Haben die Juden in Deutschland eine Zukunft?

Die Geschichte der Juden in Deutschland und Europa ist vor allem eine Geschichte der Enttäuschungen

Viele Synagogen (gerade in Westeuropa) benötigen dauerhaft Polizeischutz.© MICHELE TANTUSSI , AFP

Von Alexander Günsberg

Um es vorwegzunehmen: Meine Antwort auf diese fundamentale Frage, die sich im Spannungsfeld des Wandels der Demographie und der Einstellung von Regierung und Bevölkerung in Deutschland zu Israel und zum Zionismus heute wieder stellt, lautet Nein. Ich gehe sogar soweit, zu sagen, dass die Juden in Deutschland zwar eine Vergangenheit, aber nie eine Zukunft hatten. Ein Blick in die Geschichte, aber auch in die Gegenwart beweist meine These:

Mit den Römern gekommen, sind jüdische Gemeinden ab dem 4. Jahrhundert in der Provinz Germania inferior nachgewiesen. Wie Perlen reihen sie sich am nach Norden führenden Hauptverkehrsweg auf, dem Rhein, liegen in Köln, Trier, Mainz, Worms und Speyer. Anfangs sind die Juden von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen, weil sie nicht dem Kaiserkult und den römischen Staatsgöttern huldigen. Im Jahr 321 verkehrt sich das mit dem Codex Theodosianus ins Gegenteil. Da der römischen Oberschicht unbezahlte Ämter zu kostspielig und zeitraubend sind und die Verwaltung zusammenzubrechen droht, werden die Juden in die Stadträte gezwungen und bekommen damit gleichsam als Nebeneffekt volle Bürgerrechte.

 

Ein Jude am Hof Karls des Großen

Diese scheinen sie nach dem Abzug der Römer und der Zeit der Völkerwanderung unter den verschiedenen germanischen Stämmen noch lange behalten zu haben. Am Hof Karls des Großen ist um 800 der jüdische Großkaufmann Isaak bezeugt, der sich in der offiziellen Delegation zum Kalifen nach Bagdad befindet und von dort einen Elefanten zurückbringt, von dem sogar der Name überliefert ist. Er hieß Abul Abbas.

Ihre Blütezeit erleben die Juden in deutschen Landen im 11. Jahrhundert. Die ottonischen und salischen Herrscher gewähren ihnen Privilegien, um von ihrer Handelstätigkeit zu profitieren. Synagogen, jüdische Schulen, Bäder (Mikwes), Lehrhäuser (Jeschiwes) und Friedhöfe werden gebaut. Einige wenige Juden kommen als Geldverleiher zu Wohlstand und Reichtum, weil den Christen das Geldverleihen von der Kirche verboten ist. Die Juden schaffen aber nicht nur wirtschaftliche, sondern auch geistige Hochblüte. Hervorzuheben ist der aus dem westrheinischen Frankenreich stammende Rabbi Schlomo ben Jitzchak, bekannt als Raschi, einer der bedeutendsten Gelehrten und Bibelkommentatoren des Mittelalters. Er studiert in Mainz und Worms. Die Juden sind aber auch Bauern (Ackerjuden) und Handwerker, haben jedoch keinen Zugang zu den christlichen Zünften. Was den Autor dieser Zeilen betrifft, so stammen die Namen Günsberg, Ginsburg und ähnliche einer israelischen Genealogiestudie zufolge von einer Gräfin von Günzburg in Bayern, die sich im 11. Jahrhundert in einen Juden verliebt, zum Judentum konvertiert und ihn heiratet. Die Stellung der Juden, deren Zahl damals nicht mehr als 20.000 im gesamten Reich beträgt, hängt jedoch von kaiserlichen und bischöflichen Schutzbriefen ab. Sie müssen teuer erkauft werden und können jederzeit ohne Begründung für nichtig erklärt werden.

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