„Wir sind so mundtot gemacht…“ – Antisemitismus, die verfolgende Unschuld

Von den Judenhassern im Kaiserreich bis zu den heutigen „Antizionisten“ – antisemitische Gruppen fühlten sich stets als „Opfer“. Der Bundestag hat nun endlich der BDS-Bewegung in Deutschland einen Riegel vorgeschoben.

Wilhelm Marr

Von Stefan Frank (Audiatur)

Der Deutsche Bundestag hat am 15. Mai mit großer Mehrheit festgestellt, dass es antisemitisch ist, zum „Boykott“ israelischer Juden aufzurufen. „Der allumfassende Boykottaufruf führt in seiner Radikalität zur Brandmarkung israelischer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger jüdischen Glaubens als Ganzes“, heißt es in der Resolution mit dem Titel „Der BDS-Bewegung entschlossen entgegentreten – Antisemitismus bekämpfen“.

Dass diese Resolution überhaupt nötig war und dass manche Zeitgenossen nun darin einen Angriff auf die Meinungsfreiheit sehen wollen, zeigt nur, wie stark und tief verwurzelt der Antisemitismus in Deutschland ist. Boykotteure stilisieren sich zu Opfern einer angeblich von Israel gelenkten Verschwörung. Gleichzeitig werden die Menschenrechte israelischer Juden in Frage gestellt. Wenn es nach manch einem Kolumnisten geht, dann ist der Aufruf zur Ausgrenzung und Diskriminierung israelischer Juden legitim, die Kritik daran aber nicht. Jeremy Issacharoff, der israelische Botschafter in Deutschland, hat diesen Irrsinn auf den Punkt gebracht: „Es ist unhaltbar und sogar scheinheilig zu behaupten, dass Kritik an Israel ein Produkt der Redefreiheit ist, die Verteidigung Israels aber der Zensur gleichkommt.“

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