Taube und Falke in einer Person

Zum 40. Todestag von Jigal Allon

Jigal Allon und Golda Meir (1971)© IPPA, AFP

Von Daniel Frick (Israelnetz)

Jigal Allon ist nicht so bekannt wie andere politische Größen in Israel. Doch mit seinem Wirken und Denken hat er etwa den Frieden mit Ägypten entscheidend vorangebracht. Vor 40 Jahren ist der israelische Kriegsheld und Außenminister gestorben.

Wenn Zehntausende Menschen bei strömendem Regen zum Begräbnis eines Politikers kommen, hat dieser im Leben wohl vieles richtig gemacht. Vor 40 Jahren, am 29. Februar 1980, starb Jigal Allon, bis 1977 israelischer Außenminister, im Alter von 61 Jahren an einem Herzanfall. Eine Prozession brachte den Leichnam am 3. März vom Krankenhaus in Afula in seinen 35 Kilometer entfernten Wohnort, Ginossar am nordwestlichen Ufer des Sees Genezareth. Mitte der 1930er Jahre hatte Allon den Kibbuz mitbegründet.

Zahlreiche politische, militärische und andere gesellschaftliche Führungsfiguren zollten Allon Respekt. Dabei hoben sie sein militärisches Genie als Kommandeur der Palmach und später in der Armee hervor. Unter Allons Kommando gelang es Israel etwa, die Ägypter im Unabhängigkeitskrieg 1948/49 in der Negev-Wüste zurückzudrängen.

Doch auch Allons Friedensbemühungen fanden Erwähnung. Sogar der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat meldete sich in einer Mitteilung zu Wort und bekundete sein Beileid. Er würdigte das Engagement des damaligen Außenministers beim Abzug israelischer Truppen vom Sinai Mitte der 1970er Jahre – ein Schritt auf dem Weg zum 1979 geschlossenen Friedensvertrag. Tatsächlich entsprach es Allons Vorstellung, dass der Friede nicht auf einmal kommen würde. Vielmehr bedürfe es kleiner Schritte, um Vertrauen herzustellen – einer dieser Schritte war eben das Abkommen Sinai II zwischen Israel und Ägypten.

 

Ein Plan für Nahost

Auch mit Jordanien hatte Allon eigentlich diese Kunst der kleinen Schritte im Blick, um dauerhaft zu einem Frieden zu kommen. Sein 1967 nach dem Sechs-Tage-Krieg vorgestellter Plan, heute bekannt als „Allon-Plan“, war dazu ein Mittel: Dieser sah eine israelische Annexion von Teilen des Westjordanlandes, mitsamt des Jordantales, vor. Die vorwiegend arabisch besiedelten Teile des Gebietes sollten hingegen in einen politischen Verbund mit Jordanien gebracht werden. Mit anderen Worten: Der Plan betonte die Bedeutung sicherer Grenzen – die Kontrolle des Jordantales –, bei gleichzeitiger Bereitschaft zu territorialen Kompromissen.

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