Noch am 30. Januar 2020 war der Corona-Lockdown für den Bayerischen Rundfunk ein rechtsradikaler Wunschtraum

Einmal mehr ist in Deutschland heute richtig, was gestern noch falsch war: Im Gegensatz zu heute brandmarkte die süddeutsche Landesrundfunkanstalt Ende Januar dieses Jahres die Befürworter strenger Corona-Maßnahmen als politische Übeltäter.

„Quer“-Moderator Christoph Süß© WIKIPEDIA

Von Gerd Buurmann

„Wer die Apokalypse zur Basis seines Denkens macht, der schlägt Maßnahmen zu deren Verwirklichung vor.“

Dies erklärt Christoph Süß in der Sendung „quer“ vom Bayerischen Rundfunk. Über die Maßnahmen zur Eindämmung des Coranavirus sagt er:

„Kein Verkehr mehr, Flugzeuge bleiben am Boden, Züge fahren nicht, quasi Generalstreik, die Wirtschaft erlahmt, Krise“ und schon habe man „genau das, was man draußen halten will: das Desaster. Natürlich beteiligt sich auch der Asthmaanfall für Deutschland, kurz AfD, an der Paranoiaproduktion und rechte YouTuber kriegen sich vor lauter Endzeitpsychosen gar nicht mehr ein.“

„Quer“ erklärt: Wer behauptet, das Coronavirus sei so gefährlich, dass Grenzen geschlossen, der Verkehr eingeschränkt und manche Berufe eingestellt werden müssen, sei ein rechter Verschwörungstheoretiker in Paranoiaproduktion mit Endzeitpychose.

Für alle, die sich nun wundern, weil diese Maßnahmen bundesweit von der CDU und SPD und in den Ländern von Grünen, der Partei Die Linke und von der FDP durchgesetzt wurden, sei gesagt, dass die Sendung am 30. Januar 2020 ausgestrahlt wurde, also ein paar Wochen vor dem Lockdown.

Schon ein paar Monate später ist dieser Beitrag sehr schlecht gealtert. Heute nämlich gelten jene, die das sagen, was Christoph Süß noch vor ein paar Wochen gesagt hat, als rechte Verschwörungstheoretiker. Ist Christoph Süß somit ein Aussteiger aus der rechtsextremen Szene? Hat am 30. Januar 2020 ein Verschwörungstheoretiker für einen öffentlich-rechtlichen Sender moderiert?

Ich möchte mal etwas vorschlagen: Wir nehmen einfach mal alle wirklich Abstand!

Wir sollten Abstand davon nehmen, uns ständig gegenseitig vorzuwerfen, unsachliche Irre mit Psychosen und bösen Absichten zu sein, nur weil wir unterschiedliche Sichtweisen im Umgang mit dem Virus haben. Ob wir die momentane Politik nun unterstützen, beklagen oder kritisieren, wir sollten aufhören, krampfhaft nach rechtsextremen oder linksextremen Spinnern zu suchen, die ähnliche Worte formulieren, nur um dann die andere Meinung in diese Ecke zu stellen und somit den Menschen, dessen Meinung wir nicht teilen, persönlich zu diskreditieren.

Niemand weiß Bescheid

Wir allen schwimmen im unklaren Gewässer. Niemand weiß wirklich, was gerade richtig und geboten ist. Dennoch fällen wir in dieser Zeit der Ungewissheit für alle einschneidende Entscheidungen. Es gibt Expertinnen und Experten, aber immer nur in Teilbereichen. Ein Virologe ist kein Ökonom und eine Chaosforscherin ist keine Juristin. Niemand sieht das ganze Bild, geschweige denn vermag es, alles zu verstehen.

Gerade werden die massivsten Einschränkungen der Grundrechte seit 1949 in Westdeutschland und seit 1990 im vereinigten Deutschland exekutiert. Diese Maßnahmen werden auf der Basis von Vermutungen und Prognosen durchgeführt. Der Zweifel bleibt.

Natürlich ist eine solche Situation nicht leicht zu ertragen. Es ist verständlich, dass man versucht, auf andere Menschen herabzuschauen, wenn man ahnt oder weiß, dass man selbst nicht auf einem hohen moralischen Plateau steht und dennoch handeln muss. Dafür muss man aber nicht seine politischen Gegner in den Dreck treten, nur um ein wenig erhabener zu wirken.

