Das „Antisemitismus-Problem“ der Linkspartei-Studenten

Der Hass linker Studenten auf Israel ist kein neues Phänomen – eine Zeitreise in die späten 1960er Jahre zum SDS

Schon der israelische Botschafter Asher Ben-Natan hatte Ende der 1960er Jahre unter den Attacken des "Sozialistischen Deutschen Studentenbundes" zu leiden, der ihm de facto Redeverbot an der Universität Frankfurt erteilte.© WIKIPEDIA

Von Dr. Marcus Ermler

Der Antisemitismus linker Studentenverbände hat historische Ausmaße. So entglitt der „Sozialistische Deutsche Studentenbund“ (1946-1970), kurz SDS, im letzten Jahrzehnt seiner Existenz in der Folge der westdeutschen Studentenbewegung der 1960er Jahre immer mehr in den radikalen Judenhass. Erinnert sei an seine Störaktion gegen den israelischen Botschafter im Jahr 1969, die Werner Bergmann in seinem Buch „Antisemitismus in öffentlichen Konflikten“ beschreibt.

Seinerzeit wollte Israels Botschafter Ben Natan auf Einladung des Bundesverbandes jüdischer Studenten in der Universität Frankfurt sprechen, wurde dabei jedoch von einer Gruppe rund um den SDS mit Zwischenrufen wie „Nazi-Kiesinger und Ben Natan eine Clique mit [Mosche] Dajan“ (Mosche Dajan war ein israelischer General sowie Verteidigungsminister im Sechstagekrieg von 1967), „Ha, Ha, Ha, – El Fatah ist da“, „Zionisten raus aus Palästina“ sowie „Faschisten raus“ fortwährend unterbrochen und letztlich so zum Schweigen gebracht. Ben Natan rief schließlich mit einem Megaphon in die Menge:

„Es würde ein geschichtliches Ereignis sein, wenn Sie diese Diskussion heute Abend unmöglich machen würden. Dies ist in Deutschland das letzte Mal vor 34 Jahren geschehen.“

Weiter kommentierte Natan diese Geschehnisse im Anschluss als „verkappten Antisemitismus“ des SDS und reihte diesen sowohl in das kommunistische als auch das neonazistische Lager ein, indem er festhielt, dass „die SED der DDR, der SDS und die ‚Deutsche National-Zeitung‘ […] die gleiche Sprache [sprächen]“. Die National-Zeitung war eine rechtsextreme und antisemitische Wochenzeitung vom späteren DVU-Vorsitzenden Gerhard Frey.

Sie können diesen Artikel vollständig in der gedruckten oder elektronischen Ausgabe der Zeitung «Jüdische Rundschau» lesen.

Vollversion des Artikels

€ 0,75 inkl. MwSt.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Hier können Sie

die Zeitung abonnieren,
die aktuelle Ausgabe oder frühere Ausgaben kaufen
oder eine Probeausgabe der Zeitung bestellen,

in gedruckter oder elektronischer Form.

Vollversion des Artikels

€ 0,75 inkl. MwSt.
Zugang erhalten

Sehr geehrte Leser!

Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:

alte Website der Zeitung.


Und hier können Sie:

unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen

in der Druck- oder Onlineform

Unterstützen Sie die einzige unabhängige jüdische Zeitung in Deutschland mit Ihrer Spende!

Werbung


Aussichtslosigkeit und tieferer Sinn – der jüdische Widerstand im KZ Auschwitz-Birkenau

Aussichtslosigkeit und tieferer Sinn – der jüdische Widerstand im KZ Auschwitz-Birkenau

Der Jahrestag des Aufstandes der Mitglieder des Sonderkommandos in Auschwitz-Birkenau am 7. Oktober 1944 ist ein Anlass, um an jüdischen Widerstand und jüdisches Heldentum in Auschwitz zu erinnern.

Will die Görlitzer Stadtverwaltung jüdische Geschichte tilgen?

Will die Görlitzer Stadtverwaltung jüdische Geschichte tilgen?

In der denkmalträchtigen Stadt Görlitz soll bei der nach 26 Jahren endlich fertig renovierten Synagoge ausgerechnet auf den Davidstern verzichtet werden. Dieser war offenbar nicht nur den Nazis aus dem Dritten Reich und den Kommunisten der DDR ein Dorn im Auge, sondern wird nun auch von Teilen des Görlitzer Magistrats als störend und ausgrenzend empfunden.

„Ein Klumpen von 40.000-50.000  staatenlosen ehemaligen polnischen Juden“

„Ein Klumpen von 40.000-50.000 staatenlosen ehemaligen polnischen Juden“

Vor 82 Jahren veranlasste der Staatssekretär Ernst von Weizsäcker und weitere Nazi-Schreibtischtäter im Vorfeld der Reichpogromnacht mit der sogenannten „Polenaktion“ die Abschiebung teilweise schon lange in Deutschland ansässiger polnischer Juden nach Polen.

„Mojsches und Abrahams wollen unsere Plätze einnehmen.“

„Mojsches und Abrahams wollen unsere Plätze einnehmen.“

Antisemitische Säuberungen in der Wirtschaft der UdSSR

Der authentische jiddische Humor der Orthodoxen

Der authentische jiddische Humor der Orthodoxen

Die Fernsehserie „Shtisel“ aus Israel kommt ohne Klezmer-Klischees und ohne Verurteilung der Orthodoxie aus. Gespräche zwischen orthodoxen Juden in authentischem Jiddisch zeigen dem Publikum wie sich realer, scharfzüngiger jüdischer Humor tatsächlich anhört.

Auf Sommer-Besuch bei den Juden Kroatiens

Auf Sommer-Besuch bei den Juden Kroatiens

Die dalmatinischen Küstenstädte Split und Dubrownik besitzen kleine, aber lebendige jüdische Gemeinden und beherbergen u.a. die ältesten sephardischen Synagogen Europas.

Arabischer Brief an Theodor Herzl: „Guter G‘tt, historisch betrachtet ist es wirklich Ihr Land!“

Arabischer Brief an Theodor Herzl: „Guter G‘tt, historisch betrachtet ist es wirklich Ihr Land!“

Wie sich die Nation Israel zu Beginn des 20. Jahrhunderts schon vor der offiziellen Staatsgründung heranbildete.

Eine jüdische Theater- und Filmkarriere: Paul Muni zum 125. Geburtstag

Eine jüdische Theater- und Filmkarriere: Paul Muni zum 125. Geburtstag

Der jiddische Muttersprachler Muni aus Österreichisch-Galizien wurde in Amerika zu einem der berühmtesten Theater- und Filmschauspieler seiner Zeit.

Rav Kook: Ein prophetischer Denker der jüdischen Wiederfindung und Rückkehr in die heilige historische Heimat

Rav Kook: Ein prophetischer Denker der jüdischen Wiederfindung und Rückkehr in die heilige historische Heimat

Der Großrabbiner hatte in den 1920er Jahren großen Anteil daran, auch orthodoxe Juden für die Idee des Zionismus zu gewinnen und gilt als geistiger Vater des religiösen Zionismus und Wegbereiter der Staatsgründung Israels. Am 1. September jährt sich sein Todestag zum 85. Mal.

Achtundsechziger und Dreiunddreißiger

Achtundsechziger und Dreiunddreißiger

Die offensichtliche Israel- und Judenfeindlichkeit der 68er-Bewegung findet nicht selten eine Erklärung darin, dass nicht wenige der fanatischsten Linken dieser Zeit selbst aus tiefbraunen Nazi-Familien stammen – hier drei exemplarische Kurz-Biografien.

Westdeutsche Politiker, ihre Image-Angst und der Holocaust

Westdeutsche Politiker, ihre Image-Angst und der Holocaust

Zahlreich westdeutsche Politgrößen, die zum Teil selbst Nationalsozialisten gewesen waren, empfanden sich weniger als Schuldige, sondern vielmehr als „Opfer“ der Holocaust-Aufarbeitung und des Holocaust-Gedenkens in Nachkriegsdeutschland und den USA. Jacob Eder hat ein neues Buch zur Erinnerungskultur an den Judenmord seit den 70er Jahren veröffentlicht.

Niemand bleibt allein!

Niemand bleibt allein!

Zum 100. Jahrestag der „Union russischer Juden in Deutschland“, die Hilfe bei der jüdischen Einwanderungswelle nach dem Ersten Weltkrieg leistete.

Werbung

Alle Artikel
Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu..
Verstanden