Angriff auf Satire: GEZ-Journalist Mario Sixtus vergleicht Dieter Nuhr mit Hitler

Der für öffentlich-rechtliche Medien arbeitende Journalist diffamiert nicht nur den Satiriker, sondern relativiert die Gräuel der Nazi-Diktatur

Der Satiriker Dieter Nuhr wird gehasst und geliebt.

Von Tina Rachel Adcock

Der deutsche Komiker Dieter Nuhr bestimmte mit seinem „Greta-Gate“ die Schlagzeilen der Woche. Bereits seit längerem hat Nuhr die junge Klimaaktivistin und ihre Anhänger auf dem Kieker, äußerte sich schon einige Male zuvor über die junge Schwedin.

Bei seiner Bühnenshow in Kiel mit dem Namen „Kein Scherz“ soll Nuhr – laut „Kieler Nachrichten“ – Gretas „Radikalität“ sinngemäß mit Stalin und Hitler verglichen haben. Nuhr selbst äußerte sich in einem Statement zu dem Vorfall und stritt diese Behauptung ab: „Ich habe Greta nicht mit der Ideologie Hitlers oder Stalins in Verbindung gebracht. Dies wäre völlig irrsinnig.“ Schlussendlich mussten sich die „Kieler Nachrichten“ für ihre erfundene Geschichte entschuldigen.

Dennoch – viele mehr oder minder bekannte Persönlichkeiten äußerten sich, vor allem in den sozialen Medien, zu Nuhrs angeblicher Aussage. Ein Beispiel hierfür ist Mario Sixtus, ein deutscher Filmemacher und Journalist. Er twitterte am 25. November: „Adolf Hitler, für mich der Dieter Nuhr unter den Faschisten.“ Eine unsagbare Verharmlosung des millionenfachen Mörders durch den in der Vergangenheit mehrmals vom ZDF engagierten Medienmacher.

Auch der Anwalt Peter Nagel, welcher sich aktiv für den Klimastreik engagiert, twitterte: „Und das nächste Mal vergleicht Herr Nuhr das Pariser Abkommen mit dem Hitler-Stalin-Pakt. Passend dazu trägt er einen dekorativen Aluhut“.

Satire lässt viel Raum für Freiheit. Nuhr und seine Äußerungen über Greta Thunberg muss man nicht mögen („Dieses vermeintliche Kind ist momentan die wahrscheinlich mächtigste Frau der Welt, kontrolliert weite Teile der Massenmedien und spricht auf höchster Ebene mit den Staatschefs der Welt.“). Man kann jedoch jederzeit umschalten.

Antipathie gegen Nuhr entschuldigt nicht die Relativierung des Holocaust-Initiators durch Mario Sixtus, der – so ist anzunehmen – zum Zeitpunkt seines Tweets vermutlich nichts von der Lüge der „Kieler Nachrichten“ wusste. Dennoch müsste ein erfahrener Journalist wissen, wie unpassend und verletzend solche saloppen Gleichsetzungen für Opfer des NS-Regimes sein können.

Es bleibt zu hoffen, dass Journalisten wie Mario Sixtus sich in Zukunft nicht mehr zu Hassreden verleiten lassen und die Journalisten der „Kieler Nachrichten“ keine Zitate mehr erfinden.

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