Verschwörungstheoretiker hat es immer gegeben. Schon vor Corona habe ich mich mit Leuten auseinandergesetzt, die erklären, die Anschläge vom 11. September 2001 seien eine Verschwörung oder die an die magische Kraft von Globuli glauben. Einige meiner besten Freunde sind religiös. Es ist sehr leicht, sie als Verschwörungstheoretiker zu diffamieren, denn was anderes ist Gott, wenn nicht eine absolute Verschwörung, der wir alle ausgeliefert sind?

Statt diese Menschen zu diffamieren, habe ich mich entweder mit ihnen auseinandergesetzt, wenn ich sie mochte, sie ignoriert, wenn sie mir egal waren, oder sie kritisiert, wenn ich sie nicht ignorieren konnte. Manchmal habe ich sogar etwas von ihnen gelernt. Sogar das berühmte blinde Huhn findet mal ein Korn und die Wahrheit bleibt die Wahrheit, auch wenn ein Affe sie formuliert.

Verschwörungstheoretiker gab es immer. Warum also werden sie ausgerechnet jetzt in den Fokus gerückt?

Verschwörungstheoretiker

Mich interessiert viel weniger, wie Verschwörungstheoretiker ticken, sondern viel mehr, warum gerade alle über sie reden. Ich vermute, es liegt daran, dass jene, die gerade Verschwörungstheoretiker in den Fokus stellen, ganz so, als habe es sie vorher nicht gegeben oder als hätte sich die Anzahl dieser Individuen auf magische Weise in den letzten Tagen vervielfacht, alle selbst sehr unsicher sind und daher neidisch sind auf jene, die fest davon überzeugt sind, eine Antwort zu haben. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass sie es nicht ertragen, selber keine bis wenig Ahnung zu haben, dennoch Entscheidungen fällen und mit den Konsequenzen leben müssen und daher (vermeintlich) dumme Menschen brauchen, auf die sie herunterblicken können, um sich selbst etwas erhabener zu fühlen.

Wer sich selbst nicht sicher ist, braucht die Kranken, Dummen, Irren und Wahnsinnigen, um sich selbst normal zu fühlen.

Dabei sind es in der Geschichte des Widerstands oft die Irren, Wahnsinnigen und Kriminellen, die den Mut hatten, gegen ein unterdrückendes Regime aufzubegehren, da sie aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung sowieso mit der herrschenden Situation im Konflikt standen.

Ich mache mir daher keine Sorgen, wenn wahnsinnige Menschen von einer Verschwörung phantasieren, in der ein paar Milliardäre angeblich versuchen, Computerchips in die Menschen zu pflanzen, um so die Welt zu unterwerfen. Ich mache mir aber Sorgen, wenn diese Irren die Einzigen sind, die neben all dem wahnsinnigen Unfug, den sie von sich geben, das wahre Korn finden und ansprechen. Ich mache mir Sorgen, wenn jede berechtige Kritik in die Ecke des Wahns gerückt wird.

Sachlichkeit bedeutet, sich nicht auf die Unsachlichkeit des Gegenübers zu stürzen, sondern den sachlichen Kern in jeder Aussage zu extrahieren, um sich, im selbstkritischen Bewusstsein einer gewissen Unsachlichkeit im eigenen Denken, auf die Sache zu fokussieren, die von beiden Seiten als wahr erkannt werden kann.

Sehr geehrte Leser!

Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:

alte Website der Zeitung.


Und hier können Sie:

unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen

in der Druck- oder Onlineform

Unterstützen Sie die einzige unabhängige jüdische Zeitung in Deutschland mit Ihrer Spende!

Werbung


Israel-feindliche Berichterstattung der ARD

Israel-feindliche Berichterstattung der ARD

Wenn in einem Jerusalemer Krankenhaus aufgrund der Säumigkeit der „Palästinensischen“ Autonomiebehörde keine Krebspatienten mehr behandelt werden, soll laut ARD Israel schuld daran sein. Dabei zahlt der illegitime PA-Präsident Mahmud Abbas lieber Geld für Terror-Renten, bevor er die Rechnungen des Krankenhauses begleicht. Die offen Israel-feindliche Berichterstattung der ARD ist ein wiederholter Offenbarungseid deutscher Staatsräson.

