KOLUMNE DES HERAUSGEBERS DR. R. KORENZECHER

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

 

wir schreiben Mai des Jahres 2020. Das ist gerade in diesem geschichtlich ohnehin wichtigen Jahr ein geschichtlich überaus wichtiger Monat. Wichtig für Deutschland, wichtig für die Welt, wichtig auch besonders für uns Juden.

Markieren doch dieses Jahr und dieser Monat 75 Jahre seit dem Ende der deutschen Nazi-Barbarei und des grauenvollen, von deutscher Großmanns-Sucht angezettelten Zweiten Weltkriegs, der Europa und der Welt Zerstörung, Verelendung, Entwurzelung und zig-millionenfachen Tod – darunter den von 6 Millionen willkürlich, systematisch und bestialisch ermordeten jüdischen Kindern, Frauen und Männern – hinterlassen hat.

75 Jahre seit der Rettung der wenigen, kaum noch lebenden jüdischen Überlebenden der zahlreichen deutschen Mord-Konzentrationslager, 75 Jahre seit dem Ende der Nazi-Tyrannei und der endgültigen und bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reichs – das sind auch 75 Jahre der Befreiung Deutschlands und der uns allen besonders von den USA und den westlichen Siegermächten gewährten Chance auf einen Neubeginn in Freiheit und Demokratie.

Sowohl das damalige Geschehen als auch die seither keinesfalls geradlinige und unbedenkliche Entwicklung unserer Republik, besonders im Hinblick auf ihre jüdischen Bürger und den Staat Israel, gäben ausreichend Stoff um mehrere 75-Jahres-Kolumnen unserer JÜDISCHEN RUNDSCHAU zu füllen.

Aber ich sitze in meinem Home-Office, einem der wenigen Orte, an dem ich keine Maske tragen muss, und setze bereits zum dritten Mal zu einer Einleitung an. Nichts in diesem Jahr ist, wie es vorher war. Das Corona-Virus hat von der gesamten Welt Besitz ergriffen und undenkbarerweise vieles von dem, was unser bisheriges Leben und Denken beherrscht hat, in den Hintergrund gerückt.

In Abhängigkeit von der Dauer des bisherigen Infektions- und Pandemie-Verlaufs wird das Ausmaß des unvorstellbaren wirtschaftlichen Desasters gerade für den normalen Bürger und besonders für den wirtschaftlich schwächeren Teil der Bevölkerung dem medizinischen Albtraum leider in nichts nachstehen, wenn ihn nicht sogar übertreffen. Schon jetzt mehren sich Corona-bedingt Auswüchse nicht selten, wenn auch häufig bewusst von unseren Medien entthematisiert, migrantischer häuslicher Gewalt, Kindervernachlässigung u.a.m.

Wenn auch von vielen noch nicht erkannt, so befinden wir uns bereits in einem in uns hineingetragenen Krieg – nicht nur gegen die heimtückische Infektion, die die kaum Erkrankten gegen die Schwerkranken einnimmt, und Alt von Jung trennt, sondern auch für den Erhalt unserer Gesellschaft und unseres bisherigen Lebens in Freiheit, Wohlstand und Demokratie.

Und bereits jetzt sitzen die politischen Sozialismus-2.0-Bereiter in den Startlöchern, um à conto Gesundheitsschutz unserem bislang dem Systemrückbau-Anliegen unserer Klima-hysterischen, links-affinen Politik noch entronnenen freiheitlich-westlichem Lebens- und Wirtschaftsmodell den Todesstoß zu versetzen.

Also soll man in den Zeiten des Corona-Virus, das uns die schlimmste Rezession, und für viele Menschen die schwerste existentielle wirtschaftliche Krise seit Kriegsende beschert hat, überhaupt noch an die historischen Bezüge des Jahres 1945 erinnern?

Ich meine ja! Corona wird nicht ewig anhalten. Aber die Nutzung der zur Zeit bereits selbstverständlich gewordenen, an den Grundrechten der Bürger vorbeigehenden, bislang noch mehr oder minder nachvollziehbar durch die Pandemie gerechtfertigten dirigistischen staatlichen Eingriffen, könnte leicht perpetuieren und zum Missbrauch durch die politischen Eliten auswachsen.

 

Vertut Deutschland seine mühevoll erlangte Demokratie?

Es ist daher besonders in diesem Gedenkjahr geradezu Pflicht zu mahnen: Nur 75 Jahre nach dem Deutschland unverdient ein zweites Mal gewährten Glück, einen verlorenen verbrecherischen Krieg – dieses Mal erfolgreich – zu einem neuen demokratischen Neubeginn zu wandeln, der erst einem Teil und ab 1989 dem ganzen Land wundervolle Jahrzehnte eines Lebens in Frieden, Freiheit, Würde, Rechtssicherheit und Wohlstand beschert hat, war auch schon vor Corona eine sich hinter einer Bessermensch-Maske tarnende, fahrlässig ins Amt gewählte, links-ideologische Bevormundungs-Polit-Elite dabei , unsere freiheitlich-demokratische Lebenswelt und unsere jüdisch-christlichen, Aufklärungs-geläuterten abendländischen Lebenswerte in zunehmend schnellerwerdenden Schritten nachhaltig zu vernichten, und ohne wirkliche Gegenwehr ihres Wohlstands-paralysierten Staatsvolkes der atavistischen, gewalttätig-expansiven Welteroberungs-Ideologie der sich hinter einem schlechten Religionsplagiat verbergenden Unkultur des Islam zu opfern.

Das Ende Nazi-Deutschlands war besonders für die jüdischen Überlebenden der nationalsozialistischen Vernichtungsbarbarei ein Zeichen der Hoffnung auf ein Leben in Demokratie und Normalität, frei von Angst vor Entrechtung, Verfolgung und unsäglicher existentieller Bedrohung durch die Geißel des Antisemitismus.

Umso mehr erfüllt es mit Unverständnis, Bestürzung und Zorn, dass sich trotz allem schrecklichen geschichtlichen Erleben, trotz aller von der heutigen Politszene mit inhaltsleerer Routine abgehaltenen Alibi-Pflichtübungen, hingeheuchelter Gedenktags-Rituale, die Juden in Europa und auch zunehmend in Deutschland einem nach dem Ende der Nazi-Herrschaft nicht einmal erahnten Tsunami aus in großen Teilen links-gestützter islamischer Diffamierung, Antisemitismus und körperlicher Bedrohung ausgesetzt sehen.

 

Europa fällt Israel fortwährend in den Rücken

Gleichzeitig steht der Staat Israel, die einzige Demokratie und westliches Bollwerk der gesamten, in islamischem Blutterror und unbeschreiblicher Islam-getragener, lebensverachtender, mörderischer Brutalität ertrinkenden Region des Mittleren Ostens, am Pranger täglicher, antijüdisch gefärbter Anfeindung und massiver Delegitimierung durch die westlichen, zusehends vor dem Islam und der Islamisierung unserer freiheitlich-demokratischen Lebenswelt kapitulierenden westlichen Staaten, darunter nicht zuletzt auch Deutschlands.

Ja, die Corona-Krise drängte viele andere, bislang unser Geschehen dominierende Probleme in den Hintergrund, schaffte sie aber nicht ab. Die Probleme des Versagens unserer Politik sind keinesfalls verschwunden. Sie werden wiederkommen.

Einen deutlichen Vorboten lieferte auch die eklatant schonungsvolle, auch schon vor Corona gängige Ungleichbehandlung linker Systemgegner, in diesem Falle der 1.Mai-Demonstranten in Berlin. Da war der sonst allenthalben vorgeschriebene „Corona-Abstand“ ganz offensichtlich plötzlich außer Kraft gesetzt oder nicht erforderlich.

 

Sonderrechte für linke Demonstranten

Während gesetztreue Bürger mit immensen Ordnungsstrafen selbst für kleinste Verstöße rechnen müssen, wurde bei den linken Systemchange und Enteignungs-Chaoten-Demos von Behördenseite in Kauf genommen, dass durch den gegebenenfalls entstehenden Infektionsschub – es waren stadtweit immerhin mehrere tausend, zum Teil gewalttätige Demonstranten – die Corona-Beschränkungen für alle anderen Bürger gegebenenfalls länger aufrechterhalten werden müssen.

Das könnte für viele bereits jetzt schon notleidende Menschen und Betriebe (Gaststätten, Hotels etc. etc.), für die heute schon die schnellste Öffnung lebensnotwendig ist, das wirtschaftliche Aus bedeuten, scheint aber bei linken Regelbrüchen keine Rolle zu spielen.

Ebenso wenig verwunderlich ist daher auch die zögerliche, desinformative und sehr zurückhaltende mediale Thematisierung eines brutalen linken Angriffs auf ein ZDF-Team, die sehr auffällig abweicht von der sonstigen politischen und medialen Instrumentalisierung, etwa – ob berechtigt oder nicht – ins entgegengesetzte Lager verorteter Rechtsübergriffe.

In keinem der Fälle kommt man umhin festzustellen, dass unsere offensichtlich aus dem Ruder jeder politischen Vernunft und demokratischen Anstandes gelaufene Politik auch in dem vergangenen Monat kaum einen Tag vergehen ließ, an dem sie uns nicht bewiesen hat, dass sie keinesfalls beabsichtigt, etwa den exponentiell wachsenden links- und grün-orientierten, mit einem Klima-Alibi in Richtung Sozialismus 2.0 strebenden politischen Irrsinn zu beenden.

Genau in diesem Sinne ist die bereits jetzt von grüner Seite erhobene Forderung zu werten, der Autoindustrie die Mittel zu versagen, und nur denjenigen Unternehmen aus dem Corona-Desaster aufzuhelfen, die sich dem grünen Klimawahn verschreiben.

Das gilt trotz des halbherzigen und längst überfälligen Verbots der Hisbollah-Terror-Gruppierung in unserem Lande, ebenso für die weiter anhaltende Anbiederung an den Islam, die auch unser Staatsoberhaupt Steinmeier in diesem Jahr erneut praktiziert, indem er die Machtergreifung der Mord-Mullahs im Iran ein weiteres Mal mit einer Glückwunschadresse würdigt.

Die hysterisch erfundene Klima-Apokalypse

Dabei ist das Versagen der linken und grünen Politik besonders in Corona-Zeiten unübersehbar. Die hysterisch erfundene Klima-Apokalypse der Zeugen Gretas und ihrer Anhänger beispielsweise ist einer wirklichen Bedrohung gewichen. Erwiesen dürfte jedenfalls sein, dass das Konzept des öffentlichen Nahverkehrs mit Autoverzicht einer Krise wie Corona nicht standhält. Heute ist jeder dankbar, der noch im Schutz seines eigenen motorisierten Fahrzeugs wenigstens die vitalsten Besorgungen erledigen kann.

Daran ändert auch die gegenwärtig wegen der Corona-Krise erforderliche Hintanstellung der Gegensätze, und temporär übliche höhere Wählerakzeptanz dieser inakzeptablen Politik nicht das Geringste. Die Polarisierung der Gesellschaft wird nach Ende von CoVid-19 vermutlich noch stärker aufbrechen als bisher. Corona hat die vor allem auf das Schuldkonto der Kanzlerin und der GroKo gehende Spaltung des Landes, das schnelle Wachsen links- und rechtsextremer Positionen, und den jetzt schon irreversiblen Schaden, den unsere Demokratie bereits genommen hat, nur verdeckt, aber nicht repariert – von der verheerenden Gewaltexplosion auf unseren Straßen und Plätzen, die selbst vor Corona nicht Halt macht, von den Islam-dominierten NoGo-Areas und der weiter zunehmenden Verunmöglichung jüdischen Lebens in unserem Lande ganz zu schweigen.

Israel kommt dank der Vernunft und Umsicht der hierzulande ohne Unterlass dämonisierten Netanjahu-Regierung und seiner Menschen beispielhaft durch die Krise, und wird vielleicht schon zum jüdischen Wochenfest „Schawuot“ viele Beschränkungen lockern können.

Dem Staat Israel wünschen wir trotz massiver Störversuche von links einen erfolgreichen Abschluss der sich bereits abzeichnenden Regierungsbildung, dem jüdischen Volk, unseren Freunden, uns allen und besonders unseren älteren Lesern alles erdenklich Gute – vor allem Gesundheit in diesen für alle schweren Zeiten und ein möglichst unbeschadetes Ende der jetzigen Corona-Bedrohung.

 

Stay safe and healthy everyone!

 

Chag Schewuoth Sameach!

 

Ihr Dr. Rafael Korenzecher

 

i.A. S. Akstinat

Chefredakteur

 

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