„Erwachet aus dem langen Schlafe“

Eine neue beeindruckende Ausstellung beleuchtet die lange in die Vergangenheit zurückreichende Geschichte der ehemals blühenden Gemeinden der Landjuden im Hunsrück.

Von Mario Thurnes

Wie eine Route, die Metropolen verbindet, wirkt die E42. Da wollen die Namen von Ausfahrten wie Argenthal, Simmern West oder Kirchberg nicht recht passen. Verbergen sich doch eher beschauliche Hunsrück-Dörfer oder höchstens Städtchen dahinter. Die Kultserie „Heimat“, die den Hunsrück bundesweit bekannt gemacht hat, könnte in jedem dieser Orte spielen.

Die Region im Dreieck zwischen Mainz, Trier und Koblenz war auch die Heimat blühender jüdischer Gemeinden. An diese erinnert nun die Ausstellung „Erwachet aus dem langen Schlafe“ im Hunsrück-Museum Simmern. Ein beeindruckendes Rahmenprogramm haben das Museum und der Verein „Förderkreis Synagoge Laufersweiler“ auf die Beine gestellt. Bis auch hier das Corona-Virus den Strich durch manche Rechnungen zog. Daher haben die Macher nun die Ausstellung bis zum Jahresende verlängert.

„Wenn die Geschichte des jüdischen Lebens in Deutschland erzählt wird, ist es oft die Geschichte des städtischen Judentums“, sagt Christof Pies vom Vorstand des Förderkreises: „Uns ging es darum, auch die Geschichte der Juden zu erzählen, die auf dem Land lebten.“ Diesen Aspekt hat der 1989 gegründete Kreis in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt.

Viele der Hunsrücker Juden waren Viehhändler, die Beziehungen zu den Bauern seien gut gewesen: „Man kannte und schätzte sich gegenseitig“, sagt Pies. Laufersweiler ist eine dieser ländlichen Gemeinden. Wer die E42 auf halber Strecke zwischen Mainz und Trier verlässt, kommt über eine steil abfallende Ortsstraße in das Dorf. Rechter Hand liegt der christliche Friedhof. Den jüdischen erreicht man über den „Weg der Erinnerung“, der Teil eines ganzen Erinnerungsensembles ist, integriert in „Traumschleifen-Wanderwege“ und den überregionalen Saar-Hunsrück-Steig.

 

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