Kein Warten auf Politiker

Junge Iraner und Israelis treffen sich in Deutschland, um sich gegenseitig besser kennenzulernen.

Matan Pinkas (links) bringt junge Israelis und Iraner friedlich und künstlerisch zusammen.

Von Lisa Vavra

„Wir haben immer Negatives gelernt über Israel, über die Juden. Uns wurde nicht die Wahrheit beigebracht, sondern das, was sie wollten. Die haben uns Hass vermittelt, damit wir Israel mit Hass begegnen, und dass wir unseren Kindern beibringen, dass die Juden immer schlecht sind“, so die 18-jährige Syrerin Meran.

Während die Medien von möglicherweise geführten Kriegen und Hass berichten, während Feindbilder kreiert und gefestigt werden, traf sich Ende August eine internationale Gruppe in Deutschland, um ein Zeichen für einen erträumten Frieden zu setzen. Die etwa 60 Teilnehmer eines Sommerlagers setzten sich aus Flüchtlingen aus arabischen Ländern, Deutschen und Israelis zusammen. Gemeinsam wollten sie eine Verbindung schaffen, wie sie ihnen die Politiker ihrer Länder nicht bieten können. Die antisemitische Propaganda, die sich im Iran explizit gegen die Existenz des Staates Israel richtet und somit Israelis und Juden als Feinde und das absolut Böse deklariert, ist anders zu deuten, als die Berichterstattung über den Iran in Israel. Doch auch hier werden Menschen nicht als Individuen verstanden, sondern mit ihrem Herkunftsland und dem dortigen Regime gleichgesetzt. Es wird Angst erzeugt und so ein Weg zum Frieden versperrt.

 

„Weil ich Iraner bin, bin ich nicht Rohani“, so Ehsan Abri, einer der Organisatoren der Veranstaltung. Menschen sind Individuen und nicht zwingend für die dortige Politik verantwortlich. Sie sollen selbst entscheiden, was wahr und was falsch ist. Am Anfang konnte man Spannungen unter den Teilnehmern spüren. Vor Allem von Seiten der Israelis, die erst Angst vor den arabischen Flüchtlingen hatten, berichtete mir Ehsan Abri. Doch bereits nach kürzester Zeit war die Angst verschwunden und Vertrauen trat an ihre Stelle. Vorurteile können abgebaut werden und es kann ihnen entgegengewirkt werden, sodass diese erst gar nicht entstehen. Die Mission dahinter ist, nicht nur gegen Antisemitismus und Rassismus einzutreten bzw. diesen abzubauen, sondern auch eine gemeinsame und verbindende Politik zu schaffen, abseits der amtierenden Politiker ihrer Länder.

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