Die bunte Vielfalt der Juden Österreich-Ungarns

Rezension des ersten Buches des „MENA Watch“-Gründers Erwin Javor

Von Matti Goldschmidt

1947 in Budapest geboren, entfloh die Familie Javor drei Jahre später dem kommunistischen Regime Ungarns, um sich in Wien niederzulassen. Dabei verstand man sich von Anfang an als reine Durchreisende, auch wenn das Ziel unbestimmt war: Israel vielleicht? Oder gar die USA? Australien – das wäre schon sehr weit weg! Mehr als einhunderttausend Juden aus Ungarn, Polen, der Tschechoslowakei oder Rumänien landeten so in den Nachkriegsjahren in der Hauptstadt der Zweiten Republik. Aber selbst, wenn sie blieben: Nicht nur für sie, auch für die nachfolgenden Generationen war eine Verwurzelung keineswegs selbstverständlich – „man lebte im beständigen Gefühl, sicherheitshalber besser stets einen Koffer gepackt zu haben“.

Dabei hatte sich zumindest Erwin Javor mittlerweile, legt man die Fakten zugrunde, durchaus in Österreich etabliert. 1969, erst 22-jährig, erwarb er die Firma Frankstahl, heute mit Sitz in Traiskirchen (und bekannt als landesweite „Anlaufstelle für Flüchtlinge aus aller Welt“, gelegen im Bezirk Baden, Niederösterreich, etwa 20 Kilometer südlich von Wien), 1880 von jüdischen Unternehmern in Wien gegründet, während des Dritten Reiches „arisiert“ und erst über 20 Jahre nach Kriegsende an die ursprünglichen Besitzer retourniert worden. Im Jahre 2000 gründete Javor das jüdische Magazin für Politik und Kultur namens „Nu“, elf Jahre später die Medienbeobachtungsstelle Naher Osten (MENA-Watch, der unabhängige „Nahost-Thinktank“, vgl. die JR, Ausgabe 12/2015), welche sich zum Ziel gesetzt hat, zur Verbesserung der Qualität der Berichterstattung über den Nahen Osten im Allgemeinen und Israel im Besonderen beizutragen. Schließlich brachte er im Frühjahr 2014 die „Brauer-Haggada“ heraus, für das der Maler (und Sänger) Arik Brauer 24 Illustrationen schuf – mit Kommentaren zum Originaltext von Paul Chaim Eisenberg (1983-2016 der Oberrabbiner Wiens), oder Joshua Sobol, 1939 in Palästina geboren als Sohn osteuropäischer Einwanderer.

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