Antisemitismus für Anfänger

Mit Cartoons und Texten zeigt das neue satirische Buch "Antisemitismus für Anfänger" das tiefe Maß mennschlicher Dummheit und überaus Komisches im bewussten und unbewussten Antisemitismus. Cartoonisten von Weltrang aus Deutschland, Israel und den USA haben zu diesem neuen Buch beigetragen.

Von Filip Gaspar

Die gebürtige New Yorkerin Myriam Halberstam gründete 2010 Ariella, den ersten jüdischen Kinderbuchverlag in Nachkriegsdeutschland. 2020 schaffte er es gar unter die Preisträger des Deutschen Verlagspreises. Vor der Gründung des Ariella-Verlags musste man sich, um an jüdische Kinderbücher zukommen, größtenteils auf den amerikanischen Buchmarkt umschauen, und dessen Angebot ist sehr stark vom orthodoxen Judentum geprägt. Neben vielen Kinder- und Jugendbüchern, darunter „Ein Pferd zu Chanukka“, ist Halberstam die erste Kinder-Thora in einem modernen Deutsch zu verdanken. Vor knapp zwei Jahren wurde das Sortiment um Literatur für Erwachsene erweitert, nicht Erwachsenenliteratur! Nach „Schalömchen - Witzige koschere Comics“ des Cartoonzeichners Ben Gershon kommt nun „#Antisemitismus für Anfänger - Eine Anthologie“, mit 60 Karikaturen begleitet von 17 satirischen Texten.

Bereits das Titelblatt zeigt, wohin die Reise geht. Auf einer Cocktailparty erklärt eine Frau im Cocktailkleid und mit einem Glas Champagner in der Hand der Gastgeberin, dass sie und ihr Mann, den Giur (Konversion zum Judentum) vollziehen werden, um endlich auch Teil „dieser Weltverschwörung“ zu werden. Dies ist nur einer von 60 Cartoons, die alle den Finger in die Wunde legen, die der Antisemitismus hinterlässt und die, leider, immer tiefer zu werden scheint. Der Anschlag auf die Synagoge von Halle ist gerade ein Jahr her und vor der Hamburger Synagoge wurde ein jüdischer Student mit einem Klappspaten schwer verletzt. Gerade deswegen ist diese Anthologie so wichtig.

Unter den Zeichnern findet sich die Creme de la Creme der deutschen und internationalen Cartoonistenszene, darunter Namen wie Katharina Greve (Deutscher Cartoonpreis für „Der freche Mario“), Sam Gross (The New Yorker), Yaakov Kirschen oder Til Mette (Stern).  Die Liste der Textautoren beinhaltet Namen wie Wladimir Kaminer, Adriana Altaras, Michel Bergman, Walther Rothschild, Ellen Pressener, um nur ein paar zu nennen. Ellen Pressener zeigt in ihrem Vorwort anhand von Beispielen wie Charlie Chaplins „Der große Diktator“ und Kurt Tucholsky auf, wozu Satire in der Lage ist. Wladimir Kaminer berichtet, wie ihm sein beschnittener Penis zu kurzzeitigem Ruhme in seiner russischen Schulklasse verhalf, bevor die Zuschaustellung seines besten Stückes dann doch nur zu Desillusionierung führte.

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