaturhorizont: Finn Jobs Israel-Sehnsucht in seinem Debütroman „Hinterher“

Martin Buber: Das dialogische Prinzip

Martin Buber: Das dialogische Prinzip

Jeff Goldblum: Mr. Jurassic Park wird 70

Jeff Goldblum: Mr. Jurassic Park wird 70

Buchbesprechung: Arye Sharuz Shalicar sagt „Shalom Habibi“

Buchbesprechung: Arye Sharuz Shalicar sagt „Shalom Habibi“

Vor 80 Jahren von den Nazis in Krakau ermordet: Mordechai Gebirtig, Vater des jiddischen Liedes und moralische Stütze des eigenen Volkes in Zeiten schrecklichster Not und Verfolgung

Vor 80 Jahren von den Nazis in Krakau ermordet: Mordechai Gebirtig, Vater des jiddischen Liedes und moralische Stütze des eigenen Volkes in Zeiten schrecklichster Not und Verfolgung

Gebirtigs bekanntestes Lied „S’brent“ war während der NS-Zeit die inoffizielle Hymne jüdischer Widerstandskämpfer. Heute wird es in Israel zu jedem Holocaust-Gedenktag angestimmt. Unter diesem Titel erschien auch die erste deutschsprachige Biografie Mordechai Gebirtigs – eine Pionierarbeit und ein Buch gegen das Vergessen. (JR)

Der ewige Antisemitismus – Buchbesprechung der Essay-Sammlung „Gebannt in diesem magischen Judenkreis“

Der ewige Antisemitismus – Buchbesprechung der Essay-Sammlung „Gebannt in diesem magischen Judenkreis“

Der Judenhass verläuft typischerweise nach einem bekannten historischen Muster, genährt von Vorurteilen und antisemitischen Stereotypen. Der New Yorker Germanist und Historiker Sander L. Gilman geht der Frage nach der jüdischen Identität nach. (JR)

Defund Documenta

Defund Documenta

Auf der Documenta sorgen schon wieder Ausstellungsstücke mit wüst antijüdischer Symbolik für einen Antisemitismus-Skandal. Kein Grund zur Überraschung: Der „postkoloniale Antirassismus“ des Kunstbetriebs zeigt nur seine hässliche Fratze. Eine Fratze, die Israel delegitimieren will und Juden entmenschlicht. Der Berliner Künstler Niels Betori Diehl hat sich die Verantwortlichen und Akteure näher angeschaut, sein Fazit: Die Liste der BDS-Unterstützer ist erschreckend lang, die Motivation der Unterzeichner teilweise pathologisch.

„Sounding Jewish in Berlin“: Eine Klezmer-Reise durch Berlin

„Sounding Jewish in Berlin“: Eine Klezmer-Reise durch Berlin

Autor und Musiker Phil Alexander fängt in seinem Buch „Sounding Jewish in Berlin: Klezmer Music and the Contemporary City“ die Stimmung der Berliner Stadtviertel ein. Laut dem passionierten Musikforscher befindet sich die Weltmetropole im ständigen Dialog mit der zeitgenössischen Klezmer-Szene.

Die „schwarze” Musik des Juden Gershwin - Zum 85. Todestag des Komponisten

Die „schwarze” Musik des Juden Gershwin - Zum 85. Todestag des Komponisten

Jacob Gerschowitz, das Kind jüdischer Einwanderer aus Russland wurde zum weltgefeierten Komponisten George Gershwin. Seine Musik ist unsterblich. Sein von den musikalischen Einflüssen des jüdischen Shtetl Osteuropas geprägte Genie und die Fusion mit der Musik der Südstaaten und des Broadways haben den Jazz wie nichts anderes geprägt und auf dem Broadway und in Hollywood neue Akzente gesetzt, die bis heute fortwirken. (JR)

Cyrus Overbeck: Ein Künstler empört sich

Cyrus Overbeck: Ein Künstler empört sich

Der international renommierte Künstler Cyrus Overbeck zählt zu den führenden bildenden Künstlern Deutschlands. Overbeck empört sich mit all seiner Körperlichkeit. Einer, der sich nicht fügen mag. Ein Störenfried. Ihn treiben die Aufdeckung und Aufarbeitung nationalsozialistischer Kontinuitäten an. Mit dem Holzschnitt aufklären, was Demokratie ist, das ist seine Triebfeder. (JR)

„Wir weinten tränenlos“ – Ein Film über die Mitglieder des jüdischen „Sonderkommandos“ in Auschwitz

„Wir weinten tränenlos“ – Ein Film über die Mitglieder des jüdischen „Sonderkommandos“ in Auschwitz

Die Malerei im Judentum

Die Malerei im Judentum

Alle Artikel
Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu..
Verstanden