Israel und Bhutan nehmen Beziehungen auf

Erst seit einigen Jahren verfolgt das abgeschieden im Himalaja gelegene Königreich Bhutan einen Kurs der Öffnung für die Außenwelt. Nun hat das buddhistische Land diplomatische Beziehungen mit Israel aufgenommen. Keine solchen Beziehungen pflegt es bis jetzt mit den USA, China, Großbritannien, Frankreich oder Russland.

(Israelnetz) Israel und das Königreich Bhutan haben diplomatische Beziehungen aufgenommen. Die Unterzeichnungszeremonie fand am Samstag im Amtssitz des israelischen Botschafters in Indien statt.

Israels Botschafter in Indien, Ron Malka, erklärte gegenüber der Zeitung „Jerusalem Post“, bhutanische Regierungsvertreter hätten sich in den vergangenen Jahren mehrfach an Israel gewandt. „Wir haben sie in Bereichen beraten, die für sie wichtig sind, wie Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Technologie und Bildung“, sagte Malka. Er selbst sei bislang zweimal in Bhutan gewesen. Das Land sei sehr besonders und unterscheide sich von anderen. „Sie haben ihre Kultur und ihre natürlichen Ressourcen wirklich bewahrt. Es gibt nicht einmal Ampeln, alles ist sehr ursprünglich“, fügte der Diplomat hinzu.

Israels Außenminister Gabi Aschkenasi dankte seinem bhutanischen Amtskollegen Tandy Dorji in einem Telefonat für die Aufnahme der vollen diplomatischen Beziehungen. Er hoffe auf einen Besuch des Königs von Bhutan im kommenden Jahr in Israel.

Auch Israels Premierminister Benjamin Netanjahu begrüßte den Schritt. Er erklärte, sein Land sei über die Aufnahme von bilateralen Beziehungen in Verhandlungen mit weiteren Staaten.

 

Index für nationales Glück

Dass Israel und Bhutan bisher keine diplomatischen Beziehungen hatten, lag nicht an einem Konflikt, sondern an der jahrhundertelangen selbstgewählten Isolation Bhutans. Das an Tibet und Indien angrenzende Königreich hat bislang nur mit rund 50 Ländern diplomatische Beziehungen, seit November auch mit Deutschland. Keine solchen Beziehungen pflegt es mit den USA, China, Großbritannien, Frankreich oder Russland.

Bhutan ist etwa zweimal so groß wie Israel und hat rund 800.000 Einwohner. Das Wohlergehen der Bevölkerung misst es nicht am Wirtschaftswachstum, sondern an einem Index für das nationale Glück. Obwohl das Land sehr arm ist, zählen die Menschen in dem buddhistischen Land zu den zufriedensten der Welt.

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