Ein Staatsvertrag mit dubiosen Vertragspartnern

Ein Staatsvertrag mit dubiosen Vertragspartnern

Es war Bundeskanzler Olaf Scholz, der vor 10 Jahren in Hamburg als SPD-Bürgermeister den Staatsvertrag mit der Muslimbruderschafts-nahen DITIB und Schura e.V. unterzeichnete. Nun soll in einer Evaluation festgestellt werden, ob der Vertrag mit den Muslimen die Erwartungen erfüllt hat. Dies kommt wahrscheinlich ganz auf die Perspektive an: In dem muslimischen Netzwerk beteten und verkehrten auch die Attentäter vom 11. September 2001 und dutzende Personen, die in das IS-Kalifat reisten.

Autoritätsdefizite: Franziska Giffey und die arabischen Clans

Autoritätsdefizite: Franziska Giffey und die arabischen Clans

Wer in Berlin regiert, muss sich sein Hoheitsgebiet mit den arabischen Clans teilen, so auch die regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey. Neben mafiösen Strukturen hat sich auch eine antisemitische arabische Subkultur etabliert. Auf den Schulhöfen, der Straße oder im Freibad dominiert die arabische Macho-Kultur, die Sicherheit und der soziale Frieden bleiben auf der Strecke. Der Polizei fehlt der politische Rückhalt und Franziska Giffey hat ein eklatantes Autoritätsproblem.

Die drei Antisemitismen

Die drei Antisemitismen

Den bereits veröffentlichten aufschlussreichen Analysen zum Antisemitismus-Skandal bei der Documenta soll ein einfacher Antisemitismus-Dreisatz hinzugefügt werden: der neonazistische, der linke und der islamische Judenhass. Doch während die ersten beiden Antisemitismen in der deutschen Öffentlichkeit debattiert werden, ist eine Kritik am islamisch motivierten Judenhass meinst noch ein Tabu.

Die gescheiterte Energiewende: Frieren für die grüne Ideologie

Die gescheiterte Energiewende: Frieren für die grüne Ideologie

Deutschland steuert auf eine verheerende und selbstverschuldete Energie-Katastrophe. Der Ukraine-Krieg verschärft zwar die Situation, das Kind ist aber schon mit dem Atom-Ausstieg in den Brunnen gefallen. Während Millionen Menschen „für den Frieden“ frieren werden, fällt der Industriestandort des grün-gegenderten Deutschland, wie ein Kartenhaus zusammen.

Fridays for Future auf Kuschelkurs mit der BDS-Hass-Bewegung

Fridays for Future auf Kuschelkurs mit der BDS-Hass-Bewegung

Was hat Israel-Hass mit dem Klima-Aktivismus zu tun? Sehr viel, denn beides sind Auswüchse abstruser ideologischer Fanatismen. Luisa Neubauer, die den ehemaligen Präsidenten des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, wegen des Begriffs „Globalismus“ des Antisemitismus bezichtigte, aber Aufrufe zur Vernichtung Israels auf FFF-Veranstaltungen nicht skandalisierte, hat längst ihre Glaubwürdigkeit verloren. (JR)

Documenta: Chronik eines angekündigten Skandals

Documenta: Chronik eines angekündigten Skandals

Auch wenn der Judenhass nach 1945 sein braunes Kleid nicht vollständig abgelegt hat, so hüllt er sich heute vor allem in das Pali-Tuch der antisemitischen „Israel-Kritik“. Auf der Documenta in Kassel präsentierte sich der widerwärtige linke Israelhass auf dem Transparent des indonesischen Judenhass-Kollektivs „Taring Padi“. Im Stürmerstil wurden Juden als Schwein und als blutrünstiger Vampir dargestellt. Im Vorfeld haben Kultusstaatsministerin Claudia Roth und besonders die Linken und Grünen klare Warnungen des Bündnisses gegen Antisemitismus Kassel mit Missachtung und dem Verweis auf vermeintlich künstlerische Freiheit abgewiesen. (JR)

