Philippinen für pro-jüdischen Einsatz ausgezeichnet

Zur Zeit des Nationalsozialismus waren nur wenige Länder bereit, jüdische Flüchtlinge aufzunehmen. Darunter die Philippinen. Für das damalige Handeln erhält das Land nun eine Ehrung des World Zionist Congress.

Die Beziehungen beider Länder sind bis heute gut: Empfang der philippinischen Konsulin Rachel Quinones (sechste von rechts) für israelische Schüler.© FACEBOOK

(Israelnetz) Für ihren pro-jüdischen Einsatz während des Holocausts haben die Philippinen eine Auszeichnung des „Bundes Allgemeiner Zionisten“ (CGZ) erhalten. Der philippinische Botschafter, Reichel Quinones, nahm die Urkunde am Montag während einer Zeremonie in der Botschaft in Tel Aviv entgegen.

Grund für diese Ehrung ist zum einen das Abstimmungsverhalten der Philippinen zur UN-Resolution 181 im Jahr 1947. Als einziges asiatisches Land stimmten sie für die Resolution und damit für den UN-Teilungsplan. Demzufolge sollte das britische Mandatsgebiet Palästina in zwei Staaten – einen jüdischen und einen arabischen – aufgeteilt werden.

 

Rettung von 1.300 Juden

Ein weiterer Grund ist das Engagement des ehemaligen philippinischen Präsidenten Manuel Quezon. Dieser hatte sich zu Zeiten des Holocaust bereit erklärt, jüdische Flüchtlinge aufzunehmen. Durch seinen Einsatz seien über 1.300 Juden gerettet worden, hieß es in einem Artikel der Zeitung „Jerusalem Post“. Unterstützt wurde er unter anderem vom ehemaligen US-Präsidenten Dwight Eisenhower. Quezon verstarb noch vor Ende des Zweiten Weltkriegs, im Jahr 1944, im Alter von 66 Jahren.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des „Bundes Allgemeiner Zionisten“, David Ja'ari, erklärte, das mutige Verhalten von Präsident Quezon in einer solch dunklen Zeit müsse entsprechend gewürdigt werden. Zudem machte CGZ-Generalsekretär Dov Lipman deutlich, die Rettung von Juden und die Unterstützung Israels seien keineswegs selbstverständlich.

Der CGZ ist eine Gruppe innerhalb des „Zionistischen Weltkongresses“. Er setzt sich für die Zusammenführung aller jüdischen Menschen ein, ohne dabei bestimmte politische oder religiöse Strömungen zu bevorzugen. Viele Jahrzehnte wurde die Bewegung vom ehemaligen Vize-Präsidenten des „Jüdischen Weltkongresses“ und Holocaust-Überlebenden Kalman Sultanik geleitet. Inzwischen hat der CGZ Vertreter in 14 Ländern, darunter auch Deutschland.

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