Die vergessenen Geschwister des Jiddischen

Die weniger bekannten jüdischen Dialekte aus Arabien und Persien

"Jüdisches Fest in Tetuan" (Alfred Dehodencq, 1865)

Von Anastasia Iosseliani

Als an der jüdischen Kultur interessierte Menschen wird Ihnen, liebe Leser, Jiddisch, der mittelhochdeutsche Dialekt der Aschkenasim, bekannt sein und auch Ladino, das Judäo-Spanisch der Sepharden, dürfte Ihnen ein Begriff sein. Aber haben Sie schon mal von Haketia, Buhuri und Juhuri gehört?

Haketia ist Judäo-Arabisch aus dem Maghreb, das einst in Staaten wie Tunesien, Marokko, Algerien und in den spanischen Enklaven von Ceuta und Melilla gesprochen wurde. Der Name Haketia kommt wahrscheinlich vom arabischen Wort für «Geplauder». Buhuri und Juhuri hingegen sind Judäo-Persische Dialekte, die im Iran, in Zentralasien und im Kaukasus von den dortigen Juden gesprochen und mit hebräischen Lettern geschrieben wurden.

Heute wird Haketia, dass das Ladino beeinflusst hat, kaum mehr gesprochen und ist, weil diese Sprache primär eine gesprochene Sprache war und keine Schrifttradition hatte, im Begriff auszusterben. Zwar benutzen junge Juden in Madrid Haketia manchmal umgangssprachlich und einige Musiker machen Lieder, in denen Haketia vorkommt, aber das reicht leider nicht, um diese Sprache zu retten. Den judäo-persischen Dialekten Buhuri und Juhuri geht es – im Vergleich zu Haketia – etwas besser, da beide eine schriftliche Tradition haben und von weltweit etwa 100.000 Menschen gesprochen werden, von denen die Mehrheit, etwa 70.000, in Israel lebt. Aber sowohl Hekatia, wie auch die beiden judäo-persischen Dialekte stehen im Schatten des Jiddischen und werden langsam, aber sicher eingehen, wenn man sich nicht ihrer annimmt. Denn zurzeit kümmern sich primär nur private Initiativen, wie etwa «Voces de Haketia» von Alicia Sisso-Raz, um den Erhalt und die Dokumentation von Haketia, Buhuri und Juhuri.

Sie können diesen Artikel vollständig in der gedruckten oder elektronischen Ausgabe der Zeitung «Jüdische Rundschau» lesen.

Vollversion des Artikels

€ 0,75 inkl. MwSt.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Hier können Sie

die Zeitung abonnieren,
die aktuelle Ausgabe oder frühere Ausgaben kaufen
oder eine Probeausgabe der Zeitung bestellen,

in gedruckter oder elektronischer Form.

Vollversion des Artikels

€ 0,75 inkl. MwSt.
Zugang erhalten

Sehr geehrte Leser!

Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:

alte Website der Zeitung.


Und hier können Sie:

unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen

in der Druck- oder Onlineform

Unterstützen Sie die einzige unabhängige jüdische Zeitung in Deutschland mit Ihrer Spende!

Werbung


Viele Polen suchen nach ihren jüdischen Wurzeln

Viele Polen suchen nach ihren jüdischen Wurzeln

Innerhalb von nur zehn Jahren hat sich in Polen die Zahl der sich als Juden definierenden Menschen verachtfacht.

„Erwachet aus dem langen Schlafe“

„Erwachet aus dem langen Schlafe“

Eine neue beeindruckende Ausstellung beleuchtet die lange in die Vergangenheit zurückreichende Geschichte der ehemals blühenden Gemeinden der Landjuden im Hunsrück.

Ungarn – Frankreich – Israel – Lübeck – und wieder Israel

Ungarn – Frankreich – Israel – Lübeck – und wieder Israel

Ein neuer Kinder-Comic beschreibt die verworrene Flucht der heute 88-jährigen Jüdin Esther Shakine aus Ungarn nach Palästina.

Mit einem jiddischen „Handelsreisenden“ im Abteil dritter Klasse

Mit einem jiddischen „Handelsreisenden“ im Abteil dritter Klasse

Scholem Alejchems „Ajsnban-geschichtess“ wurden vom Jiddistik-Institut der Universität Düsseldorf neu herausgegeben.

Dem „Literaturpapst“ Marcel Reich-Ranicki zum 100. Geburtstag

Dem „Literaturpapst“ Marcel Reich-Ranicki zum 100. Geburtstag

Die Autorin traf den Holocaust-Überlebenden und Deutschlands berühmtesten Literaturkritiker bereits in den 1970er Jahren.

Die Wüste als zutiefst jüdische Landschaft

Die Wüste als zutiefst jüdische Landschaft

Der in der Negev lebende Autor Chaim Noll legt mit seiner Literaturgeschichte der Wüste sein opus magnum vor, das das Zeug zum Standardwerk hat.

Die Bibelfälscher von Dänemark

Die Bibelfälscher von Dänemark

Die dänische Bibelgesellschaft hat in einer neuen Übersetzung das Wort „Israel“ mehrmals aus dem Heiligen Buch getilgt. Sogar die Königin nahm an den Veröffentlichungsfeierlichkeiten des geistlichen Standardwerkes jüdischen Ursprungs teil.

Allein unter Briten

Allein unter Briten

Der „jüdische Eulenspiegel“ und Träger des Preises für ehrlichen Journalismus der JÜDISCHEN RUNDSCHAU, Tuvia Tenenbom, nimmt in seinem neuen Buch die Briten genau unter die Lupe.

Eine Zeitreise mit Sigmund Freud auf Netflix

Eine Zeitreise mit Sigmund Freud auf Netflix

Erstmals haben der ORF und Netflix zusammen eine Serie produziert, die die Zuschauer ins Wien der Kaiserzeit entführt – mit einem jüdischen Helden.

„You don't know what you’ve got ‘till it's gone!“

„You don't know what you’ve got ‘till it's gone!“

Ein Nachruf auf den jüdischen Komponisten Adam Schlesinger, der mit nur 52 Jahren in New York am Coronavirus gestorben ist.

Ein Tag in Regensburg

Ein Tag in Regensburg

In seinem 1933 auf Jiddisch verfassten Buch „Ein Tag in Regensburg“ beschreibt der Schriftsteller Joseph Opatoshu die Vertreibung der Juden aus der bayerischen Stadt im Jahre 1519. Nun erschien das Buch auch in deutscher Sprache.

Als Sophia Loren Hebräisch lernte

Als Sophia Loren Hebräisch lernte

Netflix wird in Kürze das neue italienische Drama „The Life Ahead“ ausstrahlen, in dem Sophia Loren eine jüdische Holocaust-Überlebende spielt. Die italienische Filmdiva hat seit jeher Sympathien für die jüdische Kultur und drehte bereits in den 60er Jahren einen Film in Israel.

Werbung

Alle Artikel
Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu..
Verstanden