Sawsan Chebli: Das Feigenblatt islamischer Fundamentalisten

Sawsan Chebli: Das Feigenblatt islamischer Fundamentalisten

Von Sawsan Chebli, die sich bei öffentlichen Empfängen gerne im „Pali-Dirndl“ präsentiert und verfassungsbedenkliche islamische Organisationen unterstützt, stammt der alle Fakten auf den Kopf stellende Ausspruch, Antisemitismus bedrohe vor allem auch Muslime. Die ehemalige Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales in der Berliner Senatskanzlei wird nicht müde, den vermeintlich muslimischen Opferstatus in Deutschland zu kultivieren. Nun soll Cheblis Opfer-Larmoyanz noch eine Etage höher eingeordnet werden. Chebli wird als vorrangige Kandidatin für das Amt der neuen Staatssekretärin von Innenministerin Nancy Faeser gehandelt. Laut „Bild“ werden Chebli sogar Ambitionen nachgesagt, selbst Bundesinnenministerin werden zu wollen, falls Faeser wie vermutet bei der Hessen-Wahl 2023 für die SPD als Spitzenkandidatin antreten sollte. (JR)

Ampelregierung will dauerhaftes Bleiberecht für über 100.000 abgelehnte Asylbewerber

Ampelregierung will dauerhaftes Bleiberecht für über 100.000 abgelehnte Asylbewerber

Wer hierzulande fünf Jahre als Geduldeter lebt, soll die Chance auf ein dauerhaftes Bleiberecht bekommen, so die Pläne der Ampelregierung. Mit dem sogenannten „Chancen-Aufenthaltsrecht“ will Innenministerin Nancy Faeser mehr als 100.000 meist muslimische Migranten in Deutschland außerhalb des üblichen rechtsstaatlichen Prozederes de facto einbürgern. (JR)

Der Katholikentag und seine Freunde aus der BDS-Szene

Der Katholikentag und seine Freunde aus der BDS-Szene

Nach dem Schweigen während des Holocaust und der Kollaboration ihres damaligen Papstes mit den Nazis, verkommt die katholische Kirche zum Steigbügelhalter der Israel-Leugner der BDS-Bewegung. Sie bleibt ihrem historischen Erbe des Juden-Hasses treu und kollaboriert auch heute mit dem judenfeindlichen Islam. (JR)

Haus der Kulturen der Welt: Der Missbrauch der toten Juden

Haus der Kulturen der Welt: Der Missbrauch der toten Juden

Eine Konferenz mit dem Titel „Hijacking Memory – Der Holocaust und die Neue Rechte“ im Berliner Haus der Kulturen der Welt triefte nur so vor Israel-Hass und Geschichtsrevisionismus. Linke Intellektuelle störten sich nicht daran, dass Israel als Kindermörder und die Schoah - der millionenfache Mord an unschuldigen jüdischen Kindern, Frauen und Männern – als „irgendein jüdisches Psychodrama“ betitelt wurden. Perfider geht es nicht. (JR)

Indonesisches Judenhasser-Kollektiv nutzt Documenta für Geschichtsrevisionismus

Indonesisches Judenhasser-Kollektiv nutzt Documenta für Geschichtsrevisionismus

Die antisemitische indonesische Veranstaltergruppe »Ruangrupa« ist sattsam dafür bekannt, die BDS-Bewegung zu unterstützen. Trotzdem durfte es für unsere linke und grüne Kunst-Entourage nicht zu einer Vorverurteilung kommen, weil sich die judenfeindlichen Akteure hinter einem Kunst-Alibi verschanzen und Muslime sind. Dass die israelische Sicht komplett ausgeschlossen wurde, hat die grüne Islam-Appeaserin Claudia Roth im Vorfeld der Ausstellung bewusst nicht gelten lassen. Die indonesischen Israel-Hasser schafften es, in ihre Exponate übelste Elemente nationalsozialistischer Propaganda aufzunehmen und die sogenannten „Palästinenser“ gleichzeitig und entgegen allen Fakten, als Opfer eines neuen Holocaust zu verkaufen. (JR)

Alle Artikel
Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu..
Verstanden