Achtundsechziger und Dreiunddreißiger

Die offensichtliche Israel- und Judenfeindlichkeit der 68er-Bewegung findet nicht selten eine Erklärung darin, dass nicht wenige der fanatischsten Linken dieser Zeit selbst aus tiefbraunen Nazi-Familien stammen – hier drei exemplarische Kurz-Biografien.

Hannes Heer, der „Rudi Dutschke von Bonn“, Jahrgang 1941: Auch sein Vater war NSDAP-Mitglied.
© WIKIPEDIA

Von Dr. Stefan Winckler

Wenn es ein verbindendes Element der „68er“-Bewegung gibt, so ist es die entschiedene Ablehnung des Nationalsozialismus und der politischen Rechten. Dies wird verdeutlicht in dem Slogan „Muff von tausend Jahren“, den es unter den Professorentalaren zu „entlarven“ gälte.

Tragen manche ehemalige „neue Linke“ nicht selbst die dicksten Larven? Sie kritisierten die Vätergeneration oft pauschal, aber nicht wenige von ihnen verehrten Mao, Lenin und Ho Chi Minh – allesamt totalitäre Herrscher an der Spitze von Unrechtsstaaten, die nicht zimperlich in der Anwendung militärischer Gewalt waren. Linksradikale ließen sich ohne Zwang von Potentaten, die ihnen als weltliche Messiasfiguren erschienen, faszinieren. Hier sind diejenigen, die inflationär den Begriff „kritisch“ im Sinne von „gesellschaftskritisch“ missbrauchten, nach der kritischen Distanz zu fragen. Vielen dürfte das Elend dort egal gewesen sein. Als nach 1975 die Boatpeople aus dem nunmehr roten Vietnam flohen, waren es bürgerliche Politiker wie Ernst Albrecht (CDU), und nicht die 68er, die Zehntausende nach Deutschland holten. Offenbar hatten die zahlreichen APO-Demonstrationen, oft im Laufschritt („Ho Ho Ho… !“), neben den Beinen auch die Gehirne ermüdet.

 

Aus der NS-Vergangenheit der Väter gelernt? Drei Kurzbiografien

Nicht wenige Protagonisten stammten aus Elternhäusern, die Mitläufer, wenn nicht gar überzeugte Anhänger des Hitler-Regimes waren. Die oft mangelnde Auseinandersetzung der Väter- (und Mütter-)Generation mit den einstigen Einstellungen sowie die ungenügende Kommunikation zwischen der älteren und der jüngeren Generation mögen die Protestbewegung angeschoben haben.

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