Everyday for Future

Israelische Jugendliche werden in der Regel sehr früh mit der Verantwortung für Leben und Tod konfrontiert. Ein Bericht über freiwillige Helfer beim Magen David Adom.

Ein Helfer des Roten Davidsterns leistet in Eilat einem Terroropfer Hilfe.© MENAHEM KAHANA , AFP

Von Michal Kornblum (Achse des Guten)

Ich sehe die Straßen von Jerusalem an mir vorbeirauschen, während ich in einem Rettungswagen sitze und mich bei rasender Fahrt im dichten Verkehr frage, wohin uns dieser Einsatz bringen wird. Diesen Sommer arbeite ich freiwillig für Magen David Adom (MDA), eine israelische Organisation (vergleichbar mit dem Deutschen Roten Kreuz bei uns), die unter anderem für die Notfallrettung, aber auch die Blutbanken in Israel verantwortlich ist.

Unsere israelische Fahrerin dirigiert den schweren Wagen mit Leichtigkeit durch die verstopften Kreuzungen, und ich höre die Sirene aufjaulen, wir werden schneller. Mit an Bord ist ein großer, gut gebräunter, sympathischer junger Mann. Zeit ihn kennenzulernen hatte ich nicht, da wir unsere Schicht erst begonnen haben. Während ich bei der schwankenden Fahrt ordentlich durchgerüttelt werde, überlege ich, wie alt er wohl sein wird und schätze ihn auf ungefähr 23 Jahre. Die nächste scharfe Kurve in den engen Straßen von Jerusalem reißt mich aus meinen Gedanken und fast vom Sitz, ich greife reflexartig nach der orangenen Halteschlaufe über mir. Wenige Meter später haben wir unser Ziel erreicht. Nach dem Einsatz kommen der junge Mann und ich ins Gespräch. Er erzählt, dass er David heißt, 17 ist, und noch zur Schule geht.

Den Rest des Tages bin ich fasziniert, wie erwachsen und reif David sich verhält und wie routiniert er sowohl im Umgang mit jedem Patienten als auch mit allen anfallenden Aufgaben ist. Er hat eine unglaublich positive Ausstrahlung, lernt aktuell Arabisch zur besseren Kommunikation mit arabischen Patienten und auf meine Frage, wie ihm die Arbeit bei MDA gefällt, antwortet er: „I love it!“.

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