Warum Judäa und Samaria eine höhere Bedeutung für Israel haben als Gaza

Das größere politisch-religiöse Interesse Israels an Judäa und Samaria beruht darauf, dass der Gazastreifen genauso wie der Sinai trotz langer jüdischer Präsenz niemals Teil eines jüdischen Staates werden sollte.

2005 transportieren israelische Grenzpolizisten jüdische Siedler aus Gusch Katif im Gazastreifen ab. Diese einseitige Landhergabe von Seiten Israels hat sich für den jüdischen Staat nicht gelohnt. Seit dem Rückzug beschießt die Hamas von Gaza aus das Land mit Raketen.
© MENAHEM KAHANA , AFP

Von Ulrich Sahm

Die Kritiker der israelischen Besatzungspolitik wähnen stets unfehlbare, mächtige Verbündete auf ihrer Seite zu haben. Mal ist es das ominöse „Völkerrecht“, meist ohne zu sagen, auf welchen Kodex und welchen Paragraphen des Völkerrechts sie sich berufen. Dann gibt es willkürlich herausgepickte palästinensische „Ansprüche“, die erfüllt werden müssten, damit beide Völker „friedlich Seite an Seite“ leben könnten. Doch andere „Ansprüche“ und Forderungen der „Palästinenser“, die nicht so recht in die eigenen Konzepte passen, werden einfach ignoriert. Genauso eigenmächtig wird die Geschichte zusammengebastelt, damit alles passt. So werden offiziell ausgehandelte Waffenstillstandslinien in „international anerkannte Grenzen“ umgewandelt, was sie aber nie waren. Hierzu könnte man wunderbar Parallelen in der deutschen Vergangenheit aufzeigen, wie unhaltbar solche Methoden sind. So waren die alten Zonengrenzen mitten in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg eben nur „Linien“, aber keine „international anerkannte Staatsgrenzen“. Dabei war doch die Grenze zur sowjetischen Besatzungszone durchaus auch mal eine „Staatsgrenze“ zwischen BRD und DDR. Und da es einige Staaten, vor allem im Ostblock gab, die sie anerkannten, könnte man durchaus von einer „internationalen Anerkennung“ sprechen. Bekanntlich hat die Bonner Republik das so nicht gesehen und im Rahmen der Wiedervereinigung die DDR geschluckt. Man könnte nun auch behaupten, dass sie „illegal besetzt“ worden sei.

Wenn man nun die israelische Politik betrachtet und analysiert, sollte man genauso klare Maßstäbe ansetzen und die wahren israelischen Beweggründe beachten, auch wenn sie zum Beispiel von Deutschen nur schwer nachvollziehbar sind.

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