Die Konvertitin Fatima Grimm – der bis ins Dritte Reich hineingehende rote Faden des deutschen Islam

Die frühe islamische Kooperation mit den Nazis (Teil 2)

SS-General Karl Wolff, Vater von Fatima Grimm.© WIKIPEDIA, Bundesarchiv

Von Birgit Gärtner

Bei der Entwicklung des weit verzweigten islamischen Netzwerkes in Deutschland hatten und haben Konvertitinnen und Konvertiten eine Schlüsselrolle inne. Eine davon ist Fatima Grimm, geborene Helga Lili Wolff, Tochter des Generals der Waffen-SS, Karl Wolff, der wegen Beihilfe zum Mord an 300.000 Jüdinnen und Juden zu einer Haftstrafe von 15 Jahren verurteilt wurde. Fatima Grimm rührte in vielen islamischen Töpfen und gab u.a. Materialien heraus, die an Schulen für den Islam-Unterricht zum Einsatz kamen.

 

Kleiner Gefallen unter Volksgenossen

Als sie als Helga Lili Wolff am 25. Juni 1934 geboren wurde, war ihr Vater, der 1933 in die NSDAP und die SS eingetreten war, bereits SS-Standartenführer. Am 9. November 1939 wurde er zum Chef des persönlichen Stabes „Reichsführer SS“, Heinrich Himmler, befördert.

Mit diesem überwarf er sich, weil er sich von Helgas Mutter scheiden ließ. Er wurde dann in Italien eingesetzt und dort zum „höchsten SS- und Polizeiführer“ ernannt. Als solcher fädelte er den Waffenstillstand in Italien ein, vermutlich auf eigene Faust, weil ihm klar geworden war, dass der Traum vom Endsieg ausgeträumt war.

Von der „Endlösung“ hingegen, der Vernichtung des europäischen Judentums, will er nichts mitbekommen haben. Das behauptete er jedenfalls später. Allerdings sprechen einige Fakten dagegen: Zum einen nahm er eigenem Bekunden zufolge als Zuschauer an einer Massenexekution in Minsk teil; zum anderen war er derjenige, der dafür sorgte, dass die Deportationen durchgeführt werden konnten, nachdem bei der Räumung des Warschauer Ghettos Engpässe bei den Transportkapazitäten auftraten. In einem Schreiben vom 13. August 1942 bedankte er sich für Ganzenmüllers Beistand: „Mit besonderer Freude habe ich von Ihrer Mitteilung Kenntnis genommen, daß nun schon seit 14 Tagen täglich ein Zug mit Angehörigen des auserwählten Volkes nach Treblinka fährt […] Ich habe von mir aus mit den beteiligten Stellen Fühlung aufgenommen, so daß eine reibungslose Durchführung der gesamten Maßnahme gewährleistet erscheint.“

Deshalb wurde er 1964 wegen Beihilfe zum Mord an 300.000 Jüdinnen und Juden zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, wurde aber 1969 wegen Krankheit begnadigt und verbrachte seine letzten 15 Lebensjahre in Freiheit. Vor seinem Ableben verhalf er noch dem „Stern“-Reporter Gerd Heidemann zu den angeblichen „Hitler-Tagebüchern“, einem der größten Medienskandale der Nachkriegszeit. Der Skandal bestand allerdings darin, dass die „Tagebücher“ sich als Fälschung erwiesen – nicht, dass der „Stern“ die Geschichte des wohl größten Massenmörders der Weltgeschichte abdruckte. Jedenfalls zum Teil, denn alsbald stellte sich heraus, dass der erhoffte Quotenbringer eine schnöde Fälschung war.

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