Mervyn LeRoy: Der jüdische Filmzauberer von Hollywood

Der in Kalifornien geborene Produzent und Regisseur, der u.a. das berühmte Musical „Der Zauberer von Oz“ in die Kinos gebracht hat, wäre in diesem Monat 120 Jahre alt geworden.

Mervyn LeRoy, Filmlegende aus San Francisco© AFP

Von Dr. Stefan Winckler

Auffallend oft waren herausragende Filme von Produzenten oder Regisseuren hergestellt und häufig auch von Drehbuchautoren verfasst, die mindestens einen jüdischen Elternteil hatten. An dieser Stelle sei beispielhaft Mervyn LeRoy vorgestellt. Zwar steht er nicht wie z.B. Alfred Hitchcock in der ersten Reihe seiner Kollegen. Doch ist die Biografie dieses Mannes, der am 15. Oktober 120 Jahre alt geworden wäre, beachtlich. Und bedeutender als die meisten Produzenten und Regisseure seiner Zeit war er allemal.

 

Jugend

Beide Elternteile waren jüdisch. LeRoys Mutter verließ die Familie 1905 für einen anderen Mann. Das schwere Erdbeben von San Francisco 1906 zerstörte die Im- und Exportfirma sowie das Wohnhaus des Vaters, die zuständige Versicherungsgesellschaft war zahlungsunfähig und konnte nichts ersetzen. Der Vater verstarb 1910. So musste der Zehnjährige als Zeitungsverkäufer arbeiten und verließ frühzeitig die Schule ohne Abschluss. Dabei entdeckte ihn ein Schauspieler, der immer bei ihm vor dem Theater die Zeitung kaufte. So trat zuerst LeRoy als „The Singing Newsboy“ und dann u.a. als „The Boy Tenor“ auf. Aus einer Bewerbergruppe von 600 Personen gewann Mervyn LeRoy 1915 einen Charlie-Chaplin-Imitationswettbewerb. Damit festigte er seine Stellung im Vaudeville-Theater, wo er sang und Witze erzählte. Ein Cousin verhalf ihm zu kleinen Jobs in der Filmbranche: in der Kostümabteilung, im Entwicklungslabor, als Kameraassistent. Sein Einsatz als Schauspieler in „Die zehn Gebote“ (Stummfilmversion) von Cecil B. DeMille bewog ihn 1923, eine Karriere als Regisseur anzugehen, was ihm ab 1927 in den Studios der Warner Brothers gelang.

 

Erfolg als Regisseur

Schon Ende 1928 verdiente Mevyn LeRoy, seines jungenhaften Aussehens und seines Talents wegen „the boy wonder“ genannt, die hohe Summe von eintausend Dollar in der Woche. Damals waren Komödien seine Spezialität. 1930 inszenierte er einen der ersten Gangsterfilme, an den sich kein anderer Regisseur heranwagte: „Little Caesar“ mit Edward G. Robinson und Douglas Fairbanks jr.. Dieser packende Streifen handelt vom Aufstieg eines italo-amerikanischen Tankstellenräubers, der allmählich zu einem mächtigen Wirtschaftskriminellen in Chicago aufsteigt, dann aber schlagartig alles verliert und im Kugelhagel der Polizei stirbt. Der Film machte Kasse und wirkte stilbildend